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Das jüdische Echo · 1928-07-20 · 29 (20.7.1928) · p. Seite 458

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
29 (20.7.1928)
Date
1928-07-20
Page
Seite 458 (sequence 10)
Language
German
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458 Das Jüdische Echo Nr. 29 O berpollinger Das Münchener Kaufhaus als Berufungsinstanz dahin entschieden, daß die Klage der sieben aus der Sektion Berlin des deutsch-österreichischen Alpenvereins ausgeschlossenen Mitglieder auf Ungültigkeit des Ausschlusses abgewiesen werde. Das Urteil des Landgerichts II, das den Ausschluß für nichtig erklärte, wurde aufgehoben. Es handelt sich bekanntlich um jüdische Mitglieder des Alpenvereins, die nach Einführung des antijüdischen Numerus clausus im Alpenverein einem neugegründeten Verein beitraten und darum ausgeschlossen wurden. Neuhauser Karlstor Bekleidung / Mode / Sport Wohnungsausstattung haben, damit nicht die Öffentlichkeit gegen sie aufstehe und sie so Stimmeneinbuße erleiden könnten. Nun ist diese Hemmung gefallen, und die Vandalen beginnen von neuem ihr Werk.“ Der Friedenstempel in Halensee geht in den Besitz der Berliner Jüdischen Gemeinde über Berlin, 13. Juli. (JTA.) Die Berliner Jüdische Gemeinde hat den in der Markgraf-Albrecht- Straße in Halensee gelegenen, von Professor Goldberg erbauten Friedenstempel gekauft. Der Friedenstempel wird nun Gemeinde-Synagoge. Damit ist die Zahl der Berliner Gemeinde-Synagogen auf 12 angewachsen. Landestagung des Hessischen Landesverbandes Israelitischer Religionsgemeinden Darmstadt, 15. Juli. (JTA.) Die diesjährige Landestagung des Hessischen Landesverbandes Israelitischer Religionsgemeinden fand in Mainz statt. Aus dem Geschäftsbericht, den Kommerzienrat A. Meyer erstattete, geht hervor, daß sich die Zahl der Verbandsgemeinden von 85 auf 121 erhöht hat. Durch den Beitritt 12 weiterer Gemeinden mit 577 Mitgliedern zählt der Verband neuerdings 132 Gemeinden (die Gemeinde Kirchbrombach hat sich aufgelöst) mit mehr als 15 000 Mitgliedern. Nicht angeschlossen sind noch 9 Gemeinden in Rhein-Hessen (219 Personen), 2 im Rabbinat Offenbach (252 Personen) und 13 in Oberhessen (566 Personen), 46 Gemeinden im Rabbinat Darmstadt II (2495 Personen). Von Beiträgen in Höhe von 22 781 RM. wurden 19 625 RM. für Besoldungen usw. verausgabt. Der Verband beschäftigt etwa 42 Lehrer. Über eine vom hessischen Staat erbetene Subvention in Höhe von 16 000 RM. liegt noch keine Entscheidung vor. Das Kammergericht bestätigt den Ausschluß jüdischer Mitglieder aus dem Alpenverein Berlin, 15. Juli. (JTA.) Das Kammergericht hat unter Vorsitz des Senatspräsidenten Ruckert Wieder ein Freispruch wegen „Judenrepublik“ Berlin, 13. Juli. (JTA.) Vor der Strafkammer in Bremen, unter dem Vorsitz des Landgerichtsdirektors Marks, hatte sich der nationalsozialistische Maler Theodor Gude wegen Vergehens gegen § 8 Abs. 1 des Gesetzes zum Schutze der Republik zu verantworten, weil er als Gauleiter der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei ein Flugblatt mit den Leitsätzen: „Volk in Not, Jude nimmt’s Brot, Marxisten, wenn ihr nicht feige seid, kommt und beweist, daß euch die Judenrepublik Arbeit und Brot gegeben hat“ im Wahlkampf hatte verteilen lassen. In erster Instanz war Freisprechung erfolgt. Gegen dieses Urteil hatte der Staatsanwalt Berufung eingelegt. Die Strafkammer kam nun ebenfalls zu einer Freisprechung des Angeklagten, weil in dem Flugblatt lediglich die antisemitische Gesinnung zum Ausdruck käme. Man habe sich lediglich als nationaler Arbeiter mit den internationalen Arbeitern darüber aussprechen wollen, ob die Republik, in welcher die Juden nach Ansicht des Angekagten und seiner Gesinnungsgenossen einen großen Einfluß hätten, Arbeit und Brot geschaffen habe. In diesem Zusammenhänge sei das Wort keine Beschimpfung, man habe nur den verhältnismäßig großen Einfluß der Juden auf die heutige Republik kennzeichnen wollen, eine Beschimpfung der Republik sei nicht beabsichtigt gewesen. — Dies die Urteilsbegründung laut Bericht der völkischen Blätter, die noch hinzufügen, daß der Verteidiger sich auf die bekannte Entscheidung des Reichsgerichtes im Jahre 1927 berufen konnte, wonach der Ausdruck „Judenrepublik“ nicht durchaus eine Beschimpfung der Republik sein muß. Irredentistische Propaganda in jüdischen Gebetbüchern Wien, 10. Juli. (JTA.) Der „Neuen Freien Presse“ wird aus Bratislava gemeldet, daß die tschechoslowakischen Behörden eine große Menge jüdischer Gebetbücher (Sidurim) konfisziert hat, weil sie hebräische Gebete für die 'Wiederherstellung Ungarns in den Vorkriegsgrenzen und für die Befreiung der Slowakei aus dem Joch der Tschechen enthielten. Wie die Zeitung weiter mitteilt, herrscht unter den tschechoslowakischen Juden Empörung über diese Propaganda Ungarns, die vor dem Mißbrauch der jüdischen Religion zu politischen Zwecken nicht zurückscheut, nur Adelholzener Primusquelle Hervorrag. Heilwasser bei Nieren-, Leberu. Blasenleiden Stärkste .Rubidiumquelle Europas sehr geeignet zu Hauskuren. B e- TT1 \7’T aPProbierter Apotheker kömmliches Tafelwasser. Hauptniederlage: V^LUJ ± G.1^1111 ICljr I München 2 NW 3 Theresienstraße 33 Telephon 27471 Lieferant sämtlicher städtischer Krankenhäuser, Sanatorien und Heilanstalten

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