Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 28 (13.7.1928)
- Date
- 1928-07-13
- Page
- Seite 440 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/9072829-9103081-9156892--08611-9081329- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
mmmm 440 Das Jüdische Echo Nr. 28 Die Konvention bestätigte sodann das Budget der Administration für die nächsten 16 Monate in der Höhe von 180 266 Dollar. Die Hadassah-Tagung in Pittsburg in Harmonie beendet Neuyork, 3. Juli. (JTA.) Die in Pittsburg stattgefundene Jahreskonvention der zionistischen Frauen- und Mädchen-Organisation Hadassah ging im Geiste der Freundschaft und der gegenseitigen Verständigung zu Ende. Die Besetzung des Büros erfolgte gemäß der am Tage vorher vorgenommenen Nominierung wie folgt: Ehren* Präsidentin Miss Henrietta Szold, Ehrenvizepräsidentin Frau Nathan Strauß, Präsidentin Frau Irma Lindheim, Vizepräsidentinnen Frau Robert Szold, Miss Pearl Franklin und Frau David de Sola Pool, Schatzmeisterin Frau Dorothy Lefkowitz, Sekretärin Miss Judith Epstein. Frau Lefkowitz erklärte, die Wiederwahl als Schatzmeisterin nicht annehmen zu können, woraufhin Frau David Greenberg-Mountvernon zur Schatzmeisterin gewählt wurde. Der neue Oberkommissar von Palästina Sir John Robert Chancellor London, 8. Juli. (JTA.) Das britische Kolonialamt hat soeben die Ernennung von Sir Robert Chancellor, dem bisherigen Gouverneur und Oberbefehlshaber von Süd-Rhodesien, zum Oberkommissar von Palästina an Stelle des im Herbst d. J. aus seinem Amte scheidenden Feldmarschalls Lord Plumer offiziell bekanntgegeben. London, 5. Juli. (JTA.) Lt.-Colonel Sir John Robert Chancellor, der zum Oberkommissar für Palästina an Stelle des aus seinem Amte scheidenden Feldmarschalls Lord Plumer ausersehen ist, steht jetzt im 58. Lebensjahre. Seit 1923 ist er Gouverneur und Oberbefehlshaber von Süd- Rhodesien, 1896 trat er den Royal-Ingeneers bei, machte 1926 die Dongola-Expedition, 1897—98 die Tirah-Expedition mit. Er zeichnete sich in den Kämpfen aus, wurde in mehreren Telegrammen erwähnt und mit der Medail with dree clasps und dem Distinguished Service Order ausge- OANIÄ INCHCN SCHELLINGSTRASSE 39 / TELEPHON 23741 / 29073 zeichnet. Er wurde dann Stabskapitän des Nachrichtenamtes des Kriegsministeriums, dann Assistent Secretary beim Komitee für Reichsverteidigung, dann Sekretär beim Colonial Defence Committee, später Gouverneur und Oberbefehlshaber von Mauritius, darauf von Trinidad und Tobago. Zur Ernennung des neuen Oberkommissars bemerkt die „Jüd. Rundschau“: „Der Name des neuen Oberkommissars, der als ein äußerst tüchtiger Administrator geschildert wird, dessen Abgang, wie die ,Times4 feststellt, in Rhodesien sehr bedauert wurde, ist in jüdischen Kreisen ebenso unbekannt, wie es vor drei Jahren Lord Plumer war. Es wird zweifellos Gelegenheit sein, den neuen Oberkommissar mit der Eigenart des zionistischen Problems bekanntzumachen. Er ist kein Politiker, sondern ein Beamter, der gewohnt ist, die Intentionen und das Programm der Zentralregierung weisungsgemäß durchzuführen. Palästina sieht sehr ungern Lord Plumer scheiden, der es verstanden hat, durch seine ruhige Sachlichkeit und sein warmes Verständnis für die Eigenart der palästinischen Aufgabe sich in hohem Maße die Sympathie der Bevölkerung zu erwerben. Plumers Amtsführung fällt zusammen mit einer sehr schweren und kritischen Zeit des jüdischen Aufbauwerkes. Er hat dieses Werk und die Sache, der es dient, erst nach seiner Ernennung, im hohen Alter, kennengelernt, aber er zeigte bald großes Verständnis und Hilfsbereitschaft. Plumer erkannte, daß eine solche Unternehmung wie die jüdische Kolonisation Schwankungen ausgesetzt sein muß und daß die Regierung nicht dazu da ist, untätig zuzuschauen und Erfolge sowie Fehlschläge zu konstatieren, sondern aktiv einzugreifen und den Menschen, die das Land aufbauen wollen, zu helfen. Obwohl zugleich mit Plumer auch der zweithöchste Beamte, der Chefsekretär gewechselt hat, ist anzunehmen, daß in der Kontinuität des eingeschlagenen Regierungskurses keine Änderungen eintreten werden.“ Aus der jüdischen Welt Neuorganisation der jüdischen Geschichts- und Literaturvereine — Eine „Zentralstelle für jüdisches Bildungswesen“ Berlin, 4. Juli. (JTA.) Am 31. Mai 1928 fand der Delegiertentag des Verbandes der Vereine für jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland statt. Aus dem schwachen Besuch der Tagung (nur 19 Delegierte aus dem ganzen Reiche waren anwesend) war der Schluß zu ziehen, daß die einst so blühenden Literaturvereine gegenwärtig nur ein Schattendasein führen. Daher drehte sich im Anschluß *an den Bericht des Verbandsvorsitzenden, Professor Elbogen, und an das Referat des Herrn Rabbiner Dr. Neufeld (Elbing) über die Tätigkeit des Bezirksverbandes Ostpreußen die Diskussion, an der sich alle Anwesenden beteiligten, um die Frage, ob die Zeit der Literaturvereine vorbei sei, oder ob bei intensiver Arbeit die Möglichkeit bestände, die Vereine neu zu beleben. Einmütig wurde am Schluß der ausführlichen Debatte festgestellt, daß eine Neuorganisation der Literaturvereine sofort in Angriff genommen werden müßte. Der Verband solle zu einer „Zentralstelle für das jüdische Bildungswesen“ ausgebaut werden, welche den Gemeindevereinen (für Gemeindeabende) und sonstigen jü- «Ü