Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 33 (17.8.1928)
- Date
- 1928-08-17
- Page
- Seite 519 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 33 Das Jüdische Echo 519 In der Sitzung vom 7, August berichteten die Vertreter der verschiedenen Ländergruppen über die lokale Arbeit. Rabbiner Dr. Ernst Jacob, als Gastvertreter des „Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands“, berichtete über die jüdische Jugendbewegung in Deutschland und hob hervor, daß sein Verband in Fragen des Zionismus und der Religion absolut neutral sei und rein erzieherische Zwecke verfolge. In der Hauptsache wird darnach gestrebt, jüdisches Bewußtsein in der jüdischen Jugend zu wecken. Präsident Aime Palliere berichtete seinerseits über die Verhandlungen des Weltverbandes mit dem Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands und erklärte, die Bedingungen des Weltverbandes für eine Zusammenarbeit mit dem deutschen Verbände wären die, daß die neue Föderation in den Fragen des Zionismus und der Religion nicht gleichgültig, sondern positiv eingestellt sei. Er hoffe, cs werde sich eine Plattform für eine Zusammenarbeit mit dem deutschen Verbände finden. Palliere teilte den vorläufigen Text der Leitsätze mit, der als Grundlage für eine solche Zusammenarbeit dienen soll. Die Leitsätze lauten: Die beiden Parteien sind vorbehaltlich späterer Änderungen seitens der beiderseitigen Leitungen zu dem folgenden Übereinkommen gelangt: Unter absoluter gegenseitiger Achtung der Richtlinien jeder Gesellschaft in Sachen der Religion und des Zionismus wird eine Föderation geschaffen, die möglichst alle großen Organisationen der jüdischen Jugend umfassen soll. Die Ziele dieser Föderation sind: 1. Die Kräfte der jüdischen Jugend sollen als moralischer Faktor in der Menschheit zur Geltung gebracht werden. 2. Die zusammengeschlossenen Gesellschaften werden ihre Erfahrungen, insbesondere im Hinblick auf die Organisationsprobleme, austauschen. 3. Durch Austausch von Rednern und durch andere geeignete Mittel soll die jüdische Jugend in den verschiedenen Ländern über die Lage der Juden in der ganzen Welt auf dem laufenden gehalten werden. Die Vertreter der verbundenen Gesellschaften werden für Ende 1928 eine möglichst zahlreich besuchte Zusammenkunft der Führer der verschiedenen Verbände der jüdischen Jugend vorbereiten. Die Einladungen zu dieser Zusammenkunft werden vom Weltverbande und dem deutschen Verbände gemeinsam versandt werden. Die Mitteilungen Pallieres über das vorläufige Abkommen mit dem deutschen Verbände machten sichtlich Eindruck auf die Delegierten. J. Schramek wünschte, daß ein gleiches Abkommen mit dem Jugendverbande „Brith hanoar“ und mit den großen amerikanischen Jugendverbänden geschlossen werde. Der Hauptvorstand des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands begrüßt die Zusammenarbeit mit der Union universelle de la Jeunesse Juive Düsseldorf, 14. August. (JTA.) Am 12. Aug. fand in Düsseldorf die zweite Hauptvorstandssitzung des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands in diesem Semester statt. Die Tagung war aus allen Teilen des Reiches gut besucht. Aus dem Situationsbericht, den der erste Vorsitzende, Rabbiner Dr. Hahn (Essen) erstattete, ist zu entnehmen, daß sich die Dresdener Jugendtagung, die in allen jüdischen Lagern einen starken Widerhall gefunden hat, im Verband im Sinne eines vertieften Verbandsbewußtseins und Die Liebe zur Musik findet ihren stärksten Ausdrude in dem Wunsche, ein Instrument zu besitzen, das unsere Gefühle und Stimmungen in edelsten Tönen wiedergibt. Im Bewußtsein der Verantwortung, die wir -durch den Verkauf preiswerter und musikalisch wertvoller Flügel / Pianos Harmoniums übernehmen, führen wir nur Instrumente, für deren bleibende Kiangschönheit und Dauerhaftigkeit wir garantieren können. Als alleinige Niederlage weltbekannter Marken des Klavier- und Harmoniumbaues sind wir in der Lage, den Qualitäts- und Zahlungswünschen unsererKunden weitestgehend zu entsprechen. Pianohaus Hirsch am Sendlingeriorplaiz MÜNCHEN / Lindwurmstraße 1 einer gesteigerten Arbeitsfreudigkeit auswirkt. Spiegelbild dieses Tatbestandes sind die letzten Ausgaben des „Jugendbund“, der weitverbreiteten Zeitschrift des Verbandes. Die Beziehungen zu den übrigen jüdischen Organisationen gestalten sich, der Bedeutung des Verbandes entsprechend, immer intensiver. Besonders freudig wurde die Nachricht begrüßt, daß es Dr. Jacob (Saarbrücken) auf dem jüdischen Weltjugendkongreß in Straßburg gelungen ist, die Voraussetzung für eine Zusammenarbeit des Verbandes mit der „Union universelle de la Jeunesse Juive“ zu schaffen. — In der sich an das Referat anschließenden Diskussion wurden in eingehender Weise die ideologischen Grundlagen der Bundesarbeit überprüft. Es herrschte Einstimmigkeit darüber, daß eine Formulierung geschaffen werden müsse, die in der Sprache unserer Zeit sagt, was der Verband positiv unter dem Schlagwort „Neutralität“ versteht. Die der Versammlung vorliegenden Thesen von Dr. Max Wiener (Berlin) sollen die Grundlage dieser umgehend in Angriff zu nehmenden Erörterung bilden. — An das Finanz- und Organisationsreferat des geschäftsführenden Vorstandsmitgliedes Fritz Schwarzschild (Wiesbaden) schloß sich eine ausgiebige Aussprache über die im Winter zu lösenden Aufgaben an. Es wurde beschlossen, in den Mittelpunkt der kommenden Arbeit: „Die soziale und seelische Not der heutigen Jugend“ zu stellen. Daneben sollen die in Dresden aufgestellten Forderungen hinsichtlich der Mitwirkung der Jugend an der in der Gemeinde zu leistenden Arbeit der Verwirklichung nähergeführt werden.