Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 30 (27.7.1928)
- Date
- 1928-07-27
- Page
- Seite 470 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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470 Das Jüdische Echc Nr. 30 sehen, die den Aufbau tragen, die aus innerer Notwendigkeit als Pioniere dort leben und man wird, vielleicht wenn man das eingesehen hat, auch zu der Überzeugung kommen, daß der Aufbau Palästinas eine Aufgabe des gesamten Judentums ist. Wenn das geschieht, dann wird auch die innerjüdische Befriedung in Deutschland keine Schwierigkeiten mehr machen; es liegt am Centralverein, die Voraussetzungen hierfür zu schaffen. I. E. Die Sitzung des Aktionskomitees Die Sitzung des Aktionskomitees wurde von Motzkin, Donnerstag, den 19. Juli, nachmittags 4.40 Uhr eröffnet. Von der Exekutive waren anwesend: Dr. Weizmann, Sokolow, Dr. Eder, Lipsky, Rosenblüth, Sacher, Miß Szold. In seiner zuerst hebräischen und dann deutschen Eröffnungsansprache weist Präsident Motzk i n darauf hin, daß der jetzigen Sitzung eine außerordentliche Bedeutung zukommt. Er erwähnt die großen Toten, die die zionistische Bewegung seit dem Kongreß zu beklagen hat, vor allem die Aktionskomitee-Mitglieder Tiomkin, Dr. Chajes und Landau, und dann Norwin Lindheim, Joseph Barondeß und Cyro Glaß, denen er ehrende Worte des Gedenkens widmete. Es sei übertrieben zu sagen, der Zionismus stehe jetzt vor einem Wendepunkt. So lange unser Ziel unverrückt dasteht, könne man von einem Wendepunkt nicht reden. Wir sind nach wie vor die stärkste ideelle Macht im Judentum. Die Grundlage des Zionismus ist der Optimismus. Nach einer kurzen Debatte über die Frage der Zulassung der Presse beschließt das Aktionskomitee mit 24 gegen 8 Stimmen, daß die Sitzungen als solche öffentlich sein sollen, nur bestimmte Sitzungen sollen als vertraulich erklärt werden. Die Exekutive erklärt sich mit diesem Beschluß einverstanden. Die erste Sitzung wird als vertraulich erklärt. Einen kurzen Bericht über die Fragen der Politik und der Jewish Agency erstattet Präsident D r. Weizmann. Er erklärt, sich auf die Hauptpunkte beschränken zu wollen, da ein umfangreicher schriftlicher Bericht der Exekutive vorliegt, über die politische Lage sei nichts Sensationelles zu berichten. Er will nur darauf hinweisen, daß im allgemeinen, gerade in der schweren Zeit, die Palästina während des letzten Jahres durchzumachen hatte, sich das Verhältnis der Exekutive zur Mandatarmacht wesentlich vertieft hat. Die Regierung nimmt immer aktiveren Anteil an unseren Fragen. Er berührt sodann kurz die Frage der Anleihe und der Ernennung des neuen High Commissioner in Palästina, worüber die Exekutive rechtzeitig informiert worden ist. Bei der Vertiefung unserer Beziehungen zu der Mandatarmacht hat uns die Palestine Mandate Society in England wesentliche Dienste geleistet. Ausschlaggebend hierfür aber war vor allem die steigende Bedeutung Palästinas im System des britischen Imperiums. Er bedauert, durch die Verhältnisse gezwungen zu sein, so viele Reisen zu Deutsche Neu Wäscherei €*. ui.h.H. 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Das Aktionskomitee wird zu diesem Bericht seine Bemerkungen zu machen haben in Form von Beschlüssen, die der Jewish Agency, falls sie gebildet wird, übermittelt werden. Aber an der prinzipiellen Frage, der Frage der Erweiterung der Jewish Agency, sollte nicht gerüttelt werden. Angesichts der eben erst in Palästina durchgemachten Krise sehe er keinen anderen Weg, als die Heranziehung weiterer Kräfte für unser Werk. Die Arbeitslosigkeit in Palästina ist halbwegs behoben, aber damit ist erst die kleinere Hälfte unserer Arbeit geleistet. Die zweite, wichtigere Hälfte, die Wiederaufnahme einer großen Alijah könne nur geleistet werden bei energischerer Mitwirkung der Regierung und Erhöhung unserer Mittel. Auf ersteres können wir rechnen, bezüglich des zweiten habe er aber gewisse Zweifel. Es hängt wesentlich ab von den Beschlüssen, die das Aktionskomitee fassen wird. Was nötig ist, ist ein freier, offener Beschluß. Präsident Sokolow weist auf die politischen Fortschritte hin, die wir erzielt haben. Bei aller Hochachtung vor unserer Idee, unserer Bewegung und unserer Organisation, die keiner mehr als er habe, haben wir diese Fortschritte nur dem Konkreten, unserem Werk in Palästina zu verdanken. Dem Bericht der Agency-Kommission müssen wir streng objektiv gegenübertreten, aber die Frage der Erweiterung als solche ist eine res iudicata. Wir sollen unsere Wünsche zum Ausdruck bringen, und er sei sicher, daß sie mit großer Aufmerksamkeit werden entgegengenommen werden. D r. Eder gibt noch einige ergänzende Aufklärungen über die Frage des Legislative Council in Palästina, die kaum während der nächsten ‘Jahre akut werden dürfte. Er bedauert, aus rein persönlichen Gründen — irgend welche sachlichen Differenzen liegen durchaus nicht vor — gezwungen zu sein, als Mitglied der Exekutive zurückzutreten, nachdem er sich zehn Jahre dieser Arbeit gewidmet hat. Dr. Weizmann gibt seinem tiefsten Bedauern über den Rücktritt Dr. Eders Ausdruck. Er könne es am besten beurteilen, welch große Dienste Dr. Eder uns geleistet hat, und welchen 3 o Uccitts (S<3 iff A C? if für Sie ^ofkürfefener {Segt. 15Z4 'Jl6ftoIung 20519 '—y i v T>e[;3auf£retx>afxrung ^K.efx6en^ffraße 14/15 "2$ o 1 1 n) a r c n, § f o f f c, e p p i c& ß « f n).