Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 37 (14.9.1928)
- Date
- 1928-09-14
- Page
- Seite 583 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 37 583 Jas Jüdische Echo Charakter tragen, wendet die Jewsekzia . härfste Terrormittel an, damit die örtliche B< ölkerung sich nicht erdreiste, bei der Regierung Klage zu erheben. In Kiew sind viele Synagogen konfiszie ein Teil wird, auf Grund der Resolution irgen; eines Arbeitervereines, in Arbeiterklubs verv mdelt. Andere Synagogen wieder werden mit sehr hohen Pachtungen belastet, auf daß die Religionsgemeinden nicht mehr die Möglichkeit haben, die Synagogen zu halten. (Synagogen sind Staatseigentum.) In Konotop ist die große Synagoge enteignet worden, die örtliche Bevölkerung traut sich jedoch nicht zu protestieren aus Angst vor dem Terror der Jewsekzia. Im Korostener Kreis sind sehr viele Synagogen enteignet; in Olewak, Malin und Lohin bemüht sich die Jewsekzia die Synagogen zu konfiszieren, desgleichen in Sobolewka. Vorläufig ist es, dank der energischen Verteidigung der örtlichen Bevölkerung, gelungen, die Synagogen zu schützen. In Korosten selbst hängt schon an Stelle des „Oraun Kaudesch“ das Bild Lenins. In Nikolajew ist eine Synagoge konfisziert und der ganzen zahlreichen jüdischen Bevölkerung ist nur eine Synagoge gelassen worden. In Priluk ist die große Synagoge konfisziert. In Saporoschje, in Pokotilow und in Ljachowitz sind die Synagogen enteignet. In Uschomir nimmt Lenins Bild die Stelle des „Oraun Kaudesch“ ein. Eine Synagoge in ein Kino verwandelt In dem Städtchen Pogrenischtsche, Kreis Berditschew, fehlte es an einem geeigneten Saal für ein Kino; die Jewsekzia faßte eine Resolution, daß zur Hebung des kulturellen Entwicklungsstandes der Bevölkerung ein Kino von unumgänglicher Notwendigkeit sei. Die Jewsekzia beschloß, die Synagoge zu enteignen und in ein Kino umzuwandeln. Dies wurde auch ohne Weiteres durchgeführt. Im Städtchen Radomisl hat die Jewsekzia beschlossen, die Synagoge zu konfiszieren; da sie aber nicht die Zustimmung der Regierung besaß, verlangten sie von der jüdischen Gemeinde, daß sie ihr die Synagoge freiwillig übergeben solle. Die Gemeinde erklärte jedoch, daß sie einem Gebote der jüdischen Religion gemäß, ihr Heiligtum nicht abgeben dürfe, solange sie von der Regierung nicht dazu gezwungen werde. Eines Tages nach Schluß des Gottesdienstes und nachdem die Synagoge in Erwartung der Ausschreitungen der Jewsekzia fest verschlossen und verriegelt worden war, erschienen fünf Mann der Jewsekzia beim Synagogendiener und drohten ihm, daß sie die Thorarollen zerreißen und ihn aus dem Hause wegjagen würden, wenn er ihnen den Einlaß in die Synagoge im Wege durch seine Wohnung verweigern würde. Der erschrockene Schames wagte nicht zu widersprechen und gewährte ihnen Einlaß. Alsbald fand sich die ganze Jewsekzia ein berpollinger Das Münchener Kaufhaus Neuhauser am Karlstor Bekleidung / Mode / Sport Wohnungsausstattung und veranstaltete in der Synagoge einen Ball mit Tanz und Gesang. Den „Oraun Kaudesch“ haben sie danach für profane Zwecke verkauft. Die jüdische Bevölkerung hat, ungeachtet der gegen sie geübten Pressionen, bei der ukrainischen Zentralregierung in Charkow Protest erhoben. Entweihung der Thorarollen In Bobrinetz ist eine Synagoge konfisziert worden. Die Jewsekzia ließ der Synagogenverwaltung melden, daß sie die Thorarollen aus der Synagoge entfernen könne. Als die Synagogenverwaltung kam, um die Thorarollen zu holen, fanden sie dieselben auf dem Boden hingeschleudert, zerrissen und ohne Hülle. Im Städtchen wurde ein Fasttag festgesetzt und „Keria gerissen“ wegen der Entweihung der heiligen Sifre-Thora. Konfiskation von Sforim Im Städtchen Uswet, im Gouvernement Pakow, erschien die Polizei in der Synagoge, wo sie alle Sforim konfiszierte; sie erklärte, daß in einer Synagoge nur gebetet, aber nicht gelernt werden darf, und daß sich dort nur Gebetbücher befinden dürfen. Alle Sforim wurden hernach als Makulatur verkauft. In Kriworog ist eine Synagoge konfisziert worden. Synagogenkonfiskationen in Weißrußland In Bobruisk sind drei der größten und schönsten Synagogen konfisziert worden. Ein „Oraun Kaudesch“ wurde in Stücke zerhackt. In Smolensk bemüht sich die Jewsekzia um Enteignung der Synagogen. Mit verschiedenen Drohungen und anderen Zwangsmitteln sammelt sie unter den Arbeitern Unterschriften. (Inzwischen hat die Zentralregierung laut einer authentischen JTA-Meldung das Enteignungsdekret annulliert.) In Orscha sind sechs Synagogen konfisziert worden. Wanderer MOTORWAGEN sind in Qualität und Leistung unerreicht. Verkauf durch: loh. Winklbofer & Söhne * München 50 Forstenrieder Straße 53 / Telephon 73844