Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 28 (13.7.1928)
- Date
- 1928-07-13
- Page
- Seite 439 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 28 Das Jüdische Echo 439 General Motors Automobile LORIN/ER & CO Nymphenburger Straße128/ Telephon 61836 Chevrolet Oakland La Salle ten der Palästinaregierung und Mandatarmacht an. 5. Die Konferenz wünscht jedoch die Aufmerkkeit auf folgende Punkte zu lenken, die für die Interessen des Jüdischen Nationalheims lebenswichtig sind. a) Es ist wesentlich, daß die jüdische Einwanderung nach Palästina vergrößert und sowohl von der Jewish Agency als auch von der Palästinaregierung ermutigt wird. Den Einwanderern, und zwar sowohl den Arbeitern als auch den Bemittelten, sollen die notwendigen Erleichterungen zur Einwanderung und Niederlassung gewährt werden. Daher ist die Konferenz der Meinung, daß der in dem von der Kommission vorgeschlagenen Budget für Immigration ausgesetzte Betrag unzureichend ist. b) Die Konferenz glaubt, daß die vorgeschlagene Kolonisationspolitik sogar als vorübergehende Maßnahme unerwünscht ist, da sie nicht nur die Entwicklung Palästinas hemmen, sondern auch die finanzielle Unterstützung des jüdischen Volkes beeinträchtigen könnte. c) Zu der Ablehnung künftiger Errichtung von Kwuzoth bemerkt die Konferenz nachdrücklich, daß diese Form landwirtschaftlicher Siedlung die Opferbereitschaft und Hingabe der Chaluzim sowie die Bewunderung von jüdischen und nichtjüdischen Freunden der Bewegung hervorgerufen hat, und daß die weitere Errichtung von Kwuzoth, unter den durch ökonomische Erwägungen notwendig erachteten Sicherungen, gestattet und unterstützt werden soll. d) Mit Bezug auf die Landesreserve, die von der Jewish Agency gesichert werden soll, abgesehen von den Böden des Jüdischen Nationalfonds, ist die Konferenz der entschiedenen Meinung, daß solcher Boden nur unter Sicherungen weiterverkauft werden darf, die garantieren, daß der Boden in jüdischen Händen bleibt und die Interessen des Nationalheims beachtet werden. e) Die Konferenz ist der Ansicht, daß das Minimum- Budget von £ 1 000 000 unzureichend ist und weder der Größe der Aufgabe, noch den auf die erweiterte Jewish Agency gesetzten Hoffnungen entspricht. f) Die Konferenz würde auch eine klarere Angabe über die geplanten Maßnahm&n begrüßen, die ergriffen werden sollen, um auch nur das in dem Bericht vorgeschlagene Minimum- Budget zu sichern. TEINACHER HIRSCHQUELLE rein natürliches Mineralwasser von Weltruf, ärztl. sehr empfohlen bei BLASEN-, NIEREN- und HALSLEIDEN Generaldepot: EDUARD KUHLES f MÜNCHEN RASPSTRASSE 6 TELEPHON 92200 Die Konvention der amerikanischen Zionisten beendet Lipsky wiedergewählt Neuyork, 6. Juli. (JTA.) Am Mittwoch, dem 4. Juli, ging die Jahreskonvention der amerikanischen Zionistischen Organisation, wohl die bewegteste in der zionistischen Bewegung Amerikas, zu Ende. Mit geringen Änderungen ist die bisherige, von Louis Lipsky geführte Administration an der Macht geblieben. Vor der Abstimmung über die Wiederwahl Lipskys, die bekanntlich mit übergroßer Mehrheit erfolgt ist, verlas Rabbiner Max Heller (Neu-Orleans) namens einer großen Delegiertengruppe eine Erklärung, in der Lipskys Führerqualitäten hervorgehoben wurden. Esra Schapiro aus Cleveland, der den Wahlantrag einbrachte, nannte Lipsky einen „demokratischen Prinzen in Israel“. Lipsky dankte bewegt für seine Wiederwahl und sagte, er sei entschlossen gewesen, das Amt eines Präsidenten nicht wieder anzunehmen, aber die während der Konvention vor sich gegangene Entwicklung habe ihn umgestimmt. Er appellierte an die Delegierten, Einigkeit und Harmonie zu pflegen und persönliche Erbitterung in den Hintergrund treten zu lassen. Die Jewisch-Agency-Frage war das einzige außeramerikanische Problem, über das debattiert und abgeStimmt wurde. Dr. Stephen 5. W i s e sagte, der Bericht sei im Anfang gut, aber das sei auch alles. Er wiederholte seine auf dem Kongreß gemachten Ausführungen über die Pflichten der Mandatarregierung gegenüber dem Aufbau des jüdischen Nationalheims in Palästina und kündigte an, er werde in den Sitzungen des Aktions-Komitees, die am 19. Juli in Berlin beginnen, eine oppositionelle Haltung einnehmen. Im Namen der palästinischen Arbeiterschaft übte das poalezionistische A.-K.-Mitglied Mereminsky Kritik an dem Bericht der Joint Palestine Survey Commission. Abgeordneter Goldberg und Maurice Samuel befürworteten die eingebrachte, Resolution, die sich für die Politik Dr. Weizmanns erklärt, woraufhin die Resolution zur Annahme gelangte. Ein auf fünfzehn Personen bestehendes Finanzkomitee unter der Führung von A. Liebowitz aus Neuyork und ein fünfundzwanziggliedriges Administrativkomitee, das sich in der großen Mehrheit aus den bisherigen Mitgliedern zusammensetzt, wurde gewählt. Gewählt wurden u. a. auch Maurice Samuel und Abg. Goldberg, gegen deren Wiederwahl die Opposition und auch Dr. Wise energisch ankämpften. Bei der Wahl eines Präsidenten der Exekutive spielten sich wiederum stürmische Szenen ab. Der Permanenzausschuß schlug Elihu D. Stone aus Boston für dieses Amt vor. Die Opposition protestierte laut gegen Stones Wahl, weil er jene Vorversammlung leitete, die die Wiederwahl Lipskys beschloß. Schließlich wurde Stone mit 136 gegen 79 Stimmen gewählt.