Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 35 (31.8.1928)
- Date
- 1928-08-31
- Page
- Seite 550 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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550 Das Jüdische Echo Nr. 35 dukt der sozialen Verhältnisse; ja Wassermann meint, daß nicht einmal dann der Beweis für eine solche Behauptung als erbracht angesehen werden könne, wenn sich die Kriminalität der Juden restlos mit der Kriminalität der sozialen Schichten decke, denen sie angehöre. Dann müßte man eben immer noch erklären, aus welchen Ursachen heraus die Juden gerade zu einer solchen Schichtung gekommen sind. Deshalb lehnt es Wassermann auch ab, aus der Feststellung, daß die Kriminalität der Juden der Kriminalität der sozialen Schichten im allgemeinen entspricht, Folgerungen über das Vorliegen oder Nichtvorliegen von Rasseneigentümlichkeiten oder gar über den „Wert“ oder „Unwert“ der einzelnen Rassen zu ziehen. (Eine Folgerung allerdings wird man in aller Objektivität aus dem Tatbestand nicht nur ziehen dürfen sondern ziehen müssen: daß nämlich auch ihre Kriminalität gerade wegen der vorliegenden sozialen Schichtung die Juden deutlich von der Gesamtbevölkerung abhebt und sie als eine Gruppe besonderer Art kennzeichnet.) Nach diesen Prinzipien betrachtet Wassermann auf Grund der Zahlen der amtlichen Statistik die Kriminalität der Juden für die vier Jahrvierte von 1899 bis 1914 und für die Kriegsjahre 1915 bis 1917; weitere Zahlen liegen noch nicht vor. Die relativen Zahlen ergeben sich aus der Berechnung, wieviel Fälle des betreffenden Delikts auf 100 000 Christen bzw. Juden entfallen. Es zeigt sich, daß auf jüdischer Seite in den Kriegsjahren die Kriminalität bei Hochverrat, Landesverrat und Majestätsbeleidigung überragt, während sie vor dem Krieg stets: geringer oder höchstens gleich groß war wie bei den Christen. Die absoluten Zahlen sind jedoch zu gering, als daß man daraus irgend welche Schlüsse ziehen könnte. Das Überwiegen der jüdischen Verfehlungen gegen das Sonntagsruhegesetz und gegen die Gewerbeordnung ist dagegen eine ständige Erscheinung, die auch mühelos aus der starken Beteiligung der Juden an Gewerbe und Handel zu erklären ist. Bei einer Reihe von anderen Verfehlungen sind entweder die Zahlen fehlerhaft oder die Delikte so selten, daß sich ein typisches Bild nicht ergibt. Bei den Gewalttätigkeitsdelikten, Hausfriedensbruch, Arestbruch ist ständig eine geringere Zahl der Juden. Kuppelei, Zuhälterei, Beleidigung, Verbreitung unzüchtiger Schriften überwiegt bei den Juden. Bei Kuppelei ist dies nach Wassermann wieder auf die soziale Schichtung der Juden zurückzuführen (während im Reichsdurchschnitt auf 100 000 selbständige nur 5,14 Verurteilungen wegen Kuppelei entfallen, sind es beim Handel 48,11); die Verbreitung unzüchtiger Schriften gehört eigentlich zu den Bereicherungsdelikten. Das Vorwiegen der Juden bei der Beleidigung erklärt Aschaffenburg aus ihrer \ „größeren südlichen Lebhaftigkeit“, also aus einer : Rasseeigentümlichkeit. Wassermann lehnt diese Er- . klärung nicht ohne weiteres ab, meint aber, daß g die Juden meist den Kreisen angehören, die auf Beleidigung mit Klage reagieren — die Beleidigung wird bekanntlich nur auf Antrag verfolgt —, überdies sei die Reizbarkeit der jüdischen Bevölke-; rung gegenüber eine größere. Die Zahl der Juj den überwiegt ferner beim Zweikampf, was zwar j überraschend ist, aber nach Wassermann seine ■ Ursache in der größeren Beteiligung der Juden an den akademischen Berufen und ihrer Verteidigung gegenüber antisemitischen Angriffen findet Was die Delikte gegen das Vermögen anlangt, : so sind die Juden an deren gröberen Formen r (Diebstahl, Raub, Unterschlagung) verhältnismäßig weniger beteiligt; während sie an den leichteren Delikten dieser Art (Betrug, Urkundenfälschung, betrügerischer Bankrott, Wucher usw.) verhält- * nismäßig einen größeren Anteil stellen. Dabei muß man aber bedenken, daß auch diese Erscheinung wieder sehr stark von der sozialen Schichtung der Juden bestimmt ist und nichts Erstaunliches mehr an sich hat, wenn man erfährt, daß z. B. im Durchschnitt der Jahre 1899 und 1900 die An- ) gehörigen von Industrie, Handel und Verkehr — in welchen Berufszweigen die Juden damals ver- J hältnismäßig etwa fünf- bis sechsmal so stark vertreten waren als die Christen — an der Zahl ■ der Betrugsfälle mit 58,16 Prozent, am betrügerischen Bankrott mit 86,15 Prozent, an Urkun-; denfälschung mit 68,65 Prozent teil hatten. \ Bemerkenswert ist, daß die Juden an den schweren Formen der Sittlichkeitsvergehen und Verbrechen (Vergewaltigung, Unzucht mit Kindern, Blutschande) nur außerordentlich gering beteiligt; sind; so ist etwa in den Jahren 1911 bis 1917 j kein Jude beteiligt am Verbrechen der Blut-! schände; wegen Mord, Totschlag, Kindsmord, Tötung auf Verlangen ist in den Jahren 1911 bis 1917 kein Jude verurteilt worden.; Wenn nun auch danach, wie oben gezeigt, über \ die Gesamtkriminalität der Juden aus mannigfa-? chen Gründen kein Urteil gefällt werden darf, so gewinnt man doch den Eindruck, daß sie nicht nur nicht ungünstiger ist als diejenige, der umgebenden Bevölkerung, sondern sogar im allgemeinen günstiger. Darauf lassen auch Ziffern schließen, die H. S. Linfield, ein amerikanischer; jüdischer Statistiker, in einem Überblick über das Jahr 1927 anführt. So sind z. B. im Staate New * iZnCJ StoüwercK —* GOLD * SCHOKOLADE-PRALINEN-««'