Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 33 (17.8.1928)
- Date
- 1928-08-17
- Page
- Seite 524 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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524 Das Jüdische Echo Nr. 33 OMNIA SCHELLINGSTRASSE 39 / TELEPHON 23741 / 29073 # 1 lien auch weiterhin gegenüber dem Aufbau des Nationalheims in Palästina eine freundschaftliche Haltung einnehmen. Bau einer großen Petroleum-Raffinierie in Haifa Berlin, 8. August. (JTA.) Nach einer Meldung aus Haifa will die Royal Dutch, nachdem der projektierte Ausbau des Hafens durchgeführt werden soll, dort eine große Petroleum-Raffinerie errichten. Die Gesellschaft hat bereits umfangreiches Gelände in unmittelbarer Nähe des Hafens angekauft. „B. Z. am Mittag“ schreibt dazu: „Für den Royal Dutch wird es sich darum handeln, in Haifa Mossul-Petroleum zu verarbeiten. Voraussetzung hierfür ist der Bau einer Röhrenleitung vom Mossulgebiet bis zum Hafen, von einer Länge von etwa 500 bis 600 Kilometer. Die Franzosen, die auf die Mossul-Konzessionen große Pläne setzten, werden durch den Beschluß der Royal Dutch in den Hintergrund gedrängt.“ Die Verlegung des palästinischen Eisenbahnknotenpunkts von Ludd nach Tel-Awiw verschoben Jerusalem, 9. August. (JTA.) Die Regierung Palästinas hat der Jaffaer Handelskammer offiziell mitgeteilt, daß die Verlegung des palästinischen Eisenbahnknotenpunktes von Ludd nach Tel- Awiw, die geplant war, auf unbestimmte Zeit verschoben worden ist. — Noch im Jahre 1925 hat Sir Herbert Samuel, der damals Oberkommissar von Palästina war, eine Kommission eingesetzt, die darüber zu beraten haben sollte, ob .eine Verlegung des Eisenbahnknotenpunktes von Ludd nach Tel-Awiw zu empfehlen sei. Die Kommission, der die Leiter der verschiedenen Regierungsdepartements, die Bürgermeister und die Präsidenten der Handelskammern von Jaffa und Tel-Awiw angehörten, hat sich zu der Frage der Verlegung posititiv geäußert. Die Bevölkerung von Jaffa und Tel-Awiw wünscht die Verlegung als teilweises Äquivalent dafür, daß der Palästina-Hafen in Haifa, statt in Jaffa, gebaut wird. Der Entschluß der Regierung, die Verlegung des Knotenpunktes der Kantara-Haifa- und Jaffa-Jerusalem-Eisenbahnlinien von Ludd nach Tel-Awiw auf unbestimmte Zeit zu verschieben, hat Enttäuschung hervorgerufen. ■ llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll 1 ■ Feuilleton ■ IBiiliili III 1111 IUI ■1 Hus dem Testament des Vaters Rosenttaal Von Vojtech R a k o u s ... und meine Seele empfehle ich selbstverständlich dem Herrn droben, an den ich stets für alle Fälle geglaubt und dessen ich mich bei jeder Gelegenheit aufopfernd angenommen habe. Was meine irdische Hülle anbelangt, wünsche ich nicht, daß sie verbrannt werde. Nicht etwa deswegen, weil mir Wärme unangenehm wäre, ein alter Mensch kann es nie warm genug haben, und du, mein Sohn, weißt, daß es im Winter meine liebste Beschäftigung war, im Ofen zuzulegen, wiewohl deine gute Mutter — Gott erhalte sie bei Gesundheit — immer sehr lebhaft dagegen protestiert hat. Aber ich wünsche deswegen nicht verbrannt zu werden, damit meiner Asche wegen keine Schwierigkeiten entstehen. Ich weiß zwar, daß ihr die Urne mit meiner Asche auf den ehrenvollsten Platz in der Hauswirtschaft stellen würdet, vielleicht sogar auf die Kredenz neben die blaugeblümten Teetassen, aber — du kennst ja die Mutter. Du weißt, wie eifrig sie jeden Freitig alles in der Wohnung abstaubt und insbesondere die Gegenstände auf der Kredenz. Und wie sehr sie dabei auf den überflüssigen Krempel schimpft, der sich ihr im Laufe der dreißig Jahre auf der Kredenz angehäuft hat und den sie jeden Freitag abstauben muß, obzwar sie am liebsten alles hinausschmeißen würde ... Und jetzt würde man ihr zu alledem noch eine neue Scherbe auf die Kredenz bringen... Nein, ich will nicht verbrannt werden. Bestatte mich lieber nach der alten Mode auf unserem alten, ländlichen Familienfriedhof im böhmisch-mährischen Hügelland, den im Winter der unberührte Schnee mit einer einzigen strahlenden Decke hüllt, und wo es im Sommer so märchenhaft schön ist. Die blühenden Linden duften dort betäubend, das nie gemähte Gras wächst unglaublich hoch und die alten Bäume des grauen Waldes, der eng an den Friedhof grenzt, schauen neugierig auf die gesenkten Gräber über die eingestürzte Friedhofsmauer. Hier ist sogar für den Lebenden gut sein. Und wo du hinblickst, lauter Verwandte: Großvater, Großmutter, Onkel, Tante, Kusin... ja, selbst Verwandte, von denen du im Leben nie gehört hast, und die hier in Frieden einhundert, zweihundert Jahre ruhen. Daß deine Mutter jeden Freitag mein Grab abstauben käme, ist nicht gut denkbar; mit dem Schnellzug dauert die Fahrt hierher sechs Stunden und dann sind es noch zwei Stunden zu Fuß. Deutsche tfeuwäscherei Gt.m.h.H. FELIX BRANDNER * HVNCHEN Thierschstraße 21 Telefon Nr. 23708 Spezial-Dampfwaschanstalt für Herren-Plättwäsche nur Kragen, Manschetten, Vorhemden und Oberhemden. Lieferzeit ca. 8Tage