Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 32 (10.8.1928)
- Date
- 1928-08-10
- Page
- Seite 501 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 32 Das Jüdische Echo 501 nern, zeigen aber doch, daß durch die fortgesetzte Arbeit der Versuchsstation die Situation der palästinischen Landschaft wesentlich verbessert werden kann. Die Siedlungen, die man bereits auf dem letzten Kongreß als annähernd konsolidiert ansah und die sich also in Zukunft selbst erhalten sollen, haben sich im allgemeinen günstig entwickelt. Es sind die Betriebe Nahalal, Kfar Jecheskiel, Gan Schmuei, Daganiah A, Kirjath, Anawim, Merchawiah, Ben Schemen, Ginegar. So hatte z. B. Kirjath Anawim im vergangenen Jahr einen Überschuß von 414 Pfund aufzuweisen, während in den beiden vorhergehenden Jahren seine Bilanz mit einem Verlust von 540 bzw. 545 Pfund abschloß. Betrachtet man die Betriebsstatistiken näher und läßt die drei großen Kwuzoth heraus, so kommt man allerdings zu einem überraschenden Resultat. Viel bedeutsamer als der Unterschied zwischen Kwuzah und Moschaw-Owxlim scheint der Unterschied zwischen den Siedlungen zu sein, die vornehmlich auf Getreidebau basieren, und denen, bei denen auch die Pflanzungen eine wesentliche Rolle spielen. Es hat den Anschein, als ob die letzteren, unabhängig von ihrer Siedlungsform, günstiger dastehen, und wenn eine solche Schlußfolgerung vorläufig auch nur mit allem Vorbehalt ausgesprochen werden kann, so würde sie doch, wenn sie sich bestätigt, von weittragender Bedeutung werden. Zur endgültigen Konsolidierung aller Siedlungen der Zionistischen Organisation wird heute eine Summe von 312 800 Pfund veranschlagt. Zusammen mit den bereits investierten 729 400 Pfund ergibt sich eine Summe von rund 1,04 Millionen Pfund. Durch diese Kapitalien sind 7600 Seelen in 1330 Familien angesiedelt worden, und es ergibt sich daraus ein durchschnittlicher Ansiedlungsbetrag von 800 Pfund pro Familie (ohne Boden). Das Budget für das nächste Jahr sieht vor, in der von der Kolonisationsabteilung ausgearbeiteten Form, daß, außer den oben genannten, weitere sieben Siedlungen endgültig konsolidiert werden, so daß sie mit Abschluß des nächsten Jahres aus der Obhut der zionistischen Organisation entlassen werden können. Es sind das die Moschwe-Owdim: Nachlath Jehuda und Ataroth und die Kwuzoth: Daganiah B, Kinereth, En Charod, Chefzibah, Gewah. Für diese Siedelungen ist im ganzen ein Betrag von rund 25 000 Pfund in den Voranschlag eingesetzt, eine Summe, die allerdings noch nicht alle planmäßig vorgesehenen Investitionen einschließt, deren Auszahlung aber doch einen wesentlichen Schritt vorwärts bedeuten würde. In ein ähnliches Stadium würden dann ein Jahr später 17 weitere Siedlungen gelangen können, für die im ganzen noch rund 100 000 Pfund benötigt werden, von denen 54 000 Pfund in dem diesjährigen Voranschlag eingesetzt waren. Zusammen mit den Ausgaben für vier Mittelstandssiedlungen, Bewässerungen, Administrationen usw. ergibt sich eine Gesamtsumme für den Voranschlag des landwirtschaftlichen Budgets von 107 000 Pfund. Das gesamte Palästina-Budget (ohne Keren Kajemeth) war von der Exekutive zu rund 520 000 Pfund angesetzt worden. Seine wesentlichen Posten waren: 150 000 Pfund für Rückzahlung von Anleihen und Schulden, 95 000 Pfund für Landwirtschaft, 90 000 Pfund für Hadassah und 60 000 Pfund für Erziehungswesen. Dabei war zugrunde gelegt, daß die Keren-Hajessod-Eingänge aus Amerika in diesem Jahre geringer ausfallen würden. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, und diese Ansicht ist z. B. von Twersky sehr deutlich und mit sehr guten Gründen ausgesprochen worden, daß dieses Budget hinter den elementarsten Bedürfnissen des Palästinawerkes zurückbleibt. In der Budgetkommission beantragte die bürgerliche Mehrheit, daß das AC. daher beschließen solle, die Verantwortung für dieses Budget nicht zu übernehmen, sondern sie auf die Exekutive abzuwälzen. Diese Resolution berührt außerordentlich sonderbar, weil sie eine Mischung zweier grundverschiedener Tendenzen enthält. Der Versuch, das Budgetrecht des A.C. auszuschalten und der Palästina-Exekutive diktatorische Vollmacht zu verleihen, kommt all den Tendenzen entgegen, die alles Heil, anstatt von der eigenen und freien Verantwortung, von dem in Europa heute in vielen Kreisen mit Sehnsucht erwarteten „starken Mann“ erhoffen. Anderseits bedeutet die Feststellung, daß man die Verantwortung für das zu kleine Budget nicht übernehmen wolle, ein starkes Abirren von dem Weg der Konsolidierungspolitik. Die Arbeiterparteien schlugen demgegenüber ein anderes Verfahren vor. Sie wollten die Ausgabeposten für die eigentlichen Kolonisationszwecke um rund 40 000 Pfund erhöhen, worunter sich ein Posten von 20 000 Pfund für die Landwirtschaft befindet, mit dem wenigstens das Minimalbudget der landwirtschaftlichen Abteilungen erreicht werden würde. Der Grundgedanke war dabei, daß man die Rückzahlungen auf Anleihen und Schulden der Palästina- Exekutive nicht unbedingt bereits im zweiten Konsolidierungsjahr beenden müsse, sondern auf drei Jahre erstrecken könne. Sie wollten also um rund 40 000 Pfund weniger für Rückzahlungen ansetzen. Nun müssen aber die einzelnen Posten, aus denen sich die oben genannte Summe zusammensetzt, zweifellos im Laufe des Jahres, je nachdem, wie sie fällig werden, zurückgezahlt werden. Aus diesem Grunde, und weil die Hoffnung besteht, daß die Eingänge aus Amerika doch größer sein werden, schlug die Linke vor, den Ausgabenetat um 40 00 Pfund über die geschätzten Einnahmen auszudehnen. Das würde, wenn wir von den amerikanischen zusätzlichen Eingängen absehen, darauf hinauslaufen, daß man zwar für 150 000 Pfund Rückzahlungen macht, aber am Ende des Jahres neue Verpflichtungen in Höhe von 40 000 Pfund eingeht, im ganzen also die Rückzahlungen um diesen Betrag kürzt, der erst im übernächsten Jahr ausgeglichen werden kann. Während nun die Linke in der Kommission in der Minorität geblieben war, fand ihr Plan im Plenum eine Mehrheit, und die Erhöhung des Budgets um Adelholzener Primusquelle h.™,™«. Heilwasser bei Nieren-, Leberu. Blasenleiden Stärkste Rubidiumquelle Europas, sehr geeignet zu Hauskuren. B erVl-|-p| P2*plltn2a\r»- aPProbierter Apotheker kömmliches Tafelwasser. Hauptniederlage: V-/LIU * dLmilCl1 München 2 NW 3 Theresienstraße 33 Telephon 27471 Lieferant sämtlicher städtischer Krankenhäuser, Sanatorien und Heilanstalten