Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 33 (17.8.1928)
- Date
- 1928-08-17
- Page
- Seite 523 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 33 Das Jüdische Echo 523 der allgemeinen Bevölkerung betragen. Der Kreis, Sowjet hat der Einrichtung des jüdischen Rayons bereits zugestimmt. Die Proklamation hat sich infolge der Mißernte, die die Stimmung unter den jüdischen Kolonisten herabgedrückt hat, verzögert, wird aber in kurzer Zeit erfolgen. Besserung der Lage in Bir-Bidschan Moskau, 9. August. (JTA.) Wie der Ozet- Vertreter in Bir-Bidschan telegraphiert, ist der Höhepunkt der Überschwemmungskatastrophe in Bir-Bidschan überschritten. Auf den Feldern der jüdischen Kolonisten konnte die Arbeit wieder aufgenommen werden. Die Lagerhäuser von Ozet haben keinen Schaden gelitten. Der Gesamtschaden, den die jüdischen Kolonisten erlitten haben, beträgt 40 000 Rubel. 2 600 945 Juden in der Sowjetunion . Moskau, 7. August. (JTA.) Nach der soeben veröffentlichten neuesten Statistik leben in den Ländern der Sowjetunion 2 600 945 Juden. Seit 1897, also in einer Periode von drei Jahrzehnten, hat sich die jüdische Bevölkerung in den genannten Ländern um kaum 4 Prozent erhöht, während der allgemeine Bevölkerungszuwachs fast 40 Prozent beträgt. Dies erklärt sich daraus, daß zahlreiche Juden in den letzten Jahrzehnten nach Amerika und Palästina abgewandert waren. Von 1897 bis 1923 z. B. wanderten 550 000 Juden nach Amerika, 18 000 nach Palästina, 31 000 nach anderen Ländern aus. Bei diesen Zählungen sind die Juden in den jetzt selbständig gewordenen Gebieten Polen, Lettland^ Litauen usw. nicht berücksichtigt worden. Rekruten der Roten Armee veranstalten einen Pogrom — Das Organ der Jung-Kommunisten gegen Verheimlichung Moskau, 12. August. (JTA.) Das Moskauer Organ der Jung-Kommunisten „Komsomolskaja Prawda“ berichtet, daß 60 Rekruten der Roten Armee aus dem Städtchen Welika-Luki in betrunkenem Zustande einen Pogrom gegen die jüdische Bevölkerung in Mohilew veranstaltet haben. Diese zukünftigen Soldaten der Roten Armee, schreibt die Zeitung, haben noch in den Eisenbahnwagen auf dem Wege nach Mohilew Huligan-Taten vollbracht. Bei der Ankunft in Mohilew stürmten sie sofort ein jüdisches Wurstgeschäft und mißhandelten den Besitzer in brutalster Weise. Dann zerstörten sie ein jüdisches Hutgeschäft. Einen jüdischen Kürschnermeister peinigten sie in der unerhörtesten Weise und warfen seine Pelzmützen in eine Jauchegrube. Später stürmten sie die Straßenbahnwagen und warfen alle jüdischen Fahrgäste hinaus. Jüdische Straßenpassanten wurden brutal mißhandelt, die gesamte jüdische Bevölkerung terrorisiert. Darauf zerstörten sie die Inneneinrichtung eines Arbeiterklubs. Dann stürmten sie den Bahnhof und wollten der Bahnwache das Gewehr entreißen, um sich bewaffnet gegen die jü- Ueberkinger Sprudel Süddeutschlands führendes Tafelwasser Reneraidepot Eduard Kühles, München RASPSTRASSE 6 TELEPHON 92200 Pf/• ZAAODE-N ■BGRNHAR.D ■BAUCH MÜNCHEN SCHÄFFLERSTRASSE 3 KAUFINGERSTRASSE 25 BRIENNERSTRASSE 8 dische Bevölkerung zu wenden. Endlich traf eine Abteilung Miliz ein, die die Rekruten-Huligans umzingelte und abführte. „Komsomolskaja Prawda“ tadelt es, daß die Mohilewer kommunistische Organisation versucht hat, den peinlichen Vorfall totzuschweigen und daß die kommunistische Zeitung von Weliko-Luki, „Nasch Putj“, sich geweigert hat, einen Bericht über denselben abzudrucken. „Komsomolskaja Prawda“ hat es für notwendig befunden, einen speziellen Korrespondenten nach Mohilew zu entsenden, der die Angelegenheit untersucht hat. Die Zeitung fordert strengste Bestrafung aller Schuldigen. Auch sollen die Leiter der kommunistischen Organisation in Mohilew und Weliko-Luki, sowie der Redakteur von „Nasch Putj“ wegen des Totschweigens der Angelegenheit zur Verantwortung gezogen werden. Erklärung des Außenministers Brasiliens über Palästina Rio de Janeiro, 10. August. (JTA.) Der Außenminister von Brasilien, Octavio Mangabeiro, empfing den Vertreter der zionistischen Exekutive und des Keren Hajessod, Ettinger, und gab ihm gegenüber seinem warmen Interesse für das jüdische Werk in Palästina Ausdruck. Die brasilianische Regierung, sagte er, hege herzliche Sympathie für die nationale jüdische Bewegung; obwohl Brasilien gegenwärtig dem Völkerbund nicht angehört, wird die Regierung der Republik Brasi-