Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 29 (20.7.1928)
- Date
- 1928-07-20
- Page
- Seite 460 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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460 Das Jüdische Echo Nr. 29 Wedgwood eine Rede über britische Kolonisaiionsprobleme im Zusammenhang mit der bevorstehenden Abstimmung über das Kolonialbudget und ersuchte den Minister für die Kolonien, sich namens der Regierung dem Hause gegenüber zu verpflichten, daß in keinem Falle dem Mandatslande Palästina eine Selbstregierung oder eine sonstige repräsentative Ordnung in irgendeiner Form gewährt werde, solange noch irgendwie Gefahr besteht, daß die jüdische Minderheit von der Mehrheit benachteiligt wird. Vor wenigen Jahren noch, fuhr Wedgwood fort, glaubte man, es sei der einzig richtige Weg, allen Teilen des Reiches Selbstregierung zu gewähren. In den letzten Jahren aber ist man nach und nach zu der Überzeugung gekommen, daß Selbstregierung um jeden Preis keinen Fortschritt bedeutet, sondern zu einer Pseudo-Demokratie führt, die sehr gefährliche Formen der Unterdrückung des Minderheitselements annehmen kann. Man müsse darauf achten, daß alle Bevölkerungsteile im Lande des Fortschritts teilhaftig werden und ihren Anteil an Verantwortung übernehmen und tragen können, bevor es zu einer Selbstregierung kommt. Bis es soweit ist, muß man die Zügel der Kontrolle fest in den Händen behalten, damit nicht Ungerechtigkeit und Unterdrückung sich im Lande breitmachen. — Von der Regierungsbank erfolgte keine Stellungnahme zu diesen Ausführungen Wedgwoods. Der berühmte Talmudist Rabbi Solomon Poliatschek gestorben N e u y o r k , 10. Juli. (JTA.) Rabbi Solomon Poliatschek, der aus Meitshet stammende, als „Illui“ verehrte hervorragende Gelehrte, der seit vielen Jahren als Dekan des talmudischen Departements der Rabbi Jizchak Elchanan-Jeschiwa gewirkt hat, ist im Alter von 51 Jahren an den Folgen einer Kiefer-Operation gestorben. Die Operation wurde infolge eines komplizierten Zahngeschwürs notwendig. Der Tod des hervorragenden Gelehrten wird von seinen zahlreichen Schülern wie von allen orthodox-religiösen Gemeinden in Amerika tief betrauert. Keine Spaltung der Zionistischen Organisation Amerikas — Aber die Opposition führt den Kampf weiter Neuyork, 15. Juli. (JTA.) Die Führer der zionistischen Opposition in Amerika hielten in Kraftfahrzeuge, Blutenburgstraße 91 Telephon 63 456 Opel und Studebaker Vertretung — SpezialsReparaturwerkstätte Günstige Ratenzahlungen Vornehme Zuglampen Tisch- und Ständerlampen Alabasterschalen J.WINHART&Co. Marsstrasse 7 (am Hauptb.) diesen Tagen eine Sondertagung ab, in der beschlossen wurde, den Kampf für die „Hebung der Moral und der Tatkraft in der amerikanischen zionistischen Bewegung und für den Aufbau nach den richtigen Grundlinien“ fortzuführen. Eine Anzahl Redner forderte den Austritt aus der offiziellen Organisation und die Bildung einer neuen Partei; die Mehrheit aber entschied sich für ein Verbleiben in der zionistischen Landesorganisation. Zur Formulierung eines Programms und Fortführung des Kampfes wurde aus der Mitte der 65 Anwesenden ein Komitee gebildet, das sich aus Julian Mack, Jacob de Haas, Robert Szold, Frau Robert Szold, Zeldin und den Revisionisten Smertenko und Danzis zusammensetzt. Die Frage der Ölröhrenleitung Mosul-Haifa positiv entschieden Jerusalem, 10. Juli. (JTA.) Die Zeitung „Al Carmel“ behauptet, aus zuverlässiger Quelle erfahren zu haben, daß die Führung der Ölröhren von Mosul nach dem Hafen von Haifa bereits definitiv beschlossen worden sei. Nach der gleichen Quelle hätte Groß-Britannien gegenüber den amerikanischen und den französischen Öl-Konzessionären die Verpflichtung übernommen, für die Sicherung der Röhrenleitung zu sorgen und den Betrag, den die Mosul-Haifa-Leitung mehr kostet als eine Mosul-Syrien-Leitung gekostet hätte, aus Eigenem zu leisten. Wer wird den Haifaer Hafen erbauen? London, 11. Juli. (JTA.) In der heutigen Sitzung des Unterhauses befragte Colonel Wedgwood den Staatssekretär für die Kolonien, ob die Erbauung des Hafens von Haifa von der Regierung, wie ursprünglich geplant, in eigener Regie durchgeführt oder im Wege durch Vergebung an Firmen realisiert werden wird; ferner wann mit den eigentlichen Arbeiten begonnen werden wird. Captain Margesson erwiderte im Namen des Kolonienministers, man habe beschlossen, den Hafen im Wege eines Vertragsabschlusses zu erbauen. Die Ingenieure der Regierung haben die Bedingungen der Arbeitsvergebung bereits entworfen; es ist zu hoffen, daß Ende November 1928 Angebote vorliegen werden. Der Bau des Jüdischen Nationalhauses in Jerusalem — Preisrichter Professor Josef Frank Wien, 11. Juli. (JTA.) Auf Einladung des Direktoriums des Jüdischen Nationalfonds begab sich der berühmte österreichische Architekt und Professor an der Wiener Hochschule für Kunstgewerbe Josef Frank nach Palästina, um dort als der erwählte Preisrichter über eingereichte Pläne und Entwürfe zum Bau des Jüdischen Nationalhauses in Jerusalem zu fungieren. Mit dem Bau des Nationalhauses soll demnächst begonnen werden. «Bttl 01530101310149