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Das jüdische Echo · 1928-09-07 · 36 (7.9.1928) · p. Seite 573

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
36 (7.9.1928)
Date
1928-09-07
Page
Seite 573 (sequence 17)
Language
German
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Nr. 36 Das Jüdische Echo 573 kung. Oder die Darstellung der Sintflut: Inmitten des eintönigen Grau der Wasserfläche in ergreifendem Gegensatz das zarte Rosa eines kindlichen Körpers, von dem sich der mütterliche Arm eben löst. Die Geburt Isaaks: Sara blickt in stiller mütterlicher Freude auf das Kind in ihren Armen nieder, während sich die mächtige Gestalt Abrahams in einer wundervoll gezeichneten Mischung von stürmischem Jubel und ungläubiger Scheu darüber beugt. Weisen schon solche Bilder über das Gebiet der eigentlichen Illustration hinaus, so ist der Zyklus „Der Tränenkrug“ eine weitere eindrucksvolle Bestätigung des starken Talents Abel Panns. Das sind Bilder aus den ukrainischen Pogromen, die in ihrer anklagenden und aufrufenden Wucht oft an die Zeichnungen von Käthe Kollwitz heranreichen. Wer diese von den Kosaken Hingeschlachteten, diese flüchtenden, alten, kranken Juden, wahnsinnig gemachten Frauen und mißhandelten Kinder einmal gesehen hat, dem werden die Greuel der Pogrome, die wir sonst zu leicht vergessen, nicht mehr so schnell aus dem Gedächtnis kommen. Illustrationen ganz anderer Art als die Panns sind Marc Chagalls 96 Radierungen zu Gogols „Toten Seelen“, die man in der Galerie Thannhauser sieht. Für Chagall ist Gogols Roman nicht der Stoff, dessen Gehalt er in seinen Illustrationen verdeutlichen wollte, sondern nur Anlaß, der seiner von den Erinnerungen der Jugendzeit gesättigten Phantasie die Situationen bietet. So entsteht ein Werk, das echter Chagall ist, aber wenig von Gogol hat. An die Stelle von Gogols ruhiger, epischer Breite tritt Chagalls etwas aufgeregte Lebendigkeit, an Stelle von Gogols drastischer Komik die Groteske, die — besonders in der Zeichnung von Bürokratie und Bürgertum —■ oft stark an George Grosz erinnert. Es wäre zu wünschen, daß man in München auch einmal eine größere Sammlung von Gemälden Chagalls zu sehen bekäme, aus denen deutlicher hervorginge, welche Rolle das Jüdische — wenn auch in einem ganz anderen Sinne als bei Pann — in Chagalls Schaffen spielt. Richard Eisen. Die Ausstellung im Kunstverein ist bis 15. September geöffnet. Einladung zum Sportfest des Jüdischen Turn- und Sportvereins Bar-Kochba am Sonntag, dem 9. September, nachmittags 2 Uhr, auf dem Sportplatz an der Säbener Strafe (Linie 25) Leichtafhletik*Klubzweikampt Bar-Kochba Nürnberg — Bar-Kochba München anschließend HandbalbWeftspiel Bar-Kochba Nürnberg I - Bar-Kochba München I Eintritt frei Gemeinden-u. Vereins-Echo Besucht alle das jüdische Sportfest morgen nachmittag 2 Uhr auf dem Sportplatz an der Säbenerstraße. Straßenbahnlinie 25, Haltestelle Grünwalder-Kurzstraße (Krüppelheim). Das jüdische Sportfest Seit vielen Jahren findet wieder in München ein jüdisches Sportfest statt. Morgen nachmittag 2 Uhr treffen sich auf dem städtischen Sportplatz an der Säbener Straße die Vertreter der 2 besten jüdischen Sportvereine in Bayern, um in friedlichem Wettkampf, der aus Lauf, Stoß und Sprung besteht, den Sieger aus dem Vereinswettkampf Bar-Kochba Nürnberg gegen Bar-Kochba München festzustellen. Die Veranstaltungen versprechen besonders interessant zu werden, da die Vor- und Zwischenstarts wegfallen und jede Konkurrenz zugleich die Entscheidung ist. Jeder, der an der körperlichen Ertüchtigung unserer jüdischen Jugend interessiert ist, sollte die Gelegenheit eines solchen Sportmeetings wahrnehmen und die Veranstaltung besuchen. Nach der langen Pause dürfte es sehr spannend sein, wieder zu sehen, mit welchen Leistungen unsere Leichtathleten aufwarten. Die Aussichten sind,sehr verschieden. Manche glauben die Münchener werden als Sieger hervorgehen, während aber der Papierform nach zu schließen die Nürnberger als Favoriten anzusehen sind. Während bei den Herren im 100-m-Lauf Harburg er (Nürnberg) und Saposchnik (München) um die ersten Plätze laufen, wird im 800-m-Lauf der Münchener Gidalewitsch und im 3000-m- Lauf der Münchener Silbermann als Sieger erwartet. Dagegen ist es ziemlich sicher, daß der Weitsprung eine Sache'des Nürnberger Kalter ist, der bereits in dieser Konkurrenz sehr nette Leistungen bot. Im Kugelstoßen dürfte L e v i t e (München) dominieren. Im Speerwerfen werden Kornhauser (München) und Kalter (Nürnberg) in Front erwartet. Die Münchener Damen in der Besetzung Goldfarb, Fleischer, Orljansky und Landmann werden einen sehr schweren Stand gegen ihre Nürnberger Turnschwestern Gutkind, Wilhelmsdörfer, Messinger und Herzberg haben. Die Herren über 32 Jahre werden ziemlich ebenbürtig sein, ebenso darf der Jugendwettkampf als ganz offene Sache behandelt werden. Die Stafetten werden mit zu den spannendsten Momenten der Wettkämpfe gehören, bei denen es sehr schwer ist, einen sicheren Sieger zu prophezeien. Alles in Allem: die leichtathletischen Wettkämpfe versprechen äußerst spannend zu werden; wir glauben daher, daß auch der Sieger nur knapp den für die Wettkämpfe gestifteten Ehrenpreis gewinnen wird. — Anschließend an die leichtathletischen Veranstaltungen beginnt das Handballwettspiel Bar Kochba Nürnberg gegen Bar Kochba München. Schon vor einem halben Jahr trafen sich beide Mannschaften. Damals müßte der Bar Kochba München nach zweimaliger Verlängerung mit einem knappen 5:4 sich geschlagen bekennen. Inzwischen

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