Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 31 (3.8.1928)
- Date
- 1928-08-03
- Page
- Seite 468 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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484 Das Jüdische Echo Nr. 31 sehen Gemeinschaften der verschiedenen Länder energisch fortzusetzen und sobald wie möglich zum Abschluß zu bringen. Minderheitsanträge Seitens der einzelnen Parteien wurden Minderheitsanträge eingebracht, die mit großer Stimmenmehrheit abgelehnt wurden. Es lagen vor: a) eine Resolution der Radikalen Zionisten, b) eine Resolution der Zionisten-Revisionisten, c) ein Zusatzantrag der Poale Zion, d) ein Amendement (Verbesserungsvorschlag) der Hitachdut. Als weitestgehender Antrag kommt zuerst der Antrag der Radikalen zur Behandlung, der von Dr. Soloweitschick begründet wird und der lautet: „Das AC konstatiert, daß das in den Schlußfolgerungen der Survey Commission enthaltene konstruktive Programm, dessen Aufstellung für die erweiterte Jewish Agency nach dem Wortlaut des Marshall-Weizmann-Schreibens vom 1. Juni 1927 allein die Aufgabe dieser Kommission war, nicht im Einklang mit den Beschlüssen des XIV. und XV. Kongresses steht und weder seinem Wortlaut noch seinem Geiste nach als Grundlage für eine auf die zionistischen Ziele hinstrebende Arbeit in Palästina dienen kann. Angesichts dieser Sachlage erklärt das AC die bisherigen Verhandlungen über die Erweiterung der Jewish Agency für gescheitert. Das AC erblickt in der Tatsache, daß die Exekutive in dem von ihr der Expertenkommision vorgelegten Memorandum es nicht für nötig gefunden hat, die auf die Erweiterung der Jewish Agency bezüglichen Beschlüsse der Kongresse klar zum Ausdruck zu bringen, eine Verletzung ihrer Pflicht und eine Mißachtung der gesetzgebenden Körperschaft der Organisation und entzieht der Exekutive das Vertrauen.“ Sodann begründet L i c h t h e i m die Anträge der Revisionisten, die lauten: „Nach Kenntnisnahme des Protestes, des Herrn Marshall gegen das vom Kongreß verlangte dreijährige Provisorium, sowie nach Kenntnisnahme der Sachverständigen-Gutachten über die notwendigen Folgen der Erweiterung der Jewish Agency hinsichtlich des Mandates, insbesondere hinsichtlich des erforderlichen Verzichtes der Zionistischen Organisation auf ihre in Artikel 4 des Mandats verankerte Funktion als Jewish Agency erklärt das AC folgendes: a) Die von der Leitung unternommenen Schritte zur Erweiterung der Jewish Agency widersprechen den vom XIV. Zionistenkongreß festgesetzten Richtlinien. b) Das Abkommen des Herrn Marshall vom 17. Januar 1927 wurde unter irrigen Voraussetzungen abgeschlossen und ist daher hinfällig. c) Das AC ist daher der Ansicht, daß die künftige Exekutive die bisherigen Schritte zur Erweiterung der Jewish Agency rückgängig machen und neue Vorschläge auf völlig neuer Grundlage ausarbeiten muß, um eine Kooperation mit nichtzionistischen Kreisen im Sinne des Mandats herbeizuführen, wobei die Zionistische Organisation die Funktion der Jewish Agency behalten soll.“ Der Zusatzantrag der Poale Zion lautet: „Das AC stellt mit Bedauern fest, daß das von der Joint Palestine Survey Commission vorgelegte Arbeitsprogramm in wesentlichen Punkten mit den vom XIV. und XV. Zionistenkongreß für die Erweiterung der Jewish Agency festgelegten Richtlinien nicht im Einklang steht und darüber hinaus Grundsätze aufstellt, die der von den zionistischen Kongressen als richtig erkannten Kolonisationspolitik widersprechen. Insbesondere verweist das AC auf die im Bericht zum Ausdruck gekommene Tendenz, die Bodenpolitik der Jewish Agency vornehmlich auf die Schaffung privaten Bodeneigentums mit der Hilfe nationaler Mittel zu richten und den Jüdischen Nationalfonds zu einer sekundären Rolle herabzudrücken; auf die Ablehnung des Prinzips der Eigenarbeit in der landwirtschaftlichen Kolonisation und der genossenschaftlichen Siedlungsform (Kwuzoth); schließlich auf das Fehlen realer Sicherungen für jüdische Arbeit und stetig wachsende Alijah.“ Zu Punkt B (1) Absatz 2 erster Satz lag folgendes, von der Hitachduth eingebrachtes Amendement vor: „Die Jewish Agency hat auch die Aufgabe, den privaten Bodenbesitz und die Ansiedlung von Siedlern mit eigenen Mitteln zu regeln und zu kontrollieren.“ Die Sitzung des Aktions-Komitees Der Montag und Dienstag vormittag waren ausschließlich den Kommissionsberatungen gewidmet. Auf der 7. und 8. Sitzung von Dienstag und Mittwoch nachmittag wurde die Palästinadebatte durchgeführt. Als erster sprach Rabbi Berlin, der eine klare Erklärung verlangt, daß wir nicht genügend Mittel haben, um alle von uns übernommenen Aufgaben zu erfüllen. Wir sollen uns daher auf einige Aufgaben beschränken, für die anderen würden evtl. Sonderfonds geschaffen werden müssen. Suprasky erklärt, daß die vom Kongreß gewünschte Konsolidierung zu einer Liquidation geworden sei. T w e r s k y führt die Mithilfe der Arbeiterschaft bei Behebung der Arbeitslosigkeit als Beweis hierfür an, daß die Arbeiterschaft der Exekutive fair play gegeben habe. Das vorgelegte Budget beweise, daß wir einige Jahre noch auf jede neue Kolonisation verzichten. Mit Rücksicht auf die derzeitigen Schwierigkeiten sollte die Exekutive in ihrem Budget die Bezahlung der alten Schulden für später verschieben. H a r z f e 1 d schildert in den düstersten Farben die Lage des Jischuw im abgelaufenen Jahre. Niemand sei sich wohl der Wanderer MOTORWAGEN sind in Qualität und Leistung unerreicht. Verkauf durch: joh. Winklboler & Söhne * München 50 Forstenrieder Straße 53 / Telephon 73844