Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 35 (31.8.1928)
- Date
- 1928-08-31
- Page
- Seite 551 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 35 Das Jüdische Echo 551 York, wo die Juden 16,04 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen, im Jahre 1925 unter den Inhaftierten nur 10,6 Prozent Juden; für Ungarn gibt derselbe Statistiker an, daß im Jahre 1922 3,4 Prozent der inhaftierten Juden gewesen seien, während der Anteil der Juden an der Gesamtbevölkerung 5,9 Prozent betrug. I. E. Um das Judalstisctae Institut der Jerusalemer Universität Einberufung eines Kongresses für die Wissenschaft vom Judentum Basel, 24. August. (JTA.) Die sechste Sitzung des Verwaltungsrates des Judaistischen Instituts an der Hebräischen Universität in Jerusalem fand am 21. und 22. August in Basel statt. Nach Entgegennahme des Berichtes der Verwaltung über die Entwicklung des Instituts seit der letzten Sitzung und einer eingehenden Diskussion hierüber trat der Verwaltungsrat in die Beratung der Vorschläge des Lehrkörpers über die Einführung von Universitätskursen im Anschluß an das Forschungsinstitut ein. Es wurde beschlossen, daß im Sinne der prinzipiellen Beschlüsse der letzten Sitzungen des Verwaltungsrates und des Kuratoriums (auf dessen Londoner Tagung) die Einführung akademischer Lehrkurse in den am Judaistischen Institut vertretenen Fächern erfolgen soll, sobald die betreffenden Fächer am Institut besetzt sind. Die Entscheidung darüber, wann diese Besetzung im Einzelfall als erfolgt erachtet werden kann, liegt in den Händen des Verwaltungsrates. Es wurde dementsprechend beschlossen, die Eröffnung von Universitätskursen auf dem Gebiete der mittelalterlichen und modernen hebräischen Literaturgeschichte, wofür Lehrstühle bereits seit einiger Zeit bestehen, sofort zu autorisieren, die Einführung solcher Kurse im talmudischen Fach jedoch von der Besetzung des Lehrstuhles für Halachah, in der Palästina-Kunde vom Amtsantritt des hierfür ernannten Professors abhängig zu machen. Ebenso soll die Einführung solcher Universitätskurse auf dem Gebiete der Religions-Philosophie und Kabbala erst nach der Ernennung eines Professors für Philosophie an dem Institut erfolgen. Im Anschluß an diese Resolution wurde die Ernennung neuer Dozenten, für das Fach der Halachah und der jüdischen Geschichte beschlossen. Es wurde ferner eine Kommission, bestehend aus den Herren Prof. Schorr, Dr. Büchler, Prof. berpollinger Das Münchener Kaufhaus Neuhauser Straße am Karlstor Bekleidung / Mode / Sport Wohnungsausstattung Ginzberg, Prof. Margolis und Prof. Perles ernannt, die die Frage des Ausbaus und der Besetzung der Abteilung für Bibelkunde beraten und der nächsten Sitzung Vorschläge unterbreiten soll. Ebenso wurde in Durchführung eines bei der letzten Sitzung gefaßten prinzipiellen Beschlusses über die Gründung eines Lehrstuhls für Jiddisch gegen die Stimmen zweier der Teilnehmer der Sitzung beschlossen, eine Kommission einzusetzen, die die allgemeine Definition und Gliederung des geplanten Lehrfachs vorberaten und der nächsten Sitzung Bericht erstatten soll. In die Kommission wurden die Herren Dr. Buber, Professor Perles und Professor Schorr ernannt. Der Verwaltungsrat beschloß schließlich die Einberufung eines Kongresses für die Wissenschaft vom Judentum. Es wurde eine Studienkommission ernannt, die nach Sammlung von Gutachten und Materialien ein ausführliches Projekt bis zum nächsten Frühjahr ausarbeiten soll. Das Projekt soll dann einer repräsentativen Konferenz jüdischer Gelehrter unterbreitet werden, welche die Kommission im Anschluß an die nächstjährige Sitzung des Verwaltungsrates einberufen soll. Die Kommission setzt sich zusammen aus den Herren Professor Dr. Schorr (Vorsitzender), Professor Dr. Elbogen (Schriftführer), Dr. Martin Buber, Dr. A. Büchler, Professor Dr. Louis Ginzberg, Grand- Rabbiner Dr. I. Levi und David Yellin. Die Misrachi-Konferenz Zu Beginn der zweiten Sitzung am Montag morgen kam es unerwarteterweise zu einer Krise des Präsidiums. Die Delegierten aus Deutschland und die Vertreter der Jugendgruppen forderten vertrauliche Sitzungen, die Delegierten aus Amerika und Polen und die Rabbiner-Delegierten traten für die Öffentlichkeit der Sitzungen ein. Farbstein und Bublick erklärten, das Präsidium niederlegen zu wollen, wenn auf der Forderung nach Geheimsitzungen bestanden wird. Schließlich wurde die Öffentlichkeit der Sitzungen beschlossen, wodurch die Krise des Präsidiums beigelegt war. Den Vorsitz übernimmt Hermann Struck. Das Wort ergreift nun Rabbi Meir (Berlin) zum Bericht des Merkas Olami. Er führt ungefähr aus: Eine der wichtigsten Arbeiten des Misrachi ist die Erziehungsarbeit in Palästina; ohne diese Erziehungsarbeit wäre Palästina in einer unglücklichen Lage. Der Chinuch Hamisrachi unterhält etwa 65 Schulen mit 230 Lehrern und mehr als 6 000 Schülern und hat ein Budget von über 40 000 Pfund. Er unterhält auch ein Lehrerseminar, ein Lehrerinnenseminar und das Realgymnasium Tachkemoni. Der Hapoel Hamisrachi gewinnt immer mehr Einfluß im Lande. Der bei der ersten Misrachi-Konferenz in Basel begründete Keren Erez Israel schel Hamisrachi ist noch immer im ersten Stadium der Entwicklung, seine Einnahmen kommen größtenteils aus Amerika. Die Konferenz muß die Landesverbände auffordern, mehr Verantwortung für das Palästina-Werk zu übernehmen. Rabbi Berlin erstattet nun den offiziellen Bericht. Von dem Ausgabenbudget in Höhe von 45 225 Pfund entfallen auf religiöse Zwecke 7 977 Pfund, Erziehungswesen 9 363 Pfund. Bei der Tachkemoni-Schule 7 326 Pfund, Immigration 1 454 Pfund, Arbeit und Kolonisation 5 619 Pfund. An Einnahmen stehen dem gegenüber: Keren Erez Israel 25 368 Pfund, zionistische Exekutive 13 606 Pfund, verschiedene Spenden 6 071 Pfund. Die