Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 36 (7.9.1928)
- Date
- 1928-09-07
- Page
- Seite 568 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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568 Das Jüdische Echo Nr. 36 Pf- L ZMOD-E N ߀RNHAkD BAUCH MÜNCHEN SCHÄFFLERSTRASSE 3 KAUFINGERSTRASSE 25 BRIENNERSTRASSE 8 spricht den Wunsch aus, daß die Ländereien von Beisan ohne Verzug zur Verwertunggelangen. Gleichzeitig mit den Empfehlungen wird auch das Protokoll der Sitzungen, in denen diese Entschlüsse gefaßt wurden, vorgelegt. Die Aussprache über Palästina wurde durch eine Darlegung von Col. Symes eingeleitet, der die Ursachen darlegte, die es verhindert haben, in Palästina ein gesetzgebendes Organ zu errichten. Col. Symes wies weiter darauf hin, daß die Regierung die Einführung einer Reihe von Reformen zugunsten der Landwirtschaft in steuerlicher und anderer Hinsicht vorbereite. Zu einer eingehenderen Aussprache in der Kommission gab das britische Abkommen mit Emir Abdullah Anlaß. Vom formellen Standpunkt aus wurde die Frage erhoben, ob England überhaupt berechtigt sei, ein solches Abkommen ohne eine vorangegangene ausdrückliche Zustimmung des Völkerbundrates zu schließen. Bei dieser Gelegenheit wurde auch die Frage berührt, wieweit die Regierung Transjordaniens berechtigt sei, Juden die Einwanderung ins Land zu verbieten. Col. Symes erklärte, daß die Frage einzig und allein von der Regierung Transjordaniens abhinge. Die Mitgliederder Mandatskommission machten ihn jedoch darauf aufmerksam, daß gemäß dem Mandate in Transjordanien wirtschaftliche Gleichberechtigung zu gelten habe und daß dieses demgemäß nicht das Recht habe, die Einwanderung von jüdischen Bürgern jener Länder, die dem Völkerbund angehören, zu untersagen. Dagegen hätte Transjordanien das Recht, Palästinensern die Einreise zu verbieten, da Palästina nicht Mitglied des Völkerbunds sei und somit aus Art. 18 des Mandats keine Rechte ableiten könne. Bei Behandlung der Frage „Ein- und Auswanderung“ verlangte der Vorsitzende Marquis Theodoli eine klare Antwort auf die Frage, ob die Krise in Palästina ihre Ursache darin habe, daß man zuviel Juden habe ins Land kommen lassen. Col. Symes erwiderte, es könne sich höchstens um ein Zuviel von 8000 Menschen handeln; es sei überhaupt schwer, diesbezügliche in Genf erteilte Ratschläge in Jerusalem zu verwirklichen. Er glaube aber, daß zum Pessimismus keinerlei Anlaß vorhanden sei und daß sich in den nächsten Jahren die Lage entschieden bessern werde. Wären bei Ausbruch der Krise die nötigen Kapitalien ins Land gebracht worden, so wäre eine Krise überhaupt nicht in Erscheinung getreten. Eine Reihe weiterer behandelter Fragen betrifft u. a. die Selbstverwaltungsorgane, die Beziehungen zwischen Juden und Arabern, die Reorganisation der Jewish Agency, die Staatsangehörigkeit, den Bau des Haifaer Hafens, die öffentlichen Finanzen usw. Bei der Behandlung der Toten-Meer-Konzession erklärte Symes, daß gemäß dem Beschlüsse, die Verhandlungen mit Tulloch und Novomeyski zu führen, Vorschläge von anderer Seite nicht mehr entgegengenommen werden. Sodann wurden ausführlich die Probleme des Arbeiterschutzes diskutiert, wobei der Vertreter des Internationalen Arbeitsamtes Grimshaw, der kurz zuvor aus Palästina zurückgekehrt war, eine Reihe von Fragen über Arbeitsdauer, Minimallohn, usw. gestellt hat. Bei der Behandlung der Erziehungsfragen wies Dr. Kastl (Deutschland) darauf hin, daß von den £ 104 000, die die Regierung im Berichtsjahr für öffentlichen Unterricht ausgegeben hat, nur £ 20 000 für das jüdische Erziehungswesen verwendet worden seien. Diese Verteilung stehe zwar im Verhältnis zu der Zahl der Juden im Lande, keineswegs aber zu der Zahl der jüdischen Schüler* die 50 Prozent der Gesamtschülerzahl des Landes ausmachen. Symes erklärte, daß die Regierung den Prozentsatz der Bevölkerung und nicht den der Schüler zur Grundlage nehme. (Ziko) iyyr OMNI* SCHELLINGSTRASSE 39 / TELEPHON 23741 J 29073