Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 31 (3.8.1928)
- Date
- 1928-08-03
- Page
- Seite 477 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 31 Das Jüdische Echo 493 Die Sowjjetregierung bewilligt viereinhalb Millionen Rubel für jüdische Kolonisation im Jahre 1929 Moskau, 29. Juli. (JTA.) Die Sowjetregierung hat — wie heute in einer Sitzung von Komzet mitgeteilt worden ist — viereinhalb Millionen Rubel aus staatlichen Fonds zu Zwecken der jüdischen Kolonisation im Jahre 1929 bewilligt. Komzet beschloß in der gleichen Sitzung, im Jahre 1929 statt 10 000 nur 8000 jüdische Familien auf dem Lande anzusiedeln. Bei einer Ansiedlung von — wie im ursprünglichen Plane vorgesehen — 10 000 Familien hätte die Sowjetregierung 15 Millionen Rubel ausgeben müssen, da die ausländischen jüdischen Organisationen „Agro-Joint“, „JCA“ und „ORT“ zu dieser Summe nur vier Millionen beigesteuert hätten. Bei der Ansiedlung von nur 8000 Familien verteilen sich die Ausgaben so, daß die Regierung nur viereinhalb Millionen Rubel ausgibl. Im Jahre 1929 werden allein in Weißrußland 1000 jüdische Familien auf dem Lande angesiedelt werden. Komzet hat zur Urbarmachung von 1000 Hektar Boden Boden zur Verteilung an diese Familien den Betrag von 157 000 Rubel bewilligt. In der gleichen Sitzung beschloß Komzet, im Jahre 1929 in Biro-Bidschan 3000 jüdische Fami- 2300, in der Ukraine 2500, in Kaukasien 900, inslicn, unter ihnen 500 Handwerker, in der Krim gesamt also - wie oben mitgeteilt — 8000 jüdische Familien auf dem Lande anzusiedeln. Im Frtihherbst dieses Jahres begeben sich etwa 1000 jüdische Neusiedler nach Biro-Bidschan, wo sie sich im Verlauf des Winters ausschließlich mit Forstarbeit beschäftigen werden. Louis Marshall beruft im Frühherbst dieses Jahres «ine Konferenz von Nichtzionisten für Arbeit in Palästina ein Neuyork, 19. Juli. (JTA.) Herr Louis Marshall, der Präsident des American Jewish Committee, der an der Londoner Konferenz der Joint Palestine Survey Commission teilnahm, erklärte nach seiner soeben erfolgten Rückkehr nach Neuyork dem Vertreter der Jüdischen Telegraphen- Agentur, daß der Bericht der Jewish-Agency-Kommission, der auf Grund der Darlegungen unparteiischer Experten abgefaßt worden war, eine wirtschaftlich gut fundierte Plattform für den Aufbau Palästinas geschaffen hat. Es werden, fügte er hinzu, ungesäumt Schritte unternommen werden, um die Nichtzionisten zur Mitarbeit an dem Palästinawerk heranzuziehen. Ich hoffe, sagte Louis Marshall weiter, schon für den Frühherbst eine Konferenz von Nichtzionisten einzuberufen, um ihnen die Ergebnisse der Expertenberichte und die Schlußfolgerungen der Joint Palestine Survey Commission vorzulegen. Unter den Mitgliedern dieser Kommission herrschte bei der Abfassung und Annahme des Berichtes völlige Einigkeit. Sollte diesen Vorschlägen gemäß verfahren werden. so hoffen wir, das Problem des jüdischen Aufbaus in Palästina lösen zu können. Der in dem Bericht entworfene Plan schafft eine Basis zur Unterbringung einer in den Verhältnissen bedingten Zahl weiterer jüdischer Siedler in Palästina. Hinsichtlich des bevorstehenden Feldzuges für Palästinafonds stellte Herr Marshall fest, daß die Aufbringung der Gelder zur Deckung des gegenwärtigen zionistischen Budgets in diesem Jahre noch Sache der Zionisten bleiben müsse. Im Verlauf des Gespräches äußerte sich Marshall auch über den Plan der Schaffung eines Lehrstuhls für Jiddisch an der Hebräischen Universität zu Jerusalem und sagte, er habe die Angelegenheit während seines Aufenthaltes in London mit dem Kanzler der Universität, Dr. J. L. Magnes, erörtert. Für einen Lehrstuhl für Jiddisch ist an der Hebräischen Universität durchaus Platz. Ich selbst, schloß Marshall, halte einen Lehrstuhl für Jiddisch für wünschenswert und bin überzeugt, daß die Anregung zur Errichtung eines solchen Lehrstuhl in jüdischen Gelehrtenkreisen Beifall finden wird. Die Sozialistische Internationale und das jüdische Palästina Paris, 29. Juli. (JTA.) Bekanntlich hatte sich während der Anwesenheit Emile Vanderveldes in Berlin auf Initiative des Verbandsbüros der zionistisch-sozialistischen Partei Poale Zion ein Komitee aus führenden sozialistischen Persönlichkeiten gebildet, welches die Aufgabe übernommen hat, im Rahmen der im August in Brüssel stattfindenden Internationalen Sozialistischen Konferenz eine große Beratung über das Arbeiterwerk in Palästina abzuhalten. Dem vorbereitenden Komitee gehören der Führer der französischen Sozialisten Leon Blum, der Nestor der deutschen Arbeiterbewegung Eduard Bernstein, der frühere englische Arbeiterminister Arthur Henderson und der belgische Arbeiterführer und frühere Minister Emile Vandervelde an. Einladungen zur Teilnahme an der sozialistischen Palästinakonferenz ergingen an etwa 100 führende Persönlichkeiten der sozialistischen Bewegung in verschiedenen Ländern, u. a. auch an Georges Lansbury, Commander Kenworthy, Colonel Wedgwood, Reichstagspräsident Lobe, den polnischen sozialistischen Führer Daszinsky, den französischen sozialistischen Deputierten Renaudel. Vorgesehen ist die Bildung eines ständigen Ausschusses aus 10 Personen, der die Beschlüsse der Konferenz auszuführen haben wird. Diese Beschlüsse werden sich nach dem Wunsche der Initiatoren in der Richtung der Unterstützung des jüdischen Arbeiterwerks im jüdischen Nationalheim in Palästina und dessen Förderung auf internationalem Boden zu bewegen haben. Bekanntlich hat Emile Vandervelde in einer in Berlin abgehaltenen sozialistischen Beratung erklärt, daß der Aufbau des jüdischen Nationalheims in seinen geplanten Formen ein Positivum für den sozialistischen Gedanken bedeute. Tschechoslowakische Lehrer als Gäste des hebräischen Lehrerverbandes in Palästina Jerusalem, 21. Juli. (JTA.) Der Verband hebräischer Lehrer in Palästina gab zu Ehren der in Palästina zu Besuch weilenden 31 Lehrer aus der Tschechoslowakei ein Bankett. Es sprachen Vertreter jüdischer Institutionen, die die Gäste in Palästina willkommen hießen. Der tschechoslowakische Konsul betonte in seiner Antwortrede, daß die Tscnechoslowakei die jüdische Arbeit in Palästina mit warmer Sympathie verfolge. Namens der tschechoslowakischen Lehrer gab Prof. Peterbok der Bewunderung für das jüdische Kolonisationswerk Ausdruck. Deutsche Neuwäscherei 0.m.h.H. FELIX BBANDNEB * MÜNCHEN Thierschstraße 21 Telefon Nr. 23708 Spezial-Dampfwaschanstalt für Herren-Plattwäsche nur Kragen, Manschetten, Vorhemden und Oberhemden. Lieferzeit ca. 8Tage