Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 35 (31.8.1928)
- Date
- 1928-08-31
- Page
- Seite 554 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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554 Das Jüdische Echo Nr. 35 ^^pernausbildung AlineSanden I Kammersängerin I an der Münchener Staatsoper ■ Ausbildung bis zur Bühnenreife Für verbildete Stimmen besonderen Privatunterricht Anmeldung, Prospekt, Gernerstraße 15 München, Fernsprecher Nr. 63 7 00 Beilegung der Hakoah-Krise Wien, 24. August. (JTA.) Die Krise des jüdischen Sportklubs Hakoah, die seit einem halben Jahre andauerte, ist nun beigelegt. Die Leitung der Hakoah erlaubte der Fußballsektion ihre Separierung als Professionals der zweiten Sportklasse unter der Bedingung, daß die Professionals die Schulden der Fußballsektion Hakoah tilgen. Nach erfolgtem Ausscheiden der Professionals aus der Hakoah bildet die Hakoah eine eigene Amateur-Fußballsektion. Die Stadt Wien hat in Anerkennung der Verdienste der Hakoah um den Wiener Schwimmsport vier Ehrenpreise für das Olympia-Schwimmfest der Hakoah, das in der nächsten Woche unter Mitbeteiligung der Amsterdamer Olympia- Meister stattfindet, gestiftet. Der Antisemit Gömbös tritt in die Regierung ein Budapest, 24. August. (JTA.) Wie „Az Est“ mitteilt, hat der letzte Ministerrat die Ernennung des Abgeordneten Julius Gömbös, des früheren Führers der extrem-radikalen Rassenschützler, zum Unterstaatssekretär im Landesverteidigungsministerium beschlossen. Gömbös war der Verbindungsmann zwischen den Rassenschützlern und den deutschen Rechtsradikalen. Jüdische Ehen und Mischehen in Budapest Budapest, 26. August. (JTA.) Wie der jüngst erschienenen Juni-Nummer der „Statistischen Monatshefte“ zu entnehmen ist, wurden im zweiten Viertel 1928! 915 Ehen zwischen jüdischen Parteien und 353 Ehen zwischen Juden und Christen geschlossen. Die Parlamentswahlen in Griechenland. — Zwei Zionisten in Saloniki gewählt Saloniki, 21. August. (JTA.) Bei den Wahlen zum griechischen Parlament sind in Saloniki der Präsident der Bnei-Brith-Loge und Ehrensekretär der Jüdischen Gemeinde David Matalon und der bisherige Abgeordnete Bessantschi, beide Zionisten, im jüdischen Sektor gewählt worden. Matalon und Bessantschi erhielten 5 100 Stimmen, während auf die drei anderen Listen (Venizellisten, Antivenizellisten und Kommunisten) zusammen 4 400 Stimmen entfielen. Der britische Reichsrabbiner Dr. Hertz im Präsidium des Weltfriedenskongresses der Religionen Genf, 22. August. (JTA.) Vom 12. bis 14. September 1928 wird in Genf eine vom Verband der Kirchen für Weltfrieden einberufene Vorkonferenz des Weltfriedenskongresses der Religionen tagen. Der britische Reichsrabbiner Dr. Hertz wird eine der Sitzungen leiten. Die Konferenz wird Programm, Ort und Zeit des Weltfriedenskongresses der Religionen bestimmen. Die Exekutive des Internationalen Studentenkongresses soll die Numerus-clausus-Frage behandeln Paris, 22. August. (JTA.) Die dritte Kommission des Internationalen Studentenkongresses, der gegenwärtig in Paris tagt, hat auf Antrag der englischen Delegation eine Modifikation des Statutes des Internationalen Studentenverbandes beschlossen in dem Sinne, daß die Exekutive der Weltstudentenschaft autorisiert sein soll, auch die Angelegenheiten der Nationalitäten innerhalb der einzelnen Ländergruppen zu behandeln. Die rumänische und die polnische Delegation, unterstützt von den Delegationen Frankreichs und Schwedens, widersprachen dem englischen Anträge, der trotzdem von der Kommission zum Beschluß erhoben worden ist. Die Exekutive wird somit auch bevollmächtigt sein, die Frage des Numerus clausus zu behandeln und sie zur Diskussion vor den kommenden internationalen Studentenkongreß zu stellen. 60. Geburtstag von Paul M. Warburg Neuyork, 27. August. (JTA.) Herr Paul M. Warburg, ein führender amerikanischer Finanzmann und Bruder von Felix M. Warburg, wurde am 10. August d. J. 60 Jahre alt. Er wurde 1868 als der Sohn von Moritz und Charlotte Esther (Oppenheim) Warburg in Deutschland geboren und beendete hier seine Studien. Er kam später nach Amerika und wurde in Neuyork Mitglied des Hauses Kuhn, Löb & Co. Präsident Wilson ernannte ihn zum Mitglied des Federal Reserve Board. 1917 wurde er zum Vertreter der Vereinigten Staaten in der Internationalen High Commission ernannt. Er gehört dem Verwaltungsrat der international Acceptance Bane an und steht auch anderen großen Wirtschaftsinstituten vor. Paul M. Warburg ist auch auf sozialem Gebiete hervorragend tätig; er ist Schatzmeister des Instituts für Musikkunst. Wegen seiner großen Verdienste um das Federal-Reserve-System wurde er zum Vizepräsidenten des Federal Reserve Board ernannt. 65. Geburtstag von M. M. Ussischkin Berlin, 28. August. (JTA.) Am 17. August wurde M. M. Ussischkin, der Präsident des Jüdischen Nationalfonds, der gegenwärtig zur Kur in Bad Kissingen weilt, 65 Jahre alt. Ussischkin, der 1863 in Dubrowna, Gouvernement Mohilew, geboren wurde und seine Studien an der technischen Hochschule in Moskau vollendet hatte, steht seit seiner frühesten Jugend im Dienste der jüdischen Wiederauflebensbewegung. Noch vor dem Auftreten Theodor Herzls gehörte er den Chowewe Zion an und war Mitglied des Kreises der „BILU“, der ersten Pioniere des Wiederaufbaus Palästinas. Nach Begründung der modernen zionistischen Bewegung wurde er einer der Organisatoren des Zionismus in Rußland und einer der führenden Persönlichkeiten des Weltzionismus. Er beteiligte sich schon an der Einberufung des ersten Zionistenkongresses und wurde vom dritten Kongreß in das Engere Aktions-Komitee gewählt. Er beteiligte sich führend an der Begründung der großen zionistischen Fonds und der hebräischen Universität. Seit 1919 wohnt Ussischkin dauernd in Palästina, wo er den Jüdischen Nationalfonds leitet und das hebräische Kultur- und Geistesleben befruchtet. Der letzten Sitzung des Aktions-Komitees in Berlin wohnte Ussischkin bei, und seine Rede bildete einen der Höhepunkte der AC.- Tagung.