Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 31 (3.8.1928)
- Date
- 1928-08-03
- Page
- Seite 476 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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492 Das Jüdische Echo Nr. 31 UeberkingerSprudel Suddeutschlands führendes Tafelwasser Generaldepot Eduard KUhles, Manchen RASPSTRASSE 6 TELEPHON 92200 zen geschmückt und hatten sich zum Teil mit Handwerkszeug gut versehen. Bekanntlich wurde vor einiger Zeit der Friedhof in Köln-Deckstein zum Teil verwüstet, ohne daß es bis jetzt gelang, der Täter habhaft zu werden. Vor wenigen Tagen erst wurde an der vor kurzem erbauten kleinen Tempelhalle auf dem alten jüdischen Friedhof am Bonner Tor in Köln das „Mögen Dovid“ abgeschlagen. Auch von diesen Tätern fehlt jede Spur. Aufruf zur Gefallenenstatistik Berlin, 29. Juli. (JTA.) Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten veröffentlicht den folgenden Aufruf: An unsere Kameraden und Freunde, besonders auch an die anderen jüdischen Organisationen, wenden wir uns mit der Bitte, uns in der Sammlung der noch fehlenden Unterlagen für unsere im Weltkriege gefallenen jüdischen Kameraden gütigst zu unterstützen. Besonders für das Gebiet der Stadt und Provinz Posen, desgleichen auch für Hamburg, ist die Beschaffung der Unterlagen erforderlich, weil für diese Gebiete das Material nur ganz unvollständig, bzw. gar nicht vorhanden ist. Wir benötigen folgende Angaben: Vor- und Zuname, Geburtsdatum, Geburtsort, Beruf, letzter Wohnsitz, Datum des Einziehungstages, gefallen am, gefallen wo, oder vermißt seit, oder an Kriegsfolgen verstorben am, Regiment. Herzl-Gedenkfeier in Berlin — Redner: Leo Motzkin, Kurt Blumenfeld, Nahum Sokolow, Chaim Weizmann, Alfred Klee Berlin, 24. Juli. (JTA.) Am Montag, dem 23. Juli, abends, fand-im Bach-Saal zu Berlin eine von der Berliner Zionistischen Vereinigung und dem Keren Kajemeth veranstaltete und vom Aktionskomitee gemäß einer Erklärung Leo Motzkins zu ihrer Veranstaltung gemachte Theodor-Herzl-Gedenkfeier aus Anlaß der 24. Wiederkehr des Todestages des Begründers der modernen zionistischen Bewegung statt. Im überfüllten Saale herrschte weihevolle Stimmung. Auf dem mit dem Herzlbild und viel Grün geschmückten Podium hatten Mitglieder des AC Platz genommen. Vertreter der jüdischen Gemeinde und der Rabbinerschaft mit Dr. Leo Baeck an der Spitze waren erschienen. Nach einem von Oberkantor Gollanin vorgetragenen „El Mole“ eröffnete der Präsident des des AC, Dr. Leo Motzkin, die Kundgebung mit einer Ansprache, in der er sagte: Am Todestage Herzls haben seine Freunde gelobt, sein Werk in seinem Geiste fortzuführen. Seitdem hat die Bewegung schwere und glückliche Tage erlebt, Niederlagen und Erfolge wechselten ab, aber immer hat die Erinnerung an Herzl den Mut und die Zuversicht, trotz allem durchzuhalten, gestärkt. Der Präsident der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Herr Kurt Blumenfeld, führte aus: Es war einmal eine Zeit, wo Herzl in Deutschland keine Stadt gefunden hat, um den Kongreß abzuhalten. Noch verstand man nicht den Mann, der dem jüdischen Menschen das Persönlichkeitsgefühl wiedergab, der als erster aufstand und sagte: Wir Volk, wir nehmen unser Geschick in die eigene Hand. Herzl trat nicht allein als Erneuerer des Judentums, sondern als Reformer des Lebens auf. Unter seiner Führung trat die jüdische Jugend in das Risiko ein, das Leben heißt. Nahum Sokolow gab eine Apotheose Theodor Herzls, des großen Führers, der Ewigkeitswerte gab und dessen Andenken ewig dauern wird. Aber das Gedenken an Herzl verpflichtet zu Leistungen. Herzl lebt in seinem Werke fort. In diesem Sinne gilt das Wort: „Herzl melech jisrael chaj wekajom!“ Der Präsident der Zionistischen Welt-Organisation, Dr. Chaim Weizmann, sagte: Wir stehen mitten in der Arbeit, um Herzls Werk zu verwirklichen. Er hat uns ein schweres, aber hehres Erbe hinterlassen. Der Weg ist lang, die Arbeit schwer, die Hindernisse häufen sich, aber die lebendige Kraft, die Herzl entfesselt hat, wirkt fort. Wir sind einen Schritt vorwärts gekommen auf dem Wege zur Verwirklichung des Baseler Kongresses. Dr. Alfred Klee erinnerte an den ersten Besuch Herzls in Berlin, wo er ein kleines Häuflein Begeisterter vorfand. Heute ist seine Idee lebendig in der Gemeinde, in der Rabbinerschaft. Viel wurde erreicht, aber doch noch nicht alles: Das ganze Volk muß es sein! Die Zuhörer empfingen die zionistischen Persönlichkeiten mit Begeisterung und zollten ihren Ausführungen reichen Beifall. Jüdische Teilnehmer auf der Olympiade zu Amsterdam Amsterdam, 24. Juli. (JTA.) Bei diesjährigen Hauptkämpfen in Amsterdam, die vom 28. Juli bis 12. August dauern werden, haben sich nur wenige jüdische Teilnehmer zum Kampf stellen können. In der deutschen Mannschaft befindet sich überhaupt kein Jude; bei den österreichischen Schwimmern finden wir von der Hakoah (Wien) die österreichische Freistil-Meisterin über 100 und 400 Meter, Fritzi Löwy, und die Meisterin im Brustschwimmen über 100 Meter, Hedi Bienenfeld. Gute Plätze, wenn nicht gar Siegerplätze, scheinen diesen Olympioniken — wie allgemein angenommen wird —, die nötige Nervenkraft vorausgesetzt, sicher. Vor allem aber ist der Finne Elias Katz zu nennen, der im 3000-Meter-Hindernislaufen startet, hier allerdings auf die Gegnerschaft seines Landsmannes Nurmi trifft. Katz kehrt übrigens nach der Olympiade wieder für immer nach Deutschland zurück. Kein Boden mehr für jüdische Kolonien in der Ukraine Moskau, 17. Juli. (JTA.) Seitens des ukrainischen Komzet (Regierungskommission für jüdische Landansiedlung) wurde dem JTA-Vertreter auf seine Anfrage mitgeteilt, daß die Mitteilung der Charkower ukrainischen Zeitung „Vesti“, wonach in der Ukraine kein freier Boden zur Einrichtung weiterer jüdischer Kolonien mehr zur Verfügung gestelt werden kann, und daß von jetzt ab neue jüdische Kolonisten nur einzeln in ukrainischen Dörfern werden angesiedelt werden können, mit den Tatsachen übereinstimmt. Eine geschlossene jüdische Kolonisation, wurde hinzugefügt, wird von jetzt ab nur noch im Rayon Biro-Bidschan in Fern-Sibirien möglich sein.