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Das jüdische Echo · 1928-08-17 · 33 (17.8.1928) · p. Seite 517

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
33 (17.8.1928)
Date
1928-08-17
Page
Seite 517 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 33 Das Jüdische Echo 517 Der Fraktionszwang ist aber auch vom Standpunkt der eigenen Partei aus unklug. Es ist eine allgemein bekannte Tatsache, daß die liberale Partei trotz ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit immer schwere Not hat, ihre Kandidatenliste aufzustellen. Sie wird noch weniger wirklich selbständig denkende Männer und Frauen bereit finden, ein Amt anzunehmen, wenn diese wissen, daß sie in der Fraktion jede Selbständigkeit verlieren; und wenn sie solche wirklich gewinnt, dann werden diese bald jede Freude zur Mitarbeit in einer Fraktion verlieren, in der sie nur Nummern, keine Persönlichkeiten sind. Die böse Welt behauptet zwar schon, daß es den paar liberalen Führern gar nicht um solche Persönlichkeiten zu tun ist, die mit Entschiedenheit eine eigene Meinung vertreten. Wir können dies nicht glauben und nicht wünschen; denn wir arbeiten gerne zusammen, auch mit den Angehörigen einer anderen Richtung, wenn wir nur wissen, daß sie gleich uns mit einer aus jüdischem Herzen stammenden, ehrlichen Überzeugung die friedliche Entwicklung unserer Gemeinde zu fördern bestrebt sind. * * * Wie wir hören, hat inzwischen der Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden dem Verein Ohel Jakob ein Darlehen gewährt, so daß mit dem Ausbau der Schule bereits begonnen werden konnte. Die Ärbeiterinternationale und die Palästinaarbeit Brüssel, 10. August. (JTA.) Am Donnerstag, dem 9. August, abends, wurde in Brüssel im Zusammenhang mit dem hier tagenden Kongreß der sozialistischen Internationale die bereits angekündigte Palästinakonfernz abgehalten. Der vom deutschen sozialistischen Führer, Eduard Bernstein, dem Führer der französischen Sozialisten, Leon Blum, dem Sekretär der britischen Arbeiterpartei, Arthur Henderson, und dem Führer der belgischen Sozialisten, Emile Vandervelde, unterschriebenen Einladung folgten etwa 40 führende Persönlichkeiten der Zweiten Internationale. Emile Vandervelde, der den Vorsitz führte, hielt einen Vortrag über „Die jüdische Arbeit in Palästina“ und das das letzte Kapitel seines demnächst erscheinenden Buches „Ein Marxist in Palästina“ vor, in welchem er seine in Palästina empfangenen Eindrücke in markanten Worten widergibt. Er ergänzte diese Vorlesung durch eine eingehende Schilderung des jüdischen Aufbaus in Palästina und wies darauf hin, daß die Arbeiterschaft in diesem Aufbau eine wichtige Rolle spiele. Es bestünden die besten Aussichten auf eine Verbreiterung der Arbeitsmöglichkeiten in diesem jetzt wieder sich emporarbeitenden Lande. Vandervelde berief sich auf die Urteile der Experten von Weltruf, die Palästina als Aufbauland anerkennen und ihm eine gute Zukunft Voraussagen. Er sprach in begeisternden Worten über die wunderbaren Leistungen der jüdischen Arbeiterschaft und wandte sich dann gegen gewisse Stellen in dem Bericht der Joint-Palestine-Survey-Commission, die diese Leistungen nicht nach Gebühr anerkenne. Angesichts gewisser kapitalistischer Tendenzen in diesem Berichte, schloß Vandervelde, ist es erst recht Pflicht der Internationale, das Arbeiterwerk in Palästina zu fördern und die Positionen der Arbeiterschaft zu stützen. Nach Vandervelde, dessen Ansprache mit größter Aufmerksamkeit angehört wurde, sprach der Führer der Poale Zion, S. Kaplansky. Er führte aus: in früheren Jahren pflegten die Vertreter der Poale Zion zu den Kongressen der Internationale zu kommen, um gegen Unrecht zu protestieren. Jetzt kommen sie, um von ihren Leistungen, ihren Bestrebungen und ihren Hoffnungen zu sprechen. Heute steht die jüdische Arbeiterschaft an der Front der Arbeit, einer schweren verantwortungsvollen Arbeit, die die Hilfe der Arbeiter-Internationale in vollem Maße verdient. Der Poale-Zionist M. Jarblum entwickelte das Programm des zu gründenden Palästina-Komitees der Internationale. Vandervelde brachte sodann eine Resolution ein, die ungefähr besagt: Die Leistungen der neuen jüdischen Gemeinschaft in Palästina werden anerkannt, insofern sie auf dem Prinzip der Arbeit, der sozialistischen Umformung und der internationalen Solidarität beruhen; diese Arbeit verdient die Unterstützung und Förderung seitens aller Sozialisten. Die Versammlung wählt ein Komitee, das sich ausschließlich aus Sozialisten zusammensetzt und das einen dauernden Kontakt mit dem Poale Zion als den Vertretern der palästinischen Arbeiterschaft unterhält. Das Komitee wird regelmäßig die Internationale über seine Arbeiten sowie über die Fortschritte der palästinischen Arbeiterschaft auf dem laufenden halten. Die Resolution fand einstimmig Annahme, die Konferenz schloß in einer feierlichen Stimmung. Der von der Konferenz gewählte Exekutivausschuß des Palästinakomitees setzt sich aus den folgenden Persönlichkeiten zusammen: Eduard Bernstein, Dr. Breitscheid, Reichskanzler Hermann Müller und Reichstagspräsident Paul . Loebe (Deutschland), Emile Vandervelde, Senator de Brouckere und Camille Huysmans (Belgien), George Lansbury, Colonel Josiah Wedgwood und Arthur Henderson (England), Jean Longuet, Leon Blum, Renaudel (Frankreich), Turati (Italien), Shipliakoff (Vereinigte Staaten), der Präsident der Internationalen Gewerkschaften, Oudegeest (Holland), Tschernow und Zeretelli (Georgien). Sitz des Komitees wird Brüssel sein. Als Sekretäre werden fungieren Pierard und Jarblum. Der Palästinakonferenz gingen aus verschiedenen Ländern Begrüßungen zu, so u. a. vom Chefredakteur der Neuyorker jüdischen sozialdemokratischen Tageszeitung „Vorwärts“, Ab. Kahan, Oberst Kenworthy, Shipliakoff, Schloßberg, Tawney u. a. Adelholzener Primusquelle Hervorrag. Heilwasser bei Nieren-, Leberu. Blasenleiden Stärkste Rubidiumquelle Europas, sehr geeignet zu Hauskuren. B e- P5Jr',Virrm\7’l* aPProbierter Apotheker kömmliches Tafelwasser. Hauptniederlage: VyllU 1 uLllIIlQyr München 2 NW 3 Theresienstraße 33 Telephon 27471 Lieferant sämtlicher städtischer Krankenhäuser, Sanatorien und Heilanstalten

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