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Das jüdische Echo · 1928-08-31 · 35 (31.8.1928) · p. Seite 548

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
35 (31.8.1928)
Date
1928-08-31
Page
Seite 548 (sequence 4)
Language
German
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548 Das Jüdische Echo Nr. 35 Adelholzener Primusquelle Hervorrag. Heilwasser bei Nieren-, Leberu. Blasenleiden Stärkste Rubidiumquelle Europas, sehr geeignet zu Hauskuren. B eaPProbierter Apotheker kömmliches Tafelwasser. Hauptniederlage: x CX CI III ICt jf l München 2 NW 3 Theresienstraße 33 Telephon 27471 Lieferant sämtlicher städtischer Krankenhäuser, Sanatorien und Heilanstalten dem ein Suchen nach gemeinsamen Formen, nach Gemeinschaftserleben. Auf dieser liberalen Weltkonferenz saßen Männer, die die alten überlieferten Formen hochhalten, neben Menschen, die nur einen Teil dieser Formen anerkennen, und solchen Vertretern, die fast alle Formen über Bord geworfen haben, und alle umschloß ein Gefühl der Einigkeit und Verbundenheit. Ein paar Tage Zusammenseins jüdischer Menschen aus verschiedenen Ländern der Welt, die mit verschiedenen Ansichten und Absichten gekommen waren, genügten, um alles Trennende und Unterscheidende vergessen zu lassen und das hervorzukehren, was alle verbindet: Das Gefühl einer großen ewigen Gemeinschaft, dem jüdischen Volke anzugehören. Aus diesem Gefühl heraus war die liberale Weltkonferenz geradezu eine Verherrlichung des Judentums, ein Aufschrei wie vor tausenden Jahren: „Wie schön sind Deine Zelte...“ An dieser Weltkonferenz vollzog sich ein ähnliches Wunder wie vor 31 Jahren an dem ersten Zionistenkongreß in Basel. Juden der ganzen Welt kamen zusammen, und die Glorie des Judentums stellte sich ein und ließ sie nichts anderes fühlen, als daß sie Juden sind und daß ihre Pflicht ihnen gebietet, für die Zukunft des Judentums Sorge zu tragen. m. w. Die Hauptaussprache Große Auseinandersetzung zwischen Traditionellen und Reformisten Berlin, 21. August (JTA.) Am Montag, dem 20. August, vormittags, ging die zweite Konferenz des Weltverbandes für religiös-liberales Judentum in die Hauptaussprache über die programmatischen Vorträge des Sonntags ein. Die Hauptaussprache gestaltete sich zu einer geistigen Auseinandersetzung zwischen den Anhängern der Tradition und den Verfechtern der Reform innerhalb des liberalen Judentums. Die Traditionellen wandten sich insbesondere gegen die Ausführungen von Dr. Joseph Lehmann, Prediger der Jüdischen Reformgemeinde zu Berlin, der sein Referat „Der Einfluß des liberalen Judentums auf die soziale Arbeit“ zu einem Werbevortrag für den Reformismus gestaltete. Am schärfsten wandte sich Professor Elbogen gegen Lehmann, während Dr. Seligmann wünschte, daß man die Reformisten nicht wieder abstoße. Er knüpfte an die Forderung „Baut Brücken!“ an, die Professor Elbogen in seinem Beitrag für die Sondernummer der „Jüdischen Rundschau“ erhoben hat. Der Gedanke „Baut Brücken“ wurde dann von mehreren Rednern aufgegriffen und variiert und gab den versöhnlicheren Ton an für den Ausklang der Aussprache. Deutsche Neuwäscherei H.m.b.H. FELIX BRAXDXER » MÜNCHEN Thierschstraße 21 Telefon Nr. 23708 Spezial-Dampfwaschanstalt für Herren-Plättwäsche nur Kragen, Manschetten, Vorhemden und Oberhemden. Lieferzeit ca. 8Tage Aus der Debatte sind besonders hervorzuheben die Ausführungen Dr. Wieners und Dr. Eibogens. Rabbiner Dr. Wiener erklärt im Gegensatz zu Lehmann, daß das religiöse Prinzip mit den Erkenntnissen der Wissenschaft nie übereinstimmen kann. Religion ist die Botschaft Gottes an uns, die Wissenschaft ist atheistisch. Auch wir Liberale stehen auf dem Boden einer tausendjährigen Tradition, doch haben wir Kontrolle über Gesetz und Halacha. Der Redner versucht eine Präzisierung des Begriffes „jüdisches Volkstum“, er wird aber von dem Vorsitzenden mit der Bemerkung unterbrochen, daß Darlegungen über Nationales nicht zugelassen werden können. Dr. Wiener weist darauf hin, daß Hermann Cohen die Heiligkeit des Sabbats ausdrücklich anerkannt hat. Religiöse Reformen allein werden in der wissenschaftlichen soziologisierten Welt der Zukunft die Religion nicht erhalten können. Professor Dr. Elbogen * wendet sich gegen die sonntägigen Ausführungen von Dr. Lehmann, der noch heute so spricht, wie er vor 30 Jahren gesprochen hat. Wir stehen auf dem Boden der Tradition, lassen Sie uns da stehen. Welchen Ersatz geben Sie uns für die Tradition? Welche großen Werte hat die Reform im Verlauf von 80 Jahren geschaffen? Dr. Lehmann sagt, das Religiös-Sittliche komme in der Tradition nicht zur Geltung, das ist grundfalsch! Nur in der Tradition ist das’ Religiös-Sittliche. In der Art, wie Dr. Lehmann es tut, sollte man über das alte Judentum nicht sprechen, das uns die Schrift bis auf den heutigen Tag erhalten hat. Man weist auf die Amerikaner als auf ein Beispiel hin. Sind sie wirklich besser, frömmer, geistiger als wir? Dr. Seeligsohn präzisiert schließlich die Stellung der Jugend zum liberalen Judentum und vermißt im Liberalismus eine innere Stellungnahme zu den Fragen von heute, zur modernen Wissenschaft und der Pädagogik. * * * Am Montag nachmittag teilte sich die Konferenz in drei Sektionen, in denen das Hauptthema „Die Verwirklichung der Botschaft des liberalen Judentums“ behandelt wurde. In der ersten Sektion, die dem Thema „Gottesdienst“ gewidmet war und die unter dem Vorsitz von Professor Dr. Elbogen stattfand, referierten Rabbi S. H. Goldenson, Rabbiner der Rodef Shalom Congregation in Pittsburgh und Rabbin Germain Levy, Rabbiner der Union Liberale Israelite in Paris. In der zweiten Sektion wurde das Thema „Häusliches Leben“ behandelt. Redner waren Hon. Lily Montague und der Vorsitzende der Vereinigung für das liberale Judentum Heinrich Stern. Die dritte Sektion (Vorsitzender Rabbi Julian Morgenstern, Präsident des Hebrew Union College in Cincinnati) behandelte das Thema „Jugend“. Es sprachen Dipl.-Ing. Ludwig Lewin vom jüdisch-liberalen Jugendverein in Berlin und Rav. M. L. Perlzweig (London).

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