Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 35 (31.8.1928)
- Date
- 1928-08-31
- Page
- Seite 552 (sequence 8)
- Language
- German
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552 Das Jüdische Echo Nr. 35 IHG. G. AIGNER’S PRIVATE KRAFTFAHRKURSE gegründet 1913 Gabelsbergerstr» 62 I Telephon 51314 Straßenbahnhaltestelle: Kreuzung Augusten-Gabelsbergerstraße der Linien 2, 7, 17; — garantieren als alteingeführtes Unternehmen mit besten Referenzen für vollkommene Qualitäts-Ausbildung Institutionen der Misrachi-Bank und der „Olim Bonim“ entwickeln sich sehr gut. Die Hauptaussprache wird von Rabbi Ostrowski (Palästina) eingeleitet. Er bemängelt es, daß das Wieltbüro des Misrachi weder zum Kongreß noch zum Aktions-Komitee mit einem fertigen Programm gekommen. ist. Das Auftreten Farbsteins gegen die Agency-Erweiterung hat in Palästina einen schlechten Eindruck gemacht. Der Redner fordert den Misrachi auf, nicht auf die Zuschüsse seitens der Zionistischen Organisation zu verzichten. — Dr. Federbusch (Galizien) wünscht eine intensivere Behandlung der zentralen Probleme des religiösen Judentums. Der Merkas Olami unterstütze nicht genügend die Arbeit des Hapoel Hamisrachi und des Hechaluz Hamisrachi und sorgt nicht genug für die Organisierung der Schuljugend im Misrachi-Rahmen. Die dritte Sitzung beginnt am Montag nachmittag 3 Uhr unter dem Vorsitz von Bublick. Die Hauptaussprache wird fortgesetzt. Schapiro (Palästina) schildert die schwere Lage des Hapoel Hamisrachi, der nicht genügende Stütze findet. Brod (Polen) kritisiert den Merkas Olomi, der zu wenig für die Bewegung in der Diaspora tut; es sei Schuld der Zentrale, wenn die Landesverbände so wenig für Palästina leisten. Bublick (Amerika) kritisiert den polnischen Misrachi, der sich zuviel mit Landespolitik befaßt. Bublick, der soeben in Palästina einige Zeit geweilt hat, gibt ein Bild von der Arbeit im Lande und weist auf Fehler hin, die beseitigt werden müssen. Die am Dienstag, dem 21. August, abgehaltene vierte Sitzung der Weltkonferenz des Misrachi war dem Andenken des verstorbenen Mitgliedes der Weltzentrale des Misrachi, Landau, gewidmet. In der Dienstag-Nachmittagsitzung wurde die Aussprache fortgesetzt und dem Merkas Olomi das Vertrauen der Weltkonferenz ausgesprochen. Am 23. August beendete die Konferenz ihre Arbeit. In der Schlußsitzung wurde das Budget angenommen. Die Einnahmen, die die Organisation selbst aufzubringen hat, betragen pro Jahr 29 900 Pfund. Das Ausgaben-Budget ist bei Einschluß der von der Zionistischen Exekutive zu leistenden Zuschüsse insgesamt 65 000 Pfund hoch. Rabbi Meir (Berlin) wurde zum Präsidenten der Weltorganisation wiedergewählt. In den Merkas Olami wurden ferner gewählt: Für Palästina Rabbi Fishman und Daniel Sirkuß, für Amerika Rabbiner Teitel aum. Rabbi Berlin erklärte nach einer begeisterten Ansprache die Weltkonferenz für geschlossen. Bundestag des Kadlmah Der diesjährige Bundestag des Kadimah, Bund Jüdischer Pfadfinder, fand vom 27. Juli bis zum 1. August bei Wittgenborn im Vogelsberg statt- Während Jüngere und Mittlere vier Tage im großen Zeltlager verbrachten, tagten die Führer und Älteren des Bundes Sonnabend und Sonntag in Wächtersbach. Die Beratungen galten in erster Linie der Bundesideologie, daneben wurden namentlich in Kommissionen Fragen der Innen- und Außenarbeit besprochen. Der Bund hält nach wie vor an der unpolitischen Erziehung seiner Menschen fest. Beachtenswert ist, daß die bis dahin noch bestehenden Differenzen hinsichtlich der Bundesideologie als überwunden angesehen sind- Von allen Seiten wurde betont, daß Pfadfindertum nicht sklavisch übernommen werden soll,, sondern mit spezifisch-jüdischen Gehalten zu erfüllen sei, wofür der Name Zofiuth’ Zeugnis ablegen soll. Den Abschluß der Tagung bildete die Wahl des Bundesrates und der Bundesführung sowie der neuen Bundesleitung mit dem Sitz in Frankfurt a. M., in die einstimmig Georg Guttmann, Karl Guggenheim und Henry Ungar gewählt wurden. Während an der Tagung 200 Mitglieder teilnahmen, war das Lager von insgesamt 500 Jungen und Mädchen besucht, wo Scoutspiele und Wettkämpfe mit Exkursionen, Heimabenden und Theaterdarstellungen wechselten. Am Lagerfeuer war allabendlich der ganze Bund vereint. Hier hörte man neue hebräische Lieder, Kanons, chassidische Erzählungen u. a. Mehrere neue Ortsbünde nahmen am Bundestag teil. Sowohl hieraus als besonders aus den Fortschritten, die Tagung und Zeltlager zeigten, ist die aufsteigende Linie des Bundes erkenntlich. Berthold Timendorfer Berlin, 10. August. (JTA.) Geheimer Justizrat Berthold Timendorfer, langjähriger und verdienstvoller Präsident seit dem Jahre 1924r Ehren-Großpräsident der Großloge für Deutschland des Unabhängigen Ordens Bnei Brith (U. O. B. B), feiert am 1. September d. J. seinen 75. Geburtstag. Um den Ehrungen aus dem Wege zu gehen, wird er — wie wir erfahren — diesen Tag außerhalb Berlin verleben. Timendorfer stammt aus Oberschlesien. In Beuthen verlebte er seine Gymnasialzeit. Nach seinem Abiturientenexamen studierte Timendorfer Rechtswissenschaft in Berlin, bestand in den Jahren 1877 sein Referendar- und 1882 sein Assessorexamen. Seit der Zeit als vielbeschäftigter und angesehener Anwalt in Berlin tätig, wurde er im Jahre 1888 Notar und 1910 zum Geheimen Justizrat ernannt. Sein vornehmes Wesen, seine hervorragende Begabung als Organisator und Redner, sein starkes Interesse für jüdische Angelegenheiten lenkten die jüdische Öffentlichkeit auf ihn. Viele Organisationen und Institutionen warben um seine Mitarbeit. Er gehörte einer Reihe von Jahren dem Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin an; PACKARD 6 und 8 Zylinder in Linie wesentlich niedrigere Preise bei gleicher Qualitäts-Berühmtheit Gene ralve rtreter: P GEBR. BEISSBARTH / KOHLSTR. 2 beim Deutschen Museum 4! I