Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 31 (3.8.1928)
- Date
- 1928-08-03
- Page
- Seite 470 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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486 Das Jüdische Echo Nr. 31 berpollinger Das Münchener Kaufhaus Neuhauser Straße 44 am Karlstor Bekleidung / Mode / Sport Wohnungsausstattung schützt. Er wendet sich dann gegen die Berufung eines Leiters des Waad Hachinuh aus Amerika. Wenn man mit der starken Hand stolziert, müsse man auch etwas schaffen. Man erklärte, daß bei Wahl dieser Exekutive die Mittel reichlicher zur Verfügung stehen würden, was sich keineswegs bewahrheitet hat. Neben aller Wirtschaftlichkeit müsse man auch etwas für die Seele haben und ein Programm, das hinreißt. Me reminski wendet sich in schärfsten Worten gegen die Exekutive. Sie hat nichts getan, um das Verbleiben der jüdischen Arbeiter in den Privatkolonien zu fördern. Es sei auch nichts geschehen, um eine Linderung der grausamen Einwanderungsbestimmungen herbeizuführen, die den Siedlern nicht gestatten, ihre nächsten Anverwandten nach Palästina zu bringen. Auch der Kongreßbeschluß über die Zuweisung von Geldmitteln für Hacnscharahzwecke wurde nicht eingehalten. Dr. R u p p i n gibt Großmann die gewünschte Aufklärung über die Vereinigung Brith Schalom, die keine Stellung zur Frage der Verfassung Palästinas genommen habe. Dies sei Sache der Zionistischen Organisation und des Waad Leumi. Hiermit ist die Palästinadebatte geschlossen. Für die Exekutive antwortete Harry Sacher: Die zweitägige Diskussion habe gezeigt, wie das Versprechen der fair Chance gehalten wurde. Das ganze Wörterbuch wurde geplündert, um genügend Worte für die Anklagen zu finden. Um sagen zu können, daß jeder Erfolg gegen uns erreicht wurde, erhoben die Redner der Linken den Vorwurf, daß ich die Arbeitslosigkeit verlängern wollte. Kaum hatte ich den Boden Palästinas betreten, als sofort die Demonstrationen gegen mich einsetzten. Bei Behebung der Arbeitslosigkeit haben die Arbeiter viel mitgeholfen, aber diese benehmen sich in meinem Bürozimmer ganz anders als draußen, wo sie keinen Tag Vorbeigehen lassen, ohne mich anzugreifen. Sie vergiften so ihre eigenen Leute und machen es unmöglich, gute Beziehungen mit den Jischuw zu haben. Man hatte erklärt, drei Monate Arbeit der neuen Exekutive würden zum Zusammenbruch führen und weil man die eigene Niederlage nicht zugeben will, mußte man die Legende schaffen, die Arbeitslosigkeit wäre gegen unseren Willen behoben worden. Aber Tatsache ist, daß eine Besserung erfolgt ist und auch weiter erfolgen wird. Wir rühmen uns keineswegs unserer Erfolge und wir kleben nicht an unseren Sesseln. Schaffen Sie im AK. eine Majorität und wir ziehen uns zurück. Man wirft uns vor, wir hätten die Einwanderung, den Handel und die Industrie nicht gefördert. Ja, wurden uns denn hierfür die Mittel gegeben? Auch wenn das Kongreßbudget ganz aufgebraucht worden wäre, auch dann hätten die Mittel hierfür nicht gereicht. Wenn wir in der Frage der Jewish Agency weiter verhandeln sollen, dann dürfen Sie das Vertrauen in uns nicht dauernd untergraben. Wir behaupten keineswegs, daß das vorgeschlagene Budget befriedigend sei, sind aber der Ansicht, daß bei einem solchen Budget die vorgeschlagene Verteilung die beste ist. Haben Sie Courage und stürzen Sie die Exekutive, aber tun Sie nicht dasselbe wie bisher, nämlich die Exekutive auf ihrem Platz lassen und sie dann beschimpfen. Redner geht sodann auf die einzelnen vorgebrachten Beschwerden ein. Die Regierung hat jetzt ein Komitee zur Prüfung der Zollfragen eingesetzt. Auch gegen die Regierung soll man gerecht sein und zugeben, daß im letzten Jahre auf dem Gebiete des Handels und des Zollwesens eine bedeutende Besserung zu verzeichnen ist. Das Budget für Erziehungswesen wurde vom Kongreß so festgesetzt, und ich mußte mich darnach richten. Hilfe wurde uns fast von keiner Seite gewährt. Das AK. würde irren, wenn es glaubte, daß die hier gehaltenen Reden der Meinung des ganzen Jischuw entsprechen. Viele sind dort anderer Ansicht, aber diese sind nicht organisiert und kommen nicht ins AK. und zum Kongreß. Wieviel Böden uns im Beisan zur Verfügung stehen werden, ist noch nicht bestimmt. Die Regierung führt eine Landvermessung durch, die erst nach Jahren fertig sein wird, und erst dann werden wir in der Bodenfrage klarer sehen. Die Schwierigkeiten, die der Exekutive bereitet werden, kommen daher, weil sie einen Platz einnimmt, auf den andere Anspruch erheben. Wir haben nichts Heroisches geschaffen, aber unsere Pflicht voll erfüllt. Wir haben alles getan, um den Jischuw vor dem Albdruck der Arbeitslosigkeit zu befreien. Mag es mit uns oder gegen uns geschehen sein, jedenfalls ist es geschehen. Wenn Sie Mut haben, dann übernehmen Sie unseren Platz. Am Donnerstag fielen mit Rücksicht auf Tischa b’Ab die Sitzungen aus. Auf der Sitzung von Freitag vormittag wurden organisatorische Fragen behandelt. Über das vorgeschlagene Kontrollamt referierte Rosenblüth. Es sei Meinung der Exekutive, daß es sich hierbei um ehrenamtliche Tätigkeit handeln solle. Laut dem Kongreßbeschluß geht es nicht nur um eine Sachkontrolle wie bei einem Rechnungshof, sondern auch um PACKARD verkörpert vornehmen Reichtum Generalvertreter: GEBR. BEISSBARTH / KOHLSTR. 2 beim Deutschen Museum