Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 28 (13.7.1928)
- Date
- 1928-07-13
- Page
- Seite 441 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 28 441 Das Jüdische Echo dischen Organisation Gruppenredner für Vorträge zur Verfügung stellt. Wanderbibliotheken und Kulturfahrten sollten dafür sorgen, daß das jüdische Leben in kleinen und kleinsten Gemeinden nicht erstarre. Ein Antrag des Bezirksverbandes Ostpreußen verlangt, daß die Vorstände der großen und mittleren Gemeinden eindringlich auf die Bedeutung der Literaturvereine im Gemeindeleben und auf die Notwendigkeit der Gründung solcher, wo sie noch nicht bestehen, hingewiesen werden sollten. Ein weiterer Antrag Ostpreußen verlangt die Bildung von Delegiertenverbänden, zunächst in Rheinland-Westfalen, Süddeutschland, Norddeutschland, Mitteldeutschland1, und Schlesien und die Beauftragung geeigneter Persönlichkeiten, die Vorarbeiten baldigst in Angriff zu nehmen. Von allen Rednern wurde der Wunsch ausgesprochen, daß der preußische Landesverband die Literaturvereine in Zukunft durch Subventionen unterstützen möge. In den Vorstand wurde Studienrat Dr. Paul Michaelis (Berlin) neu gewählt, der sich besonders den Organisationsarbeiten widmen wird. Ein Jahrbuch wird der Verband 1928 nicht herausgeben, dafür bereitet er für 1929 ein Mendelssohn-Gedenkbuch vor. Ludendorff entdeckt die Verjudung der Studentensitten Berlin, 5. Juli. (JTA.) Unter der Überschrift: Der „Landesvater — ein Judenhohn“, veröffentlicht General Ludendorff in der von ihm herausgegebenen „Deutschen Wochenschau“ einen Aufsatz, in welchem er den Komment der deutschen Studentenschaft als „jüdisch“ bezeichnet. Einer der beliebtesten Studentenbräuche ist der „Landesvater“, eine patriotische Demonstration, bei der die Mütze durchstochen wird. Ludendorff schreibt darüber: „Aus Wilhelm Teil wissen wir, daß der Hut ein Symbol des Landesherrn ist. Dieser Hut stellt ihn in Abwesenheit bildlich dar. Genau so wie nun in den schwarzen Logen die Brr. die Augen auf Bildern freimaurerischer Feinde durchbohren, so durchbohrt hier der junge harmlose deutsche Student, indem er den Couleur-Hut durchbohrt, bildlich mit der gereichten Waffe seinen Landesherrn in absentia. Deshalb heißt das Loch in der Mütze, das als Stich dem Landesherrn gilt, der ,Landesvater4. ,Die Stelle des Stiches in die Mütze, die Stelle des angedeuteten Mordes am Landesherrn wird in goldenen oder silbernen Fäden, die den metallenen Lohn andeuten sollen, mit einer Stickerei verziert. So ehrt, im Sinne der ,Alten Pflichten4 der Freimaurerei das Ritual, der ,Landesvater4, den in der französischen Revolution gelehrten Fürstenmord, es ehrt ihn als Sinnbild der Verschwörung gegen eine völkische Staatsgewalt.4 .... Antworten doch Hochgradfreimaurer bei der Aufnahme auf die Frage: Wo ist dein Vaterland? stolz: Mein Vaterland ist Judäa. Dieser Begriff des Vaterlandes, der schon zur Zeit der Dichtung für die jüdische Weltrepublik arbeitete, liegt dem ,Landesvater4 zugrunde... Will der deutsche Student sich weiter durch den I. MÜNCHENER PLISSEE»BRENNEREI FRANZ GRUBER, MÜNCHEN Hohlsaum, Knöpfe, Endeln, Kanten, KostUmstlckereien Burgstraße16/3 Knopflöcher Telephon 22975 Juden und seine Mitarbeiter in der Altherrenschaft verhöhnen lassen?“ Man hat wohl schon manchmal konstatiert, daß Ludendorff allmählich reif zur irrenärztlichen Behandlung wird; da er nun schon das durchaus völkische Couleurstudententum für verjudet hält, dürfte diese Einsicht sich auch in den Kreisen durchsetzen, die ihm bisher Gefolgschaft geleistet oder ihm Achtung entgegengebracht haben und damit dürfte seine politische . Tätigkeit endgültig erledigt sein. Das Programm der Berliner A.-C.-Tagung — Politischer Bericht der Exekutive — Palästinaarbeit und Joint Survey Commission London, 5, Juli. (JTA.) Die Tagesordnung für die am 19. Juli in Berlin beginnende Tagung des Aktionskomitees der Zionistischen Weltorganisation wird soeben vom Zentralbüro der Zionistischen Organisation bekanntgegeben, wobei bemerkt wird, daß Änderungen und Ergänzungen Vorbehalten seien. Die Tagesordnung umfaßt Berichte der Exekutive über die politische Lage, die Palästinaarbeit (Kolonisation, Einwanderung, Arbeit, Unterricht und Gesundheitswesen) und über die Joint Palestine Survey Commission; ferner Berichte über die Tätigkeit der Zentralinstitutionen, wie Jüdische Kolonialbank, Keren Kajemeth und Keren Hajessod, einen Bericht über die Fragen der Palästinaanleihen, über Ausbildung von Immigranten, über die Budgets der palästinischen und der Londcmer Exekutive für das Jahr 5689 (laut § 49a des Statuts der Organisation); endlich einen Bericht der Exekutive über Organisation nebst Vorschlägen über Ausbau derselben, sowie Vorschläge des Präsidiums des Aktionskomitees, die Fragen des A.-C. betreffen. Auf der Tagesordnung steht auch noch die Wahl eines Mitglieds der Exekutive an Stelle des ausscheidenden Dr. M. B. Eder, sowie die Zuwahl eines Mitglieds des Direktorenausschusses des Keren Kajemeth und die Behandlung des Kongreßbeschlusses über die Einrichtung eines Revisorenamtes. Ferner ein Antrag betreffend Übertragung des Eigentums der Hebräischen Universität an das Universitätskuratorium, sowie schließlich die Behandlung jener Resolutionen des 15. Kongresses, die dem A.-C. zwecks weiterer Aktion zugewiesen worden sind. Das große Balfourbankett in London Zum ersten Male ist die historische Guildhall (das Londoner Rathaus) für eine jüdische Veranstaltung zur Verfügung gestellt worden, nämlich für das große Balfourbankett, das vom Komitee zur Errichtung eines Balfourwaldes in Palästina am 3. Juli veranstaltet worden ist. Dieses Diner ,$ofk:urfcftner ♦ (S>egc. 15Z4 ^L6ftoIung 20519 _^SlefiSen^ffraße 14/15 tcctus iff für 6ie e [3 axxfbe m a ft r u n g ^ÜoIImaren, § f o f f c, | c p p i cft e xx f x».