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Das jüdische Echo · 1928-07-20 · 29 (20.7.1928) · p. Seite 457

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
29 (20.7.1928)
Date
1928-07-20
Page
Seite 457 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 29 Das Jüdische Echo 457 Bei der Behandlung der Frage der Generalisierung der Minderheitsrechte auf andere Staaten trat vom allgemein menschlichen Standpunkte aus (womit auch die jüdischen Interessen getroffen werden) der jüdische Vertreter, Dr. E. Margulies, gegen die Beschränkung auf Europa, wie sie von einem Teil der Delegierten gewünscht worden war, ein. Die Kommission sprach sich mit überwältigender Majorität für die allgemeinere Formel aus. Bei der Beratung über die Frage der Staatenlosen, welche am 3. Juli in der Minderheitenkommission des Kongresses eine lebhafte Diskussion erweckte, schilderte gegenüber den Einwänden italienischerseits L. Motzkin die schweren Nöte von Hunderttausenden von Staatenlosen und verwies auf den doppelten Charakter des Problems — nicht genügende Gewährung des Staatsbürgerrechtes in einzelnen selbst vertraglich gebundenen Ländern (Frage der Register) und anderseits unerhörte Beschränkung der Freizügigkeit für jene Kategorie von Staatenlosen, die die Einbürgerung in einem Lande rechtlich nicht erlangen können. Damit unterstützte er den in einem besonderen Berichte sachlich wohlbegründeten Vorschlag Napier mit Bezug auf die Staatenlosigkeit, der dann einer Spezialkommission aus acht Mitgliedern zur weiteren Behandlung überwiesen wurde. Die Resolution betreffend die Lage der Juden in Rumänien Was die konkreten Fragen einzelner Länder anbetrifft, so hatte die Behandlung der jüdischen Lage in Rumänien eine große Bedeutung und die gespannte Aufmerksamkeit nicht nur der jüdischen Delegation und der sehr starken rumänischen Abordnung, sondern auch aller anderen Beteiligten, namentlich aber der sehr zahlreichen Minderheitenvertreter hervorgerufen. Es gab dabei sehr lebhafte und dramatische Auseinandersetzungen. Auf Grund des Auftretens des Vertreters der jüdischen Völkerbundligen, L. Motzkin, der ein Bild der Exzesse gab und auf das spezielle dem Kongreß vorliegende Memorandum sich berief, und des rumänischen Vertreters Djuvara, der die Exzesse in vollem Maße zugestand, gegen den Antisemitismus energisch sprach und eine entschiedene Bekämpfung der Verhetzung zusagte, kam dann eine von beiden Teilen angenommene, die antisemitische Propaganda scharf verurteilende Resolution zustande, welche am 5. Juli in der Vollversammlung des Völkerbundligenkongresses sanktioniert wurde. Die Resolution lautet: Die Minderheitenkommission der Internationalen Union der Völkerbundsgesellschaften nimmt nach Kenntnisnahme von den Darlegungen der Delegierten der jüdischen Völkerbundsgesellschaften Palästinas, Österreichs, der Tschechoslowakei und Bulgariens über die Lage der jüdischen Minderheiten in Rumänien, sowie von den Erklärungen der Delegierten der rumänischen Völkerbundliga und von den Bemerkungen Delegierter anderer Gesellschaften zu diesem Thema die folgenden Beschlüsse an: ^^pemausbildung AlineSanden I Kammersängerin ■ an der Münchener Staatsoper ■ Ausbildung bis zur Bühnenreife Für verbildete Stimmen besonderen Privatunterricht Anmeldung, Prospekt, Clemensstr. 92 Villa „Carmen", München, Tel. 360218 Die Kommission nimmt von der Erklärung der rumänischen Völkerbundgesellschaft Kenntnis, daß sie von den unbegrenzten Gefühlen der Humanität und dem Wunsche nach herzlicher Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Völkerschaften Rumäniens beseelt sei, daß die rumänische Völkerbundliga und alle verantwortlichen Politiker Rumäniens die Ereignisse vom Dezember 1927 (Großwardein, Klausenburg usw. Anm. d. Red.) tief bedauern, und alles, was in ihren Kräften steht, tun werden, um einer Wiederholung solcher Ereignisse vorzubeugen. Die Kommission drückt infolgedessen die Hoffnung aus, daß die rumänische Regierung gemäß dem von ihr in dieser Hinsicht zum Ausdruck gebrachten Wünsche alle nur möglichen Maßnahmen ergreifen wird, um eine Wiederkehr solcher Ereignisse zu verhindern und die gegen die legale Position der jüdischen Minderheit gerichtete antisemitische Propaganda zu unterdrücken. In derselben Sitzung ergriff auch zur Frage der Situation in Tirol Dr. E. Margulies das Wort, um die Sympathien der jüdischen Minderheiten für alle unterdrückten Minderheiten zum Ausdruck zu bringen. Aus der jüdischen Welt Neue Friedhofschändungen zu Köln und in Bovenden Berlin, 12. Juli. (JTA.) Dem „Israelitischen Familienblatt“ wird aus Köln gedrahtet, daß die Bethalle des alten jüdischen Friedhofs am Bonner Tor beschädigt worden ist. Die Täter sind unerkannt entkommen. Berlin, 13. Juli. (JTA.) Der jüdische Friedhof in Bovenden bei Göttingen ist — wie der C.-V.-Zeitung“ mitgeteilt wird — zum drittenmal von Friedhofschändern heimgesucht worden. Ein Grabdenkmal wurde zerbrochen und umgestürzt. Über die letzte Serie der Friedhofschändungen schreibt die „C.-V.-Zeitung“: „Kaum sind die Wahlen vorüber, so mehren sich wieder die Friedhofschändungen. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß die Kreise, hinter denen man die Friedhofschänder vermuten muß, während der Wahlzeit Enthaltsamkeit gepredigt PACKARD verkörpert vornehmen Reichtum Generalvertreter: GEBR. BEISSBARTH / KOHLSTR. 2 beim Deutschen Museum

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