Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 32 (10.8.1928)
- Date
- 1928-08-10
- Page
- Seite 506 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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506 Das Jüdische Echo Nr. 32 0«tNIA SCHELLINGSTRASSE 39 / TELEPHON 33741 / 29073 Erlaubnisscheine zum Betreten der Nadelwälder, die die folgende Schlußklausel enthalten: „Juden erhalten keine Kassierscheine.“ Ein großer Teil der jüdischen Sommergäste verließ deswegen die Sommerfrischen um Krems. Einzelne christliche Sommerfrischler haben als Protest gegen die antisemitische Kontrolle der Natur ebenfalls der Gegend den Rücken gekehrt. „Laßt den Judenjjungen ertrinken!“ Wien, 3. August. (JTA.) Budapester Zeitungen, stelte sich heraus, daß der Ertrunkene der antisemitischen Hetze und bekräftigen diese Warnung durch die Mitteilung des nachstehenden Falles eines — wie sie schreiben — „bestialischen Antisemitismus“: Mit den Worten „Laßt den Judenjungen ertrinken!“ lehnte eine Schwimmergruppe am Donauufer in der Nähe von Waitzen die Rettung eines in Ertrinkungsgefahr geratenen Knaben ab, weil zufällig ein vorübergehender Jude sie auf den Ertrinkenden aufmerksam gemacht hatte. Als Polizisten später den Knaben schon als Leiche aus den Fluten der Donau zogen, stellte sich heraus, daß der Ertrunkene der 14jährige Sohn einer christlichen Arbeiterin aus Waitzen sei. Die Bevölkerung von Waitzen äußert ihre Empörung über die seelische Roheit der christlichen Schwimmsportler. Der Prager alt-jüdische Friedhof bleibt erhalten Prag, 5. August. (JTA.) Die durch das tschechoslowakische Pressebüro vor kurzem verbreitete Nachricht, daß der weltberühmte Prager alt-jüdische Friedhof in Verbindung mit dem Assanierungswerk der Stadt Prag verschwinden muß, da die Denkmalskommission ihn nicht in den Denkmalsschutz mit einbezogen hatte, entspricht nicht den Tatsachen. Die Stadtregulierungskommission hat in dem der Öffentlichkeit übergebenen Dekret einen Auslassungsfehler begangen, der, wie verlautet, inzwischen gut gemacht wurde. Der Friedhof steht danach unter Denkmalsschutz und wird erhalten bleiben. Katastrophale Überschwemmungen in Bir- Bidschan Moskau, 1. August. (JTA.) In den letzten Tagen litt das gesamte Amur-Gebiet an katastrophalen -Überschwemmungen, von denen auch der jüdische Rayon Bir-Bidschan nicht verschont geblieben ist. Am 30. Juli war Michenkoje zum Teil überschwemmt. Die Kommission für jüdische Kolonisation „Komzet“ sandte telegraphisch 80 000 Rubel zur Unterstützung der infolge der Überschwemmungen notleidend gewordenen jüdischen Pioniere, deren Heufelder, in denen das Heu schon geschnitten dalag, vollkommen überschwemmt sind. Auch die Baracken der jüdischen Pioniere stehen unter Wasser. Die übrigen Felder der jüdischen Pioniere sollen zur Zeit noch nicht bedroht sein. 200 jüdische Siedlungspioniere in Bir-Bidschan durch Hochwasser von der Welt abgeschnitten Moskau, 5. August. (JTA.) Die Überschwemmungskatastrophe im Amur-Gebiet nimmt immer bedrohlichere Formen an. Der Amur hat einen Wasserstand von 860 cm über normal erreicht. Wie der Ozet-Vertreter Baskin telegraphiert, sind 200 jüdische Siedlungspioniere, die in der jüdischen Reisplantage in Jekaterina-Nikolsk untergebracht sind, ganz und gar von jedem Verkehr mit der Welt abgeschnitten, doch seien sie hinreichend mit Nahrungsmitteln versorgt. Die Flüsse Bir und Bidschan, die ebenfalls über die Ufer getreten sind, haben etwa 27 nichtjüdische Dörfer weggeschwemmt. Die Bevölkerung leidet schwere Hungersnot, den Schiffen, die Nahrungsmittel bringen sollten, fehlt es an Kohle und Brennholz. Ein genaues Bild über wirkliche Lage der jüdischen Siedler ist nicht zu erhalten, da die Telegraphenlinie nach Chabarowsk überlastet ist. Antisemitismus und kein Ende in Rußland Moskau, 30. Juli. (JTA.) Die Moskauer Zeitungen fahren fort, ihre Spalten mit Berichten über den in Sowjetrußland überhandnehmenden Antisemitismus zu füllen und die zuständigen Organe zum Einschreiten gegen die schließlich auch den Sowjetstaat vergiftende Seuche aufzufordern. Folgende von den Zeitungen mitgeteilte Tatsachen illustrieren die Lage: In einer Sitzung der kommunistischen Parteikomitees von Dnjepro-Petrowsk, teilte der jüdische Studierende des dortigen Technikums, Schkliar mit: „Ich bin an Verfolgungen gewöhnt, aber diese haben einen Grad erreicht, daß sie nicht mehr zu ertragen sind. Ich sehe mich gezwungen, aus der kommunistischen Partei auszutreten und bin dafür, daß alle Juden diese Partei verlassen. Ein Jude darf nicht Kommunist sein, sofern ihm das Leben etwas bedeutet. Schkliar teilte mehr zahlreiche Fälle furchtbarer Mißhandlung und Peinigung kommunistischer jüdischer Studenten mit. Der 14jährige jüdische Schüler Grischa Wiwe in Kasan wurde von seinen Mitschülern auf eine Wiese außerhalb der Stadt gelockt und dort stundenlang geprügelt. Er erlitt infolge der Mißhandxccxns ^ofRürfcfmet {Segr. 15Z4 ^tßftoUmg ^cl. 20519 _TSlelx&enjlfraße 14/t5_ ■gj o i I n> § f für 6ic ^ebauffeeroahrung ffe, Teppiche nfiu.