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Das jüdische Echo · 1928-08-17 · 33 (17.8.1928) · p. Seite 522

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
33 (17.8.1928)
Date
1928-08-17
Page
Seite 522 (sequence 10)
Language
German
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522 Das Jüdische Echo T Nr. 33 Das Palästinamandat vor dem Völkerbundrat Genf, 7. August. (JTA.) Am 30. August, kurz vor der Eröffnung der neunten Plenarversammlung des Völkerbundes, beginnt die 51. Session des Völkerbundrates, die sich u. a. auch mit Mandats- und Minderheitenfragen zu beschäftigen haben wird. Der Rat wird den Bericht der ständigen Mandatskommission über ihre 13. Session, die vom 12. bis 29. Juni d. J. stattgefunden hat, und in der auch das Palästinamandat behandelt wurde, zu bestätigen haben. Der Weltkongreß der Studentenschaft und die jüdischen Studenten Paris, 12. August. (JTA.) Am 10. August wurde im großen Saal der Pariser Sorbonne in Anwesenheit des Präsidenten der französischen Republik der 10. Kongreß des Weltverbandes der Studentenschaft eröffnet. Da die Delegationen nach Ländern zusammengesetzt sind, haben die jüdischen Studenten als solche keine Vertretung auf dem Kongreß. Der Generalsekretär der vereinigten jüdischen Studentenschaft Frankreichs, Mandel, wandte sich an den Präsidenten des Organisationskomitees des Kongresses, G. Antebi, mit dem Ersuchen, Vertretern der jüdischen Studentenschaft das Recht auf Beteiligung an dem Kongreß mit beratender Stimme zu gewähren, wie dies schon anläßlich des 1927 in Warschau stattgefundenen neunten Studenten-Weltkongresses der Fall war. Herr Antebi erklärte aber, daß die Statuten der Weltkonföderation einen solchen Fall nicht vorsehen und er dieses Verlangen zurückweisen müsse. Auf die Frage Mandels, ob die Frage des Numerus clausus auf dem diesjährigen Kongresse diskutiert werden wird, erwiderte Antebi, daß jede politische Frage von der Erörterung ausgeschlossen bleiben müsse. Er fügte hinzu, wenn gewisse Studentengruppen die Frage des Numerus clausus in Rumänien oder Ungarn zur Diskussion stellen sollten, so werde es sich nicht vermeiden lassen, daß seitens der rumänischen Studenten die Frage der flämischen Sprache in Belgien aufgeworfen werde. — Die jüdischen Studentenvereine in Paris wollen sich mit diesem Bescheid des Herrn Antebi nicht zufrieden geben; sie sind entschlossen, Mittel und Wege zu finden, daß die Frage des Numerus clausus von dem Weltkongreß der Studentenschaft doch erörtert werde. Graf Klebeisberg ein Werkzeug der Reaktion Berlin, 8. August. (JTA.) Der Budapester Korrespondent der „Vossischen Zeitung“, Bruno Heilig, bespricht die neueste Maßnahme des ungarischen Kultusministers Grafen Klebeisberg, der das seit Jahren unverändert gebliebene Kontingent der Hochschulplätze für das nächste Schuljahr um weitere 30 v. H. herabgesetzt hat. Die Einschränkung der Zahlen der Hochschulplätze, schreibt Heilig, wurde Klebelsberg von der Reaktion aufgezwungen. Man könnte es ihm als einen schweren politischen Charakterfehler anmerken, daß er im Dienste dieser Reaktion bleibt. Er mag schwere innere Kämpfe durchzukämpfen haben. Das wissenschaftliche Niveau der Hochschulen sinkt, wie Klebelsberg selbst festgestellt hat, in katastrophaler Weise. Die Hochschüler sind politisch organisiert. Ihr Führer ist Graf Paul Teleki, dieser reaktionärste unter allen ungarischen Reaktionären. Die neue Einschränkung der Hörerzahl hat auch politische Ziele. Bisher wirkte sich der Numerus clausus nur gegen die Juden aus, in Zukunft werden auch nicht alle Nichtjuden Aufnahme an den Hochschulen finden. Der Paragraph des Gesetzes, der auch die Untersuchung der Bewerber um Hochschulplätze auf ihre „nationale Verläßlichkeit“, also auf ihre politische Art, vorschreibt und dazu noch die Einschränkung der Hörerzahl um ein Drittel, macht jetzt für alle das Recht, zu lernen, zu einer besonderen Vergünstigung. Heilig schließt: „Schade um das ungarische Volk, das, als es sich noch einigermaßen frei entwickeln durfte, der Kulturwelt aus seinem unerschöpflichen Schatz an Talenten Männer allergrößten Formats zu liefern imstande war.“ Legalisierung der kulturellen und medizinischen Tätigkeit des Hilfsvereins in Rußland — Ein Abkommen mit der Regierung Moskau, 7. August. (JTA.) Die Regierungskommission für Landansiedlung und Industriealisierung der Juden in Rußland „Komzet“ teilt mit, daß dem Hilfsverein der deutschen Juden in Berlin amtlicherseits die Befugnis zur Ausübung einer kulturellen und medizinischen Hilfsarbeit in den jüdischen Kolonien der Sowjetunion erteilt worden ist. Mit dem Hilfsverein wird ein diesbezügliches besonderes Abkommen getroffen werden. (Wie erinnerlich, hat der Generalsekretär des Hilfsvereins, Dr. Mark Wischnitzer, in der Jahresversammlung des Hilfsvereins im März d. J. ein ausführliches Programm der medizinisch-hygienischen und kulturellen Hilfstätigkeit in den jüdischen Kolonien Rußlands entwickelt und dargelegt, daß mit diesem Werke der Hilfsverein seine seit dem Kriege unterbrochene Hilfstätigkeit zugunsten der Juden in Rußland wieder aufnehmen wird. Mit der Wiederaufnahme dieser Arbeit wird der letzte Wunsch des verstorbenen Dr. Paul Nathan erfüllt werden.) Proklamierung eines jüdischen Verwaltungsrayons in Zaporoschje Moskau, 7. August. (JTA.) Außer dem in der Ukraine bereits bestehenden autonomen jüdischen Verwaltungsrayon mit dem Hauptsitz Kalinindorf (früher Sede Menucha) wird demnächst in dem Distrikt Zaporoschje, wo sich alte und neue JCA- Kolonien befinden, ein zweiter jüdischer Verwaltungsrayon proklamiert werden, der 54 Siedlungen (37 jüdische, 15 ukrainische und zwei deutsche) umfaßt. Der Rayon wird 3651 jüdische, 935 ukrainische und 82 deutsche Bauerngehöfte einschließen. Die jüdische Bevölkerung wird 72 Prozent Wäscherei d. Münchener Hausfrau HÖCKER & BÄUERLE Landwehrstr. 57/59 T. 596858 Hygienisch modernster Betrieb am Platze. Bekannt für erste Qualität. Getrennte Behandlung. Jede Hausfrau kann sich persönlich von der schonendsten Behandlung der Wäsche überzeugen. Waschmittel: Reine Kernseifenflocken 90%ig. Haushaltwäsche — V orhangspannerei — Stärkwäsche—Feinbügelei. Größte Lohnwäscherei Münchens Diese Neuerung bietet große Verbilligung Verlangen Sie Prospekte. 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