Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 34 (24.8.1928)
- Date
- 1928-08-24
- Page
- Seite 536 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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536 Das Jüdische Echo Nr. 34 PIANINO mobernes, bauerljaftes mit fcfyönem Solang, gebraucht nur RM. 1050 aucf) gegen kleine ‘JRonateratert MUSIKHAUS A. SCHMID NACHF., MÜNCHEN Residenzstraße 7, gegenüber Hauptpost Ein Fest der Jüdischen Volkspartei Berlin, 16. August. (JTA.) Am Mittwoch, dem 15. August, fand ein außerordentlich stark besuchtes Sommerfest der Jüd. Volkspartei in Berlin statt. Etwa 3000 Besucher waren erschienen. Großen Beifall fanden die Sportvorführungen der Bar-Kochba, des Hakoah-Fußballklubs und der Sport-Jiu-Jitsu-Gruppe des R.J.F. Nach einer Ansprache, in der Herr Direktor Kareski auf die politischen Erfolge der Volkspartei seit den letzten Wählen hinwies, vereinigten sich die Gäste bei Darbietungen eines Kabaretts, aus dem die künstlerischen Leistungen des bekannten Schauspielers der Wilnaer Gruppe, Herz Großbart, des Oberkantors Gollanin und der beiden Mitglieder des Hebräischen Theaters in Palästina, Meir Teomi und Jehudit Perkal hervorragten. An dem Fest nahmen die Fraktion der Volkspartei im Vorstand und Repräsentantenversammlung, die Führer der zionistischen Jugend- und Sportorganisationen, der Zionistischen Vereinigung, des Misrachi, des Verbandes der Ostjuden u. v. a. teil. Basler Tagung des Kuratoriums des Judaistischen Instituts der Jerusalemer Universität Basel, 20. August. (JTA.) Am 20. August beginnt im Hotel „Die drei Könige“ zu Basel eine für drei Tage berechnete Konferenz des Kuratoriums des judaistischen Instituts an der hebräischen Universität zu Jerusalem, zu der sich die folgenden Persönlichkeiten angesagt haben: Prof. Dr. Joseph Klausner (Palästina), Reichsrabbiner Dr. Hertz (England), Rektor Dr. Büchler und Samuel Daiches (London), Oberrabbiner Israel Levi und Rabbiner Dr. M. Liber (Paris), Dr. Martin Buber, Dr. Freimann, Prof. Elbogen, Dr. Leo Baeck und Rabbiner Prof. Felix Perles (Deutschland), Oberrabbiner Prof. Dr. M. Schor (Polen) und Oberrabbiner Dr. Brody (Prag). Es wird noch die Teilnahme von Prof. Louis Ginsberg, Dr. L. Blondheim und Dr. Solomon Zeitlin aus Neuyork und Dr. Jakob aus Cincinnati erwartet. Es ist auch möglich, daß die Herren M. M. Ussischkin und Chaim Nachman Bialik zu den Sitzungen eintreffen. Eine Arbeitsgemeinschaft der Zionistischen Organisationen und der Pro-Palästina-Komitees Mitteleuropas Wien, 16. August. (JTA.) Wie die zionistische Wochenschrift „Die Stimme“ erfährt, findet Anfang September d. J. in Wien eine Konferenz der zionistischen Organisationen Österreichs, Deutschlands, der Tschechoslowakei, Jugoslawiens, Großrumäniens und Bulgariens statt, welche die Bildung einer Arbeitsgemeinschaft dieser Organisationen einleiten soll. Die Arbeitsgemeinschaft soll, bei Wahrung der Autonomie der einzelnen ihr angeschlossenen Organisationen, für eine Reihe von Arbeiten eine gemeinsame Basis schaffen, wie z. B. einheitliche Regelung des Vortragswesens durch Austausch von Gastrednern, Ausgestaltung der in Wien bereits bestehenden jüdischen Buchgemeinde, Durchführung von Ausstellungen palästinischer Produkte zur Propaganda des Bezuges von Palästinawaren u. dgl. Mit der Durchführung der vorbereitenden Arbeiten für diese Konferenz wurde das zionistische Landeskomitee für Österreich betraut. Der Plan einer gemeinsamen Beratung der in den einzelnen europäischen Ländern bestehenden Pro-Palästina-Komitees zwecks Koordinierung ihrer Tätigkeit geht, wie berichtet wird, ebenfalls der Realisierung entgegen. Die vom österreichischen Pro-Palästina-Komitee an die Komitees der anderen Länder gerichtete Anregung hat bisher eine große Zahl von zustimmenden Antworten gebracht, so daß mit der Durchführung des Planes in absehbarer Zeit zu rechnen ist. Zionistisches Meeting in Marienbad Marienbad, 14. August. Am 13. August fand hier im überfüllten Saale des Hotels „Walhalla“ ein großes zionistisches Meeting statt, in dem die Herren David Yellin, Vizebürgermeister von Jerusalem, Jizchak Grünbaum, Sejmdeputierter (Warschau) und Alfred Berger (Berlin) über das Thema „Jüdische Sorgen“ sprachen. — Als erster Redner schilderte Herr Grünbaum in jiddischer Sprache die Not der Juden in sozialer, wirtschaftlicher, kultureller und politischer Hinsicht, speziell in Osteuropa. Der zweite Redner, Herr Berger, sprach über die Notlage der jüdischen Arbeiter und Angestellten besonders in Deutschland. Er wies darauf hin, daß, während die Arbeiterschaft anderer Völker heute für höhere Entlohnung kämpft, die jüdischen Angestellten, die früher einen hohen Prozentsatz unter der Angestelltenschaft großer industrieller Werke einnahmen, heute kämpfen müssen um ihre Arbeitsplätze und daß heute in fast keinem großen industriellen Betrieb jüdische Arbeiter und Angestellte mehr untergebracht werden können. Unter Hinweis auf den Aufbau Erez Israels ersuchte er um finanzielle Unterstützung des Palästinawerks. In der darauffolgenden Pause wurde eine Sammlung für den K. K. L. vorgenommen, die einige Tausend Kronen brachte. Als letzter Redner sprach dann Herr Yellin in hebräischer Sprache über Erez Israel. Sein ausgezeichnetes Referat, das hier in Kürze nicht wiedergegeben werden kann, wurde von Herrn Dr. Landau ins Deutsche übertragen. Am 29. August findet voraussichtlich ein zweites Meeting statt, bei dem führende Zionisten aus Palästina und Deutschland sprechen werden. Russischer Studentenantisemitismus Moskau, 14. August. (JTA.) Eine Gruppe von Studenten des industriellen Polytechnikums in Poltava (Ukraine) berief eine Versammlung ein, in der Maßnahmen zur Bekämpfung des an der Hochschule überhandnehmenden Antisemitismus erwogen werdi n sollten. Die antisemitische Studentenschaft fand sich in großer Zahl in der Versammlung ein; als die Rädelsführer des Antisemitismus das Wort ergriffen, wurden sie von ihrer Anhängerschaft stark applaudiert. Die Arangeure der Versammlung konnten gegen die anti-