Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 34 (24.8.1928)
- Date
- 1928-08-24
- Page
- Seite 535 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 34 Das Jüdische Echo 535 Schluß des zweiten Kongresses des Weltverbandes der jüdischen Jugend Paris, 12. August. (JTA.) Der zweite Kongreß des Weltverbandes der jüdischen Jugend (Union Universelle de la Jeunesse Juive) hat seine Beratungen beendet. Nach eingehender Diskussion über das Programm des Weltverbandes wurden die von Dr. Pacifici verfaßten Leitsätze gebilligt. In diesen Leitsätzen werden als Ziele des Weltverbandes die „Zusammenfassung und Erziehung der jüdischen Jugend auf der Basis der Einheit des Judentums und der Renaissance des jüdischen Volkes, deren Krönung in der Wiederaufrichtung Palästinas besteht“, angegeben. In einer besonderen Klausel wird den Mitgliedern des Weltverbandes, wo sie mit den Leitsätzen nicht buchstäblich üerbeinstimmen, Gewissensfreiheit zuerkannt. In der letzten Sitzung wurde ein Zentralkomitee mit Aime Palliere an der Spitze gewählt, der auch die Schlußansprache hielt, die in einem Treugelöbnis an das Judentum ausklang. Dieses Gelöbnis wiederholte er in hebräischer Sprache. Die Versammlung hörte die Erklärung stehend an und rief zum Schlüsse, die Hände erhoben: „naasse wenischma!“ Hierauf wurde „Hatikwah“ gesungen. Beschlüsse über Keren Kajemeth und Palästinaarbeit Paris, 12. August. (JTA.) Der zweite Kongreß des Weltverbandes der jüdischen Jugend hat mit Bezug auf den Keren Kajemeth die folgende Resolution gefaßt: Die jüdische Jugend wird aufgefordert, an dem Werke des Wiederaufbaus Erez Israels als einem wesentlichen Faktor der jüdischen Renaissance mit allen ihr zu Gebote stehenden Kräften und Mitteln moralisch und materiell mitzutun und besonders den Keren Kajemeth Lejisrael zu unterstützen. Zum Zwecke der praktischen Zusammenarbeit mit den Organen des Keren Kajemeth wurden das Zentralkomitee und die Leitungen der einzelnen Landesverbände beauftragt, mit den Bezirksorganisationen des Keren Kajemeth in ständiger Fühlung zu bleiben, der Keren Kajemeth soll einen Vertreter in das Zentralkomitee und das Zentralkomitee einen Vertreter in das Keren-Kajemeth- Komitee delegieren. Es sollen überall „Gedudim“ von Jugendlichen gebildet werden, die theoretisch und praktisch für den Keren-Kajemeth-Dienst ausgebildet werden. Eine Palästina-Kolonie des Jugend-Weltverbandes Paris, 12. August. (JTA.) Der zweite Kongreß der U. U. J. J. hat beschlossen, aus Mitteln, die von ihren Mitgliedern aufgebracht werden sollen, eine Kolonie „Kfar Hanoar“ (Dorf der Jugend) in Palästina zu begründen. Das Zentralkomitee wurde beauftragt, sich diesbezüglich mit maßgebenden Palästinastellen in Verbindung zu setzen. Deutsche Neuwäscherei m.h.H. 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Ein Stahlhehnführer „Jüdischer Sittlichkeitsverbrecher“? Berlin, 16. August. (JTA.) Am 5. August berichtete die völkische „Berliner Arbeiter-Zeitung“, am 7. August der Münchener „Völkische Beobachter“, daß ein „jüdischer Kaufmann“ aus Berlin, Werner W., vom Schöffengericht Berlin-Tempelhof wegen dreifacher Notzucht, begangen an im Hause seiner Eltern beschäftigten Dienstmädchen, zu U/2 Jahren Gefängnis verurteilt worden ist. Nach einem blutrünstigen Verhandlungsbericht wirft das Blatt dann die Frage auf, ob etwa U/2 Jahre Gefängnis ohne Verhaftung nach Urteilsverkündung „eine gerechte Strafe sein sollen für eine jüdisches Verbrechen abnormen Ausmaßes, das unter Mißbrauch dienstherrlicher Gewalt drei deutschen Mädchen Ehre und rassigste Gesundheit raubte.“ Der Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens ist dem Vorfall sofort nachgegangen und übersandte den Artikel zur Stellungnahme und Äußerung, dem übrigens auch persönlich schwer angegriffenen Verteidiger des Angeklagten. Der Antwort des Herrn Dr. Löwenthal ist zu entnehmen: „Der Artikel ist das Produkt bösartiger Verleumdungen und schlimmsten antisemitischen Hetzwillens. Der Angeklagte, den ich in dem erwähnten Prozeß vor dem Schöffengericht Berlin- Tempelhof verteidigt habe, ist weder Jude noch auch nur entfernt jüdischer Abstammung. Die Familie des Angeklagten rechnet sich im Gegenteil in politischer Beziehung rechtsgerichteten Kreisen zu, und in der Verhandlung ist u. a. zur Sprache gekommen, daß der Angeklagte selbst wegen seiner politisch rechtsstehenden Haltung sich in der Nachbarschaft viele Feinde gemacht hatte.“ Stärkste Rubidiumquelle Europas, sehr geeignet zu Hauskuren. Bekömmliches Tafelwasser. Hauptniederlage: Adelholzener Primusquelle Hervorrag. Heilwasser bei Nieren-, Leberu. Blasenleiden Otto Pachmayr Theresienstraße 33 Telephon 27471 Lieferant sämtlicher städtischer Krankenhäuser, Sanatorien und Heilanstalten