Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 30 (27.7.1928)
- Date
- 1928-07-27
- Page
- Seite 471 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/9072829-9103081-9156894--08644-9081362- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 30 Das Jüdische Echo 471 Vertrauens er sich in den maßgebenden Kreisen erfreut. Er hat seine Aufgabe stets mit größtem Geschick und tiefer Opferfreudigkeit erfüllt. Er spreche ihm namens der Exekutive und wohl auch des Aktionskomitees seinen tiefsten Dank aus und hoffe, daß Dr. Eder uns auch weiter mit seinem Kat zur Seite stehen wird. Ober die Arbeit in Palästina berichtet in Ergänzung des vorliegenden schriftlichen Berichts kurz Harry Sacher. Leider sei die Arbeit der Exekutive in Palästina durch die häufige Abwesenheit ihrer Mitglieder behindert worden. Er selbst ist dreimal während dieser Zeit nach London gereist, er glaubt aber, daß dadurch eine größere Koordinierung der Arbeiten der beiden Exekutiven erreicht worden ist. Den größten Teil der Arbeitslast hatte daher Miß Szold zu tragen. Sacher würdigt dann in einigen Sätzen die Persönlichkeit Lord Plumers, der unseren Problemen stets große Sympathie entgegengebracht hat. In der Frage der Arbeitslosigkeit habe Lord Piumer selbst die Initiative ergriffen. Das Aktionskomitee sollte seine Anerkennung Lord Piumer gegenüber zum Ausdruck bringen. Miß Szold ergänzt die vorliegenden Berichte über das Erziehungs - und Gesundheitswesen. Die Kürzung des Budgets auf dem Kongreß in Basel hat unser Erziehungswerk sehr geschädigt. Wir haben durch unsere übereilte Handlung auf dem Kongreß unsere Tradition geschädigt. Es gilt aber nicht nur unsere Tradition zu wahren, sondern eine viel ältere, die jahrtausendealte unseres Volkes. Wir haben es trotzdem fertiggebracht, mit dem uns aufgezwungenen Budget das zu leisten, was im letzten Jahre in Palästina getan wurde. Aber so geht es nicht weiter. Wir würden nicht unsere Pflicht als Juden und als Zionisten erfüllen. Man darf auch nicht vergessen, daß der Jischuw selbst bereits einen ganz gewaltigen Anteil an den Kosten des Erziehungswerkes trägt. Der Anteil der Regierung erfolgt nicht wie es sein sollte, im Verhältnis zur Zahl der jüdischen Schüler, sondern zur Zahl der jüdischen Gesamtbevölkerung. Wir müssen uns auch eine gewisse Kontrolle durch die Regierung gefallen lassen. Jetzt steht vor allem die Frage vor uns: Wie können wir während des kommenden Jahres durchhalten, um dann unser System auszubauen. Im Gesundheitswesen sind gewisse Fortschritte gemacht worden. Ein regerer Kontakt mit der Regierung wird angestrebt und ist zum Teil auch erreicht worden. Die Arbeit bei der Bekämpfung der Malaria und des Typhus hat gute Fortschritte zu verzeichnen. Präsident Motzkin erklärt, daß mit Rücksicht darauf, daß die Exekutive schriftliche Resolutionsvorschläge unterbreitet hat, der heutige Abend der Besprechung der Fraktionen Vorbehalten bleiben, während die Debatte erst morgen beginnen soll. Auf der Sitzung von Freitag vormittag spricht sich Suprasky gegen den politischen Bericht aus. Die schweren Zeiten, die wir durchzumachen I. MÜNCHENER PLISSfcfc-BRENNEREI FRANZ GRUBER, MÜNCHEN, Hohlsaum, Knöpfe, Endwln, Kanten, Kostllmstickereien Burg Straße 16/3 Knopflöcher Telephon 22 975 mm—mm—mmmm? hatten, haben auch unsere politische Lage in Palästina verschlimmert. Bei den Landesverweisungen geht es um keine personelle sondern prinzipielle Frage. Die Ausweisungen sind als Demonstration gegen die Einwanderung gedacht. Er wendet sich auch gegen die Ausführungen der Exekutive in der Frage der Agency. Dr. Reich erklärt, keiner habe den Bericht der Agency- Kommission mit restloser Befriedigung entgegengenommen, aber wir haben dennoch die Pflicht, die Agency-Frage endlich positiv zu lösen. Die Gegner legen keine Gegenprojekte vor. Die Opposition ist gekünstelt, unnatürlich und übertrieben. Die überwiegende Mehrheit der zionistischen Massen in Polen ist für die Erweiterung. Farbstein erklärt, daß der Misrachi seine Stellung noch nicht festgelegt hat, er persönlich ist gegen den Bericht der Kommission, da von den vier kardinalen Bedingungen der Kongresse darin keine Spur vorhanden ist. Rosenblüth begründet kurz die von der Exekutive unterbreiteten Resolutionsvorschläge. Man müsse sich von der Erwägung leiten lassen, daß den eigentlichen Wirtschaftsplan erst die tatsächliche Agency festlegen werde. Die Resolutionen wollen nur gewisse Dinge andeuten, weshalb sie sich auf nur einige Punkte beschränken und auch nicht alle Argumente anführen, die sich anführen ließen. S p r i n z a k spricht sich gegen die Vorschläge aus. Lord Melchett hat uns bereits sein Programm gegeben, aber nicht Marshall und Warburg das Geld. Es gehe ihm nicht um die Interessen der Arbeiterschaft, sondern die des zionistischen Aufbaus. Die Hitachduth verlangt eine Erweiterung, um die Alijah, aber nicht eine bloße Einwanderung zu verstärken. Kaplansky erklärt, nicht wir, sondern der Bericht proklamiere Doktrinen und verlange, daß wir diese Ansichten akzeptieren. Diese Vorschläge bedeuten ein System der Destruktion der Zionistischen Organisation. Die Stellungnahme der Kommission ist keineswegs eine wirtschaftliche, sondern eine politische und geleitet von Gegnerschaft zu Kollektivismus, Selbstarbeit usw. Unsere Organisation soll in eine vergrößerte PICA verwandelt werden. Der Bericht ist eine Kriegserklärung an die zionistische Arbeiterschaft. Grünbaum erklärt, der jetzige Bericht sei nur die Konsequenz der Erbsünde des fifty-fifty Systems. Die Resolutionsvorschläge der Exekutive wollen nur die Bedeutung des Berichts verkleinern, um durch das vorgeschlagene Komitee etwas zu schaffen, was später nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Alle Bemerkungen und Empfehlungen, die wir beschließen würden, Adelholzeiter Primusquelle Hervorrag. Heilwasser bei Nieren-, Leberu. Blasenleiden Stärkste Rubidiumquelle Europas sehr geeignet zu Hauskuren. B eapprobierter Apotheker kömmliches Tafelwasser. Hauptniederlage: V-JIIU r^CtCririlQy I München 2 NW 3 Theresienstraße 33 Telephon 27471 Lieferant sämtlicher städtischer Krankenhäuser, Sanatorien und Heilanstalten