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Das jüdische Echo · 1928-07-27 · 30 (27.7.1928) · p. Seite 472

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
30 (27.7.1928)
Date
1928-07-27
Page
Seite 472 (sequence 8)
Language
German
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472 Das Jüdische Echo Nr. 30 haben nicht den geringsten Wert, da sie nicht berücksichtigt werden müssen. Wir treiben unsere Jugend in das Lager unserer ärgsten Feinde, da wir ihr ihre Ideale rauben. Aber auch die in Aussicht gestellten Mittel entsprechen nicht im geringsten den von uns gehegten Erwartungen. Es geht um Rettung unserer Bewegung und unserer Ideale. Ussischkin meint, die Schuld für die jetzige Lage liege nicht bei den Initiatoren des Agency-Planes, noch weniger bei den Gegnern, sondern am schlechten Ausgang sind jene schuld, die an die Sache selbst nicht geglaubt aber immer wieder gestimmt haben. Diese sitzen rechts, sitzen in der Mitte und sitzen links. Wie immer jetzt unser Beschluß ausfallen wird, ein großer Schaden ist angerichtet worden. Der Geist unserer Partner paßt nicht zu dem unseren. Es sind eben zwei Welten. Man kann die Taschen vereinigen, aber nicht die Seelen. Er selbst sei ein Gegner der Kwuzoth, aber niemals dürfen jemandem Lebensformen aufgezwungen werden. Mit solchen Berichten wird uns die gesamte Jugend entfremdet. Er begrüße jede Gruppe, die Palästina bauen will, und zwar nach ihrem eigenen System, aber wir können solcher Gruppen zuliebe unsere Bewegung nicht aufgeben. Er kenne auch keinen Fall in der gesamten Weltgesdhichte, daß eine idealistische Bewegung freiwillig auf ihre Macht verzichtet hätte. Alle vorgeschlagenen Änderungen seien bedeutungslos, denn nicht um diese oder jene Bestimmung gehe es, sondern nur um die Frage: werden diese Leute Erez Israel aufbauen, nicht nur Palästina, oder nicht? Wer vom ersten überzeugt ist, solle dafür stimmen, wer nicht, der müsse bedingungslos ablehnen und sich auf keine Änderungen einlassen. Die Debatte wird auf der Freitag-Nachmittagsitzung fortgesetzt. Als erster spricht Dizeng o f f. Er versteht nicht, weshalb so große Aufregung herrscht. Die Kommission hat ein Programm ausgearbeitet, wir können dem ein anderes gegenüberstellen. Die absolute Ablehnung wäre eine politische Sünde. Man soll sich mit der Zusammenarbeit einverstanden erklären und eine Teilung der Arbeit vorschlagen: Jene sollen die Arbeit auf Grund der Gelder machen, die wieder eingehen, während wir die Arbeit leisten mit den Geldern, die a fonds perdu sind. lyyi' OMNI* INCHEN SCHELLINGSTRASSE 39 / TELEPHON 23741 / 29073 Dr. R u p p i n beschäftigt sich ausführlich nicht mit dem Bericht der Agency-Kommission, sondern mit den Berichten der Sachverständigen selbst, die die Grundlage für den Kommissionsbericht abgegeben haben. Wer uns nicht seelisch verbunden ist, kann auch kein für uns gültiges Urteil abgeben. Den Sachverständigen sind auch zahlreiche Irrtümer unterlaufen. Sie haben das Hauptproblem nicht begriffen. Die Wirtschaftlichkeit bei uns muß mit anderen Augen betrachtet werden, als bei Kolonisationsversuchen in Indien oder Griechenland. Es muß jedoch ein scharfer Trennungsstrich gemacht werden zwischen den nichtjüdischen Mitgliedern der Sachverständigen- Kommission und den jüdischen der Survey-Komission. Diese führten einen Kampf mit sich selbst, da sie sich als Gefangene der Experten fühlten. Sie haben die ehrliche Absicht mitzuarbeiten, stehen uns aber doch als Fremde gegenüber. Vieles haben sie bereits jetzt in London auf der Sitzung gelernt, und noch viel mehr werden sie in Palästina lernen. Die positiven und negativen Momente der Bildung der Agency müssen nochmals abgewogen werden. Diese Juden sind uns noch fremd, aber es ist nicht ihre Absicht, uns fremd zu bleiben. Bei allen schweren Bedenken, die er habe, würde er sich nur schwer zu einer Ablehnung entschließen. Wir müssen also den Bericht rektifizieren. Jene haben die nationalen Gesichtspunkte den wirtschaftlichen subordiniert, wir müssen das Umgekehrte fordern, oder zumindest eine Koordination. L i c h t h e i m erklärt, keine Hoffnung auf die Möglichkeit einer Verständigung seiner Gruppe und der Exekutive zu haben. Die Agency- Frage ist nur eine Teilfrage. Der Bericht sollte uns einen Aufbauplan für zehn Jahre geben, hat uns aber keinen gegeben. Wie stellt sich eigentlich die Exekutive das Weitere vor? Ben Gurion ist froh, daß jetzt endlich volle Klarheit herrscht. Es gibt darauf nur eine Antwort, ein Nein ohne jede Einschränkung. Wir können unsere Ideologie nicht aufgeben. Wir wollen Genossen für unsere zionistische Arbeit, und was zionistische Arbeit ist, bestimmen wir selbst. Auch er weiß, was Geld bedeutet, aber die jüdischen Hoffnungen dürfen nicht getäuscht werden. Man kann auch einen Jischuw schaffen, der uns nur Schande bereitet. Wir wollen in Palästina ein neues Volk, und das kann mit Geld allein nicht geschaffen werden. Wir waren für die Mitarbeit der anderen an unserer Arbeit, aber nicht für unsere Mitarbeit an einer Joint-Ärbeit, an einem philanthropischen Werk. Mossinsohn erklärt, daß durch die mehrjährige Agency-Politik die Organisation in eine solche Lage gekommen ist, daß jetzt die Ablehnung viel schwerer ist als früher. Unsere Bewegung sorgt jetzt nur für den Augenblick. Wir müssen neue Gegenvorschläge ausarbeiten, aber eine Eintrittstür offenhalten und währenddessen unsere Organisation stärken. Bei Einhaltung der Richtlinien des Kongresses können wir auch jetzt zu einer Erweiterung bereit sein. Berlin, 23. Juli. (JTA.) In drei Sitzungen des zionistischen Aktions-Komitees wurde am gestrigen Sonntag die Generalaussprache über den Bericht der Joint Palestine Survey Commission zu Ende geführt. Es war der bewegteste Tag in der bisherigen A. C.-Session. Noch einmal marschierten die Vertreter aller Landmannschaften und Fraktionen auf, um für oder gegen den Bericht zu sprechen. Die Redner der Radikalen forderten nochmals den Rücktritt Weizmanns und der Executive und damit die Liquidierung der gesamten

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