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Das jüdische Echo · 1928-08-24 · 34 (24.8.1928) · p. Seite 534

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
34 (24.8.1928)
Date
1928-08-24
Page
Seite 534 (sequence 6)
Language
German
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534 Das Jüdische Echo Nr. 34 Die Weltkonferenz des Misrachi in Danzig Die Aufgaben der Konferenz Auf Ersuchen des Vertreters der Jüdischen Telegraphen-Agentur äußerte sich Rabbi Meir (Berlin) über die Hauptprobleme des Misrachi, die vor die jetzige Weltkonferenz zur Verhandlung gelangen sollen. Er führte ungefähr aus: Eine der Hauptfragen, die die Konferenz beschäftigen werden, ist die Frage des „Keren Erez Jisrael schel Hamisrachi“. Die Misrachi-Organisation wird dafür sorgen müssen, daß die Eingänge des Keren Erez Jisrael im Verhältnis stehen sollen zu den großen Aufgaben des Misrachi. Dabei muß unterstrichen werden, daß der Keren Erez Jisrael keineswegs mit dem Keren Hajessod konkurrieren werde. Der Misrachi denkt keineswegs an eine Unterbrechung der Arbeit für den Keren Hajessod, er ist aber der Meinung, daß die Eingänge für den Keren Hajessod sich immerzu vermindern, so daß die Exekutive beim besten Willen den Forderungen des Misrachi nicht nachkommen könne. Dabei treten an den Misrachi in Palästina immer größere Aufgaben heran. Zunächst das Schulwesen: Die Zahl der Schulen, die unter die Führung des Misrachi kommt, ist im Steigen. Wird aber eine Schule vom Misrachi übernommen, so steigt ihr Budget infolge der Erweiterung des Unterrichtes in den religiösen Fächern. Eine Erhöhung der Ausgaben ist auch durch andere Erfordernisse des religio- Pf 4 ZMODEN ■BERNHARD BAUCH MÜNCHEN SCHÄFFLERSTRASSE 3 KAUFINGERSTRASSE 25 BRIENNERSTRASSE 8 sen Jischuw bedingt: Es gilt, Rabbiner, Schochtim, Both Midraschim, rituelle Bäder usw. zu erhalten. Aber auch die rein kolonisatorischen Aufgaben des Misrachi haben sich erweitert; bekanntlich hat das Aktions-Komitee auf seiner letzten Berliner Tagung beschlossen, daß der Keren Kajemeth dem Poel Hamisrachi Boden im Emek zur Gründung neuer Misrachikolonien geben solle. Die mit der Vorbereitung des Bodens verbundenen Kosten wird der Misrachi selbst zu tragen haben. Die zweite Aufgabe, mit der sich die Konferenz zu befassen haben wird, ist die der Führerschaft, Der ^Platz des kürzlich verstorbenen Mitglieds der Zentralleitung des Misrachi, Herrn Landau, ist noch unbesetzt; die Konferenz wird eine Persönlichkeit zu wählen haben, die die Arbeit des verstorbenen Führers zu übernehmen imstande ist. Die Konferenz wird sich ferner über allgemeine zionistische Probleme auszusprechen haben. Misrachi steht in Opposition zu der jetzigen zionistischen Leitung; es ist dies eine sachliche Opposition, wir müssen deshalb mit durchaus konkreten Forderungen zu dem zukünftigen Zionistenkongreß kommen. Auf die Frage, wie sich Misrachi zu der Erweiterung der Jewish Agency stellt, erwiderte Rabbi Meir (Berlin), der Misrachi hofft, daß die als Folge der Erweiterung der Jewish Agency hinzukommenden neuen intellektuellen und materiellen Kräfte der zionistischen Bewegung großen Nutzen bringen werden. Misrachi will darauf hinarbeiten, daß das demokratische Prinzip, das bis jetzt in der Zionistischen Organisation vorherrschend war, nicht verdrängt werde. Die Eröffnung Danzig, 20. August. (JTA.) Am Sonntag, dem 19. August, wurde im Schützenhaus zu Danzig die Konferenz des Weltverbandes der Zionistischen Partei Misrachi eröffnet bei Anwesenheit von 140 Delegierten, davon 17 Rabbinern und einer sehr großen Zahl von Ehrengästen. 35 Prozent der Delegierten gehören den Jugendorganisationen des Misrachi an. Das Schützenhaus ist festlich dekoriert. Vom Dache wehen die Flagge des Freistaates Danzig und die zionistische blau-weiße Fahne. Die Tribüne des Saales ist mit zionistischen Farben und dem Bilde Theodor Herzls geschmückt. Vor Beginn der Tagung herrschte in den Couloirs eine große Bewegung, immer mehr Delegierte und Gäste strömten heran. Der Eröffnungssitzung wohnt auch das Diplomatenkorps bei. Die Eröffnungsrede hält im Namen des Organisationskomitees Direktor Heidenfeld. Das Präsidium übernimmt sodann der Präsident des Weltmisrachi, Rabbi Meir (Berlin), der zuerst hebräisch und dann deutsch spricht. Nach der Begrüßung von Delegierten und Gästen hält er eine großangelegte Programmrede, die mit großer Spannung angehört wird. Im Namen des Danziger Senats begrüßt Senator Jewelowsky die Weltkonferenz. Hierauf halten Begrüßungsreden Legationsrat Ritter im Namen des polnischen Generalkonsulates, Justizrat Sander im Namen der Jüdischen Gemeinde von Danzig, Rabbiner Segalowitz im Namen des Rabbinats und Dr. Segal im Namen der Danziger Zionistischen Organisation. Nach der Wahl des Präsidiums hält Rabbiner Gold eine Programmrede in jiddischer Sprache. Hierauf wird eine Anzahl weiterer Begrüßungen verlesen.

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