Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 28 (13.7.1928)
- Date
- 1928-07-13
- Page
- Seite 438 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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438 Das Jüdische Echo Nr. 28 zuständigen Instanzen noch nicht gelungen ist, dieses Übels Herr zu werden, ja daß man in vielen Fällen nicht einmal die Täter entdeckt hat, ist ein betrübliches Zeichen für die Durchschlagskraft der getroffenen Maßnahmen. Es wäre Aufgabe der ganzen Öffentlichkeit, sich gegen diese Kulturschande zur Wehr zu setzen und sie endlich unmöglich zu machen. Um den Bericht der Jewish-Agency-Kommission Radikale Zionisten und zionistische Arbeiterparteien für Abhaltung eines Winterkongresses zur Lösung der Agency-Frage Berlin, 5. Juli. (JTA.) Am 14. und 15. Juli findet in Berlin eine Sitzung des Zentralkomitees der Vereinigung radikaler Zionisten statt, zu der auch Delegierte der verschiedenen Landesgruppen erscheinen werden. Es werden Vertreter aus Polen, Galizien, Deutschland, Österreich, der Tschechoslowakei, Rumänien und der Bukowina teilnehmen. Die Vereinigung radikaler Zionisten beabsichtigt, im Aktionskomitee den Antrag auf Einberufung eines zionistischen Kongresses für den Arfang des Winters zu stellen, der die Entscheidung in der Agency-Frage bringen soll. Wie wir hören, wird dieser Gedanke der Einberufung eines Winterkongresses auch in den Kreisen der zionistischen Arbeiterparteien lebhaft erörtert. Dr. Soloweitschik, ein Führer der radikalen Zionisten, kündigte in der „Jüd. Rundschau“ erbitterten Kampf der Radikalen gegen den ihnen zugemuteten „Verrat an wertvollsten Prinzipien unseres Aufbaus“ an. Jabotinsky will ein Ultimatum stellen Wien, 6. Juli. (JTA.) Der Schöpfer der Partei der Zionisten-Revisionisten, Wladimar Jabotinsky, richtete an den Herausgeber des radikal-zionistischen Organs, „Die Neue Welt“, Robert Stricker, ein Schreiben, das als schonungslose Kampfansage gegen die Idee der Erweiterung der Jewish Agency anzusehen ist. Für ihn bedeutet eine Agency-Erweiterung den Untergang der Zionistischen Organisation. Was gedenkt ihr zu tun, fragt Jabotinsky. „Man spreche nur nicht von einer fait accompli; die erweiterte Agency existiert noch nicht, und wir haben noch genug Zeit, wenn wir handeln wollen. In voller Erkenntnis der Sachlage behaupte ich, daß es noch 10 oder 20 Wege gibt, die erweiterte Agency vor ihrer Geburt entweder harmlos zu machen oder zu töten... Wenn das JErweiterungs‘-Unglück wirklich eines bösen Morgens zum fait accompli werden sollte — was dann? Wird die Opposition ,loyal4 und ,konstitutionell4 weiter in der macht- und inhaltslosen Leiche der Zionistischen Organisation bleiben? An Kongressen teilnehmen, die nichts befehlen und nichts verbieten können? Sich um die Wahl von Exekutiven streiten, die nichts ohne Erlaubnis von Außenstehenden anfangen dürfen?“ Jabotinsky schließt: „Meinen Standpunkt kann ich ganz klar definieren: ein dem Assimilantentum unterworfener Kongreß ist kein Platz für Zionisten. Bei Konflikten von solcher prinzipieller Schärfe verstehe ich nicht eine »Opposition4, die seelisch von vorneherein bereit ist, sich doch zu fügen... Bei solchen Konflikten heißt die konstitutionelle Pflicht jedes Getreuen: Bruch und Revolution. Wird die Zionistische Organisation vernichtet, so muß eine neue Zionistische Organisation entstehen.“ Jabotinsky erklärt, er schreibe in seinem eigenen Namen, werde aber diesen Standpunkt auch in den Beratungen seiner Partei mit allem Nachdruck vertreten. Er glaubt, daß man sich auf wirtschaftlichem Gebiete -einigen könne und schließt: „Die Opposition muß in dieser Frage selbständig handeln und dabei klar feststellen, daß ihr Veto ein Ultimatum ist.“ Die Stellungnahme der englischen Zionisten Am 8. d. M. fand in London die Jahreskonferenz der English Zionist Federation statt. Der Konferenz würden eine Reihe von R e s o 1 u t i - nen vorgelegt, unter denen für eine weitere Öffentlichkeit besonders die Stellungnahme zum Bericht der Agency-Kommiss i o n interessant ist, weil daraus hervorgeht, daß auch dort die Anschauung besteht, es könne sich bei dem Bericht nicht um ein bedingungsloses Ja oder Nein handeln, sondern man könne zu dem sachlichen Vorschlag der Kommission auch Gegenvorschläge und Abänderungsanträge einbringen. Die Resolutionen lauten: 1. Die Konferenz begrüßt die Schritte, die zur Durchführung der Beschlüsse des XIV. und XV. Zionistenkongresses betreffend Bildung einer erweiterten Jewish Agency eingeleitet worden sind. 2. Die Konferenz drückt ihre allgemeine Befriedigung mit dem Bericht der Joint Palestine Commission aus, da dieser den deutlichen Wunsch nach Zusammenarbeit aller Kreise des jüdischen Volkes beim Aufbau des Jüdischen Nationalheims erkennen läßt. Die Konferenz vertraut darauf, daß dies zu einer gesteigerten Teilnahme aller Juden und zu einem beschleunigten Tempo des jüdischen Wiederaufbaus in Palästina führen wird. 3. Die Konferenz nimmt mit Befriedigung die von der Kommission ausgesprochenen Meinungen über die zionistischen Leistungen in Palästina und die hoffnungsvollen Aussichten ihrer Entwicklung zur Kenntnis und begrüßt die konstruktiven technischen Vorschläge, die von der Kommission auf Grund der Expertenberichte gemacht werden. 4. Die Konferenz schließt sich ferner den Ansichten der Kommission in bezug auf die Pflich- Victoria-Motorräder 350 bis 600 ccm Prospekte und Verkauf durch die Vertretung Josef Mayis München Thalkirchner Str. 66 70 Tel. 55136 und 57 5 93