Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 31 (3.8.1928)
- Date
- 1928-08-03
- Page
- Seite 475 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 31 Das Jüdische Echo 491 Das Aktions-Komitee der Zionistischen Weltorganisation, das gegenwärtig in Berlin versammelt ist, gedenkt der vor 6 Jahren stattgefundenen Ratifizierung des Palästina-Mandates, das ihre historische Deklaration zum Ausdruck bringt, und zollt Ihnen den Tribut dankbarer Ehrerbietung und von Herzen kommender Beglückwünschung zu Ihrem 80. Geburtstag. Das Aktions- Komitee drückt die Hoffnung aus, daß es Ihnen noch viele Jahre vergönnt sein möge, Zeuge des Fortschrittes und des stetigen Wachstums des jüdischen Nationalheims zu sein. Berlin, 25, Juli. (JTA.) Der Präsident der Zionistischen Weltexekutive, Nahum Sokolow, widmet in der „Jüdischen Rundschau“ Lord Balfour zu seinem 80. Geburtstag einen Huldigungsartikel, in welchem er u. a. sagt: „... Viel, viel tiefer noch als in die Tafeln der Geschichte seines vaterländischen Weltreichs hat Balfour für ewige Zeiten seinen Namen in die Tafeln unserer Geschichte, der Geschichte des Zionismus, der Geschichte des jüdischen Volkes eingeprägt. Er hat uns als erster nach dem zweitausendjährigen Unrecht die Versöhnungshand hingestreckt, als erster uns, nicht in einer Anwandlung von Toleranz, sondern mit einem tiefen Verständnis für die geistigen, souveränen Rechte der jüdischen Nation, wie ein liebender Gönner und Beschützer, zu gemeinsamer Arbeit im Dienste der Menschheit aufgefordert.Wir huldigen Balfour nicht wie Ghetto-Juden einem ihrer Wohltäter oder wie Emanzipationsjuden einem menschenfreundlichen Andergläubigen zujubeln Wir huldigen ihm — als Zionisten einem Zionisten.“ Aus der jüdischen Welt Reichsverband, Preußischer Landesverband und Berliner Gemeinde auf der Welttagung des liberalen Judentums vertreten Berlin, 26. Juli. (JTA.) Die „World Union for Progressive Judaism“ (Weltverband für religiös-liberales Judentum) hat durch ihre deutsche Landesorganisation, die „Vereinigung für das liberale Judentum e. V.“, einer großen Anzahl deutscher jüdischer Organisationen Einladungen zur Teilnahme übermitteln lassen. Die meisten Organisationen haben ihre offiziellen Vertreter bereits namhaft gemacht. Die Gemeindeorganisationen werden wie folgt vertreten sein: Reichsverband (Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Landesverbände Deutschlands) und Preußischer Landesverband jüdischer Gemeinden durch Herrn Kammergerichtsrat Leo Wolff; Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin durch die Herren Kommerzienrat Gerson Simon, Kammergerichtsrat Leo Wolff und Direktor Kleemann. Als Vertreter der Berliner Repräsentantenversammlung werden Herr Geh. San.-Rat Dr. Julius Stern und Frau Dr. Ernestine Eschelbacher erscheinen. Vornehme Zuglampen Tisch- und Ständerlampen Alabasterschalen J.WINHART&Co. Marsstrasse 7 (am Hauptb.) ^^pernausbildung AlineSanden I Kammersängerin I an der Münchener Staatsoper | Ausbildung bis zur Bühnenreife Für verbildete Stimmen besonderen Privatunterricht Anmeldung, Prospekt, Clemensstr. 92 Villa „Carmen“, München, Tel. 360 218 Der Hilfsverein der deutschen Juden auf internationalen Wohlfahrtskongressen Berlin, 27. Juli. (JTA.) Der Hilfsverein der deutschen Juden war auf zwei Kongressen vertreten, die während der Internationalen sozialen Doppelwoche vom 1. bis 13. Juli in Paris tagten: der Internationalen Konferenz für Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik und dem Internationalen Kongreß für öffentliche und private Fürsorge. Vertreter des Hilfsvereins auf diesen Kongressen war sein Generalsekretär, Herr Dr. M.Wischnitzer. Der Zusammenkunft, die in Paris am 11. Juli zwischen den jüdischen Teilnehmern an den Sozialen Kongressen der Internationalen Doppelwoche in den Räumlichkeiten der Jewish Colonisation Association (JCA) stattfand, wohnte Herr Dr. Wischnitzer gleichfalls bei. Außerdem hatte er weitere Besprechungen über Emigrationsangelegenheiten mit Vertretern der HJCEM (HIAS-JCA- EMIGDIRECT) und dem Pariser Komitee für Auswandererschutz. Herr Dr. Wischnitzer nahm in Paris auch Veranlassung, eine Anzahl führender jüdischer Persönlichkeiten über die Bestimmung des Dr.-Paul-Nathan-Fonds zu informieren, der beim Hilfsverein der deutschen Juden gebildet worden ist. Deutschlands Turner ehren die jüdischen Gefallenen Köln, 27. Juli. (JTA.) Aus Anlaß des deutschen Turnfestes wurden in Köln von der Deutschen Turnerschaft am Denkmal der jüdischen Gefallenen, Synagoge Roonstraße, durch den 1. Vorsitzenden des Hauptausschusses, Stadtverordneten B. Gödde, in Gegenwart des Gemeinderabbiners Dr. Rosenthal, der Kameraden des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, einiger Vertreter der Kölner Synagogengemeinde und des Jüdischen Turnvereins Kränze niedergelegt. Nach einem kurzen Gebet des Rabbiners Dr. Rosenthal richtete im Auftrag der Jüdischen Gemeinde Köln Justizrat Dr. Bodenheimer einige Worte an die Anwesenden und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die deutsche Turnerschaft durch ihre Unparteilichkeit dazu beitragen möge, daß Klassen- und Rassenhaß verschwinde und Einigkeit alle deutschen Volksgenossen verbinde. Vereitelte Friedhofsschändung in Köln Köln, 27. Juli. (JTA.) In der vorigen Woche hat ein Beamter der Wach- und Schließgesellschaft eine Rotte junger Burschen gestellt, die die Mauer des jüdischen Friedhofes in Köln-Ehrenfeld übersteigen wollten. Es kam zu einem Handgemenge, wobei der Wächter von seiner Schlagwaffe Gebrauch machen mußte. Erst als er mit der Schußwaffe drohte, ließen die Burschen von ihm ab und ergriffen unerkannt die Flucht. Nach den Aussagen des Beamten waren die Burschen mit Hakenkreu- 00310131010189