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Das jüdische Echo · 1928-08-31 · 35 (31.8.1928) · p. Seite 549

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
35 (31.8.1928)
Date
1928-08-31
Page
Seite 549 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 35 Das Jüdische Echo 549 Gegen 6 Uhr abends war das Plenum der Konferenz wieder versammelt; die Hauptaussprache wurde fortgesetzt. Es ergriffen das Wort Dr. Vogelstein (Breslau), Rabbi Silverman, Rabbi Mattuck, Rabbiner Gottschalk (Frankfurt a. M.), Rechtsanwalt Galliner (Berlin), Dr. Norden (Elberfeld), Rabbiner Seligmann und Rabbiner Dr. Wolff (Dresden), Frau Bertha Falckenberg (Berlin). Die Referenten Dr. Lehmann, Philipson (Cincinnati) und Dr. Baeck gehen noch kurz auf die Darlegungen der Diskussionsredner ein, womit die Hauptaussprache beendet ist. Der Vorsitzende Dr. Blau gibt noch ein kurzes Resümee und führt aus, Meinungsverschiedenheiten bestanden nur über Weg, nicht über Ziel. Das Ziel ist das gleiche: Wir wollen alle nach höchster Jüdischkeit streben. Die Aussprache bewegte sich auf hoher Linie, über vieles wurde Klarheit geschaffen, man hat viel voneinander gelernt. Die Konferenz schreitet zur Wahl der Leitung des Weltverbandes. Die Leitung setzt sich demnach wie folgt zusammen: Ehrenpräsident ist Claude G. Montefiore, Ehrensekretärin Lily Montague; dem Vorstand gehören ferner an: aus Amerika: Rabbi Enelow, Dr. Morgenstern, Dr. A. Simon und A. Leo Weil; aus Deutschland: R.-A. Heinrich Stern, Professor Elbogen und Dr. Seligmann: aus England: neben Montefiore noch Rabbi Dr. Mattuck. Das Schlußwort hält Rechtsanwalt Heinrich Stern, dem Montefiore mit herzlichen Worten dankt. Nach einem von Rabbi Mattuck gesprochenen Gebet stimmt die Versammlung den Hymnus „En keelauhenu, en kemalkenu...“ an. Damit war die zweite Weltkonferenz des liberalen Judentums zu Ende. Zur Kriminalität der Juden Die Kriminalität der Juden ist ein Gegenstand, der nicht nur zur Erkenntnis des jüdischen Problems an sich von außerordentlichem Interesse ist, sondern auch unter Umständen aktuelle Wichtigkeit gewinnt, vor allem dann, wenn unberechtigte Angriffe in dieser Beziehung gegen Juden erhoben werden. Trotzdem nun eine Bearbeitung dieses Themas unter dem Gesichtswinkel der Apologie auch von uns abgelehnt werden müßte, wird man aber gerne eine Reihe von auffälligen Tatbeständen zur Kenntnis nehmen, die früher vor allem von Dr. Artur Ruppin in seinem Buche „Die Juden der Gegenwart“, dann von Rechtsanwalt Dr. Rudolf Wassermann (München) in verschiedenen Abhandlungen aufgezeigt worden sind. Wassermann hat nun auch neuerdings wieder im 8. Heft 1928 der von Professor Dr. Aschaffenburg und Dr. Hans von Hentig herausgegebenen „Monatsschrift für Kriminalpsychologie und Strafrechtsreform“ eine ausgezeichnete objektive Darstellung des Gegenstandes an Hand neuer Daten geliefert. Ueberkinger Sprudel Süddeutschlands führendes Tafelwasser Generaldepot Eduard Kühles, München RASPSTRASSE 6 TELEPHON 92200 Wassermann macht zunächst mit Recht darauf aufmerksam, daß schon die Gewinnung und Gruppierung des Zahlenmaterials gewisse Fehlerquellen in sich birgt, die eine Vergleichung der gewonnenen Zahlen sehr erschweren und noch weniger gestatten, eindeutige Schlüsse darüber zu ziehen, ob etwa vorwiegend soziale Momente oder Rassenmomente die verbrecherische Betätigung hervorgerufen haben. Vor allem ist es die verschiedene Schwere der strafbaren Handlungen, die im Begriff der gesamten Kriminalität erfaßt werden, die eine Vergleichung nahezu aussichtslos machen. Man muß also untersuchen, in welchem Maße die Juden und Andersgläubigen unter Berücksichtigung ihrer numerischen Stärke bei dem einen oder anderen Delikte überwiegen, kann also nur relative Zahlen miteinander vergleichen, z. B. die Zahl der Juden, die wegen Wuchers bestraft wurden und die der Andersgläubigen. So wurden etwa im Durchschnitt der Jahre 1903 bis 1906 in Deutschland alljährlich fünf Juden wegen Wuchers bestraft und 17 Andersgläubige und demgemäß entfallen, da ja die Juden nur etwa ein Prozent der deutschen Bevölkerung ausmachen, auf 100 000 Juden alljährlich 0,8 wegen Wuchers Bestrafte, auf Andersgläubige 0,03 Prozent. Aus einer Übersicht, die Zahlen der ersten Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts aus Deutschland, Österreich, Ungarn und den Niederlanden aneinander gegenübergestellt, gewinnt Wassermann das Resultat, daß die Kriminalität der Juden nicht ungünstiger sei als diejenige der Christen, sie sei nur anders geartet. Bei den Christen überwiegen z. B. die Gewalttätigkeits- und Roheitsdelikte, bei den Juden herrschen die betrügerischen Vermögensbeschädigungen vor. Diese Erscheinung darf man jedoch nicht auf Rassenanlagen der Juden zurückführen; sie ist durch die soziale Schichtung und Berufsbetätigung der Juden verursacht. Es ist sehr interessant zu sehen, daß in einem anderen Milieu z. B. in Amsterdam, wo die überwiegende Zahl der Juden als Fabrikarbeiter in der Diamantschleiferei beschäftigt ist, auch ihre Kriminalität andere Züge annimmt. Dort erreicht nämlich die Körperverletzungsziffer der Juden annähernd die Ziffer der christlichen Verurteilung wegen des gleichen Delikts: ihre Betrugsziffer ist dagegen nur halb so groß als diejenige der Christen. Trotzdem aber darf man nicht etwa annehmen, die Kriminalität der Juden sei lediglich das Pro- MOTORWAGEN Iw wrn &JH rn m mU Jr Cw Jw sind in Qualität und Leistung unerreicht. sind in Qualität und Leistung unerreicht. Verkauf durch: loh. Winklhofer & Söhne * Manchen 50 Forstenried er Straße 53 / Telephon 73 44

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