Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 33 (17.8.1928)
- Date
- 1928-08-17
- Page
- Seite 521 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 33 Das Jüdische Echo 521 ferenz haben sich in verschiedenen Ländern Misrachi-Landesgruppen, wo solche noch nicht bestanden, konstituiert. Der Weltkonferenz des Misrachi vorausgehen werden in Danzig Konferenzen der dem Misrachi angeschlossenen Organisationen „Zeire Misrachi“ und „Hapoel Hamisrachi“. Rundfunkvortrag aus Anlaß der jüdisch-liberalen Weltkonferenz Berlin, 12. August. (JTA.) Aus Anlaß der am 18. August in Berlin zusammentretenden Delegiertentagung des „Weltverbandes für religiös-liberales Judentum“ veranstaltet die Funkstunde am Mittwoch, dem 15. August, abends 7.30 Uhr, einen Rundfunkvortrag auf dem Berliner Sender, Wellenlänge 483,9. George Götz, der Generalsekretär der deutschen Vereinigung für das liberale Judentum e. V., wird über „Liberales Judentum“ sprechen und dabei insbesondere Bestrebungen der Jetztzeit aufzeigen. Besetzung von Rabbinerstellen Oppeln, 10. August. (JTA.) Die durch den Tod des Rabbiners Dr. Braunschweiger vakant gewordene Rabbinerstelle in Oppeln ist mit Dr. Lothar Lubasch, bisher Rabbiner in Hamburg, besetzt worden. Dr. Lubasch genießt namentlich als Pädagoge einen außerordentlichen Ruf. Er gehört dem Kartell jüdischer Verbindungen an. Der interimistische Verweser des Rabbinats in Oppeln, Herr Dr. Philipp, hat einem Ruf nach Elberfeld als zweiter Rabbiner Folge geleistet. Der Redakteur des Frankfurter Hitlerorgans wegen Beleidigung des Rabbiners Dr. Salzberger zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt Frankfurt a. M., 8. August. (JTA.) Der verantwortliche Redakteur der völkischen Wochenschrift „Der Frankfurter Beobachter“, Leopold Gutterer, hatte die Tatsache, daß im Mai bei der Einweihung eines Kriegerdenkmals auf dem Sachsenhausener Friedhof neben den Geistlichen der beiden christlichen Konfessionen auch der Rabbiner Dr. Salzberger gesprochen hatte, zum Anlaß genommen, diesen auf das schwerste zu beleidigen. In dem gleichen Artikel ließ sich Gutterer gröbliche Beschimpfungen der Reichsfarben zuschulden kommen. Das Erweiterte Schöffengericht verurteilte den völkischen Redakteur wegen öffentlicher Beleidigung und Vergehens gegen § 8, Abs. 2 des Republik-Schutzgesetzes zu einer Gefängnisstrafe von zwei Monaten. In der Verhandlung wurde festgestellt, daß der Angeklagte niemals Frontsoldat gewesen sei, sondern zu Beginn des Krieges noch in der Quarta gesessen habe, während Rabbiner Dr. Salzberger als freiwilliger Feldgeistlicher an der Front das Seelsorgeramt ausübte. Strafversetzung des antisemitischen Landgerichtsrats Gellin Breslau, 9. August. (JTA.) Der Disziplinarsenat des Oberlandesgerichts Breslau verhandelte heute in öffentlicher Sitzung gegen Landgerichts- ^^pemausbildung AlineSanden I Kammersängerin I an der Münchener Staatsoper ■ Ausbildung bis zur Bühnenreife Für verbildete Stimmen besonderen Privatunterricht Anmeldung, Prospekt, Clemensstr. 92 Villa „Carmen“, München.Tel. 360218 rat Gellin, einen getauften Juden, der, wie erinnerlich, im März d. J. wegen öffentlicher Beleidigung des demokratischen Abgeordneten Herrmann und unflätiger antisemitischer Äußerungen in einem öffentlichen Lokal, sowie auch wegen beleidigender Äußerungen gegen die republikanische Regierung zu RM. 500.— Geldstrafe verurteilt worden war. Der Staatsanwalt beantragte Dienstentlassung, weil sich Gellin durch sein Verhalten als Richter unmöglich gemacht habe. Der Senat erkannte auf Strafversetzung und RM. 300.— Geldbuße. (Wieder einmal ein merkwürdig mildes Urteil, noch dazu gegen einen Mann, der den Schutz des § 51 StGB, für sich in Anspruch genommen hat. Man bedenke, ein amtierender Richter, der, wenn auch nur zeitweise, unzurechnungsfähig war! D. Red.) Die Synagoge in Mährisch-Ostrau abgebrannt Brünn, 12. August. (JTA.) Am Freitag, dem 10. August, nachmittags, entstand infolge eines Kurzschlusses in der elektrischen Leitung in der Synagoge zu Mährisch-Ostrau ein Brand, der schnell um sich griff, den ganzen Dachstuhl und einen großen Teil des Inneren des Gebäudes einäscherte. Durch das geistesgegenwärtige Eingreifen des Tempeldieners konnten die Thorarollen und die Geräte gerettet werden. Der durch den Brand entstandene Schaden ist sehr bedeutend, ist aber durch Versicherung gedeckt. Die Synagoge in Mährisch-Ostrau war eines der prunkvollsten Synagogengebäude in der Tschechoslowakei. Juden auf dem Esperanto-Weltkongreß in Antwerpen — Eine Predigt in Esperanto Antwerpen, 7. August. (JTA.) 50 jüdische Delegierte aus verschiedenen Ländern nehmen an dem gegenwärtig in Antwerpen tagenden Weltkongreß der Esperantisten teil. Zu Ehren der jüschen Delegierten wurde in der Antwerpener Hauptsynagoge ein feierlicher Gottesdienst abgehalten. Rabbiner Saphra aus Annaberg in Deutschland hielt die Predigt in Esperanto. In der Eröffnungssitzung des Kongresses begrüßte Leiserovitz aus Lodz den Kongreß im Namen der jüdischen Gruppe. Der Kongreß brachte dem Bruder und der Tochter des Esperanto-Schöpfers Dr. Zamenhof, der bekanntlich Jude war, eine Ovation dar. PACKARD 6 und 8 Zylinder in Linie wesentlich niedrigere Preise bei gleicher Qualitäts-Berühmtheit Generalve rtreter: GEBR. BEISSBARTH / KOHLSTR. 2 beim Deutschen Museum