Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 35 (31.8.1928)
- Date
- 1928-08-31
- Page
- Seite 553 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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55 5 'I Nr. 35 Das Jüdische Echo sowie dem Vorstande des Hilfsvereins der Deutschen Juden als stellvertretender Vorsitzender. Ferner war er kurze Zeit Vorsitzender der deutschen Konferenzgemeinschaft der Alliance Israelite Universelle und Ausschußmitglied zahlreicher humanitärer Vereine. Mehrere seiner Ehrenämter legte er dann nieder, um seine Kraft ganz dem Orden Bnei Brith widmen zu können. Im Orden Bnei Brith, dem Timendorfer seit 1883 angehört, bekleidete er verschiedene Ämter und wurde im Februar 1898 zum Präsidenten des gesamten Distriktes einstimmig gewählt. Unter der Leitung dieser Führerpersönlichkeit nahm der Orden einen glänzenden Aufstieg. Die Zahl der Logen und Mitglieder wuchs von Jahr zu Jahr, ihre Leistungen auf sozialem und kulturellem Gebiete nahmen stetig zu. Durch den Einfluß der Logen wurden die Gemeinden und andere Vereine von der alten Wohltätigkeitsübung zur prophylaktischen Wohlfahrtspflege geführt. Bei allen großen Hifsaktionen für die Opfer der Verfolgung in den Ländern der Judennot hat der U. O. B. B. an maßgebender Stelle mitgewirkt. Die Wohlfahrtseinrichtungen, die die Logen teils aus eigener Kraft, teils mit anderen Vereinen und Institutionen geschaffen haben, umfassen alle Gebiete werktätiger Fürsorge und betreuen die Notleidenden von der Wiege bis zum Grabe. Noch mehr aber als in all diesen Leistungen, die der Großpräsident Ilmendorfer mit seinem Geiste, seiner Einsicht und Erfahrung geformt und gefördert hat, beruht sein großes Verdienst in seiner Friedensliebe. Die mannigfachen Ehrungen, die dem Jubilar bei seinem 25jährigen Amtsjubiläum im Jahre 1923 und bei seinem 70. Geburtstage zuteil geworden sind, legten Zeugnis ab von der großen Beliebtheit und Wertschätzung, die er in der deutschen Judenheit und auch über die Grenzen Deutschlands hinaus genießt. Im November 1924 legte er sein Amt als Großpräsident nieder; im Hinblick auf seine großen, unvergänglichen Verdienste um den Orden wurde er von der dankbaren Bruderschaft zum Ehrengroßpräsidenten ernannt. Trotz seines Alters ist sein Interesse ungemindert rege für die Arbeiten im Orden, sowie auch für die neu aufgetauchten Fragen im Judentum, wie Palästina-Aufbau, „Jüdische Altershilfe“, Zurückführung der Juden zur Landwirtschaft u. dgl. m. Aus der jüdischen Welt Gemeindefrieden in Kassel. — Einheitliche Vorschlagsliste für die Wahlen zur jüdischen Gemeinde-Repräsentanz Kassel, 24. August. (JTA.) Central-Verein, Liberale Vereinigung, Mittelstandspartei, Konservative und Jüdische Volkspartei haben beschlossen, folgenden Vorschlag für die Wahlen zum Gemeindeältestenkollegium einzureichen: 1. Dr. Jos. Katzenstein, Rechtsanwalt; 2. Albert Heß, Bankier; 3. Dr. Hermann Kugelmann, Rechtsanwalt; 4. Albert Heinemann, Kaufmann; 5. Moritz Loeb, Metzgermeister; 6. Th. Eisenberg, Kaufmann; 7. Rud. Nußbaum, Schreinermeister; 8. Siegfried Speier, Kaufmann; 9. Julius Dalberg, Rechtsanwalt. Scheidet einer der auf Grund des gemeinsamen Wahlvorschlags gewählten Gemeindeältesten vor Beendigung der Wahlperiode oder vor Inkrafttreten des zu erwartenden neuen Gesetzes aus, so soll der Ersatzmann durch die Partei, von der sein Vorgänger auf dem jetzigen Wahlvorschlag genannt worden ist, gestellt werden. Jakob Wassermann spricht über Judentum in der Deutschen Vereinigung für staatswissenschaftliche Fortbildung München, 26. August. (JTA.) Der Dichter Jakob Wassermann wurde von der Deutschen Vereinigung für staatswissenschaftliche Fortbildung* die in diesem Jahre in Bad Reichenhall tagen wird, eingeladen, einen Vortrag über das Judentum zu halten. Die Tagung dauert vom 26. August bis 16. September und wird das soziale und politische Leben in Deutschland der Gegenwart zur Darstellung bringen. Richard Willstätter und David Hilbert Mitglieder der Royal Society London, 21. August. (JTA.) Die altberühmte Royal Society in London hat sechs neue auswärtige Mitglieder gewählt, unter denen sich vier Deutsche befinden, unter ihnen der Münchener Chemiker Richard Willstätter und der Göttinger Mathematiker David Hilbert. Ein Jude deutscher Tennismeister Hamburg, 22. August. (JTA.) Bei den internationalen Tennis-Meisterschaften von Deutschland, die im Verlaufe der letzten Tage in Hamburg ausgetragen wurden, errang im Herreneinzelspiel der Berliner jüdische Champion Prenn den deutschen Meistertitel. Er schlug den Verteidiger des Titels. Moldenhauer, in drei Sätzen 6:1* 6:4, 6:3. Auch wenn Sie vielleicht eine Marke noch nicht kennen, kann sie doch Ihren Wünschen entsprechen. Flügel / Harmoniums Dah Sie bei uns nur unter guten Instrumenten wählen, dafür bürgen Ihnen unsere langjährigen, fachmännischen Erfahrungen. Audi bieten wir gerne Zahlungser - leichterungen. Pianohaus Hirsch am Sendlingeriorplatz MÜNCHEN / Lindwurmstrabe 1 ■ L >i\