Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 27 (6.7.1928)
- Date
- 1928-07-06
- Page
- Seite 429 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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'• \*"r % .SS Nr. 27 Das Jüdische Echo / Literarische Beilage 429 nur ein Faktor neben vielen ist, aber einer der wichtigsten. Das Buch — diese Ehrung eines Toten ehrt Zweig — ist Siegfried Jocobsohn gewidmet. 16 Porträtaufnahmen helfen zum Verständnis der in dem Buch charakterisierten Schauspieler mit. I. G. Max Nordau. Erinnerungen. (Renaissance- Verlag, Leipzig-Wien.) Um es gleich zu sagen, wer an Nordaus Erinnerungen mit sehr hochgespannten Erwartungen herangeht, wer glaubt, hier ein Pendant zu Herzls Tagebüchern zu finden, wird nicht ganz auf seine Rechnung kommen. Herzls Tagebücher haben jeden heutigen Leser noch einmal die Größe der ersten zionistischen Zeit erleben lassen, sie haben uns einen großen Menschen geschildert, der plötzlich von einer Idee überfallen, wie im Fieberwahn sich ihr hingibt für den Augenblick und für die Dauer. Das Ganze aber bildet eine Fundgrube zionistischer Geschichte der Frühzeit. Das ist hier wie gesagt anders. Denn, wenn Herzls Tagebücher erst von seinem zionistischen Wirken ab anheben, umfassen diese Erinnerungen das ganze Leben seines großen Mitstreiters. Darin nimmt natürlich zionistische Arbeit keinen so großen Raum ein, zionistische Erkenntnis bricht nicht so mit Naturgewalt durch. Aber sie •erzählen uns ausführlich von seiner ärmlichen Abstammung, seinem glänzenden Siegeslauf als Schriftsteller von europäischem Ruf. In seinen vielfältigen Beziehungen entstehen vor uns plastische Bilder des Geisteslebens der Vorkriegszeit. Namen wie Lombroso, Clemenceau, Pichon tauchen auf und später die ganze zionistische Generation um Herzl, als die heutigen Führer noch junge Männer waren. Dieser originelle und kühne Denker Nordau wird der große Redner der ersten Kongresse. Sein Leben ist geteilt zwischen Berufsarbeit und Reisen, Konferenzen und journalistischer Tätigkeit. Leider lesen wir das alles nicht in der Frische des im Augenblick gegebenen Berichtes, auch nicht nach längerer Zeit von einem Biographen oder Historiker gefeilt und geschliffen. Beide Elemente wurden vermischt, das Buch herausgegeben und zum Teil verfaßt von der Lebensgefährtin Max Nordaus. S. D. Bodenbesteuerung in Palästina. Von Dr. A. Granovsky. Berlin. Jüdischer Verlag. Das palästinische Steuerwesen, insbesondere die Bodenbesteuerung mit ihren für die jüdische Siedlung so großen Wirkungen, behandelt der bekannte palästinische Kolonisations- Sachverständige Dr. Abraham Granovsky einer soeben im Jüdischen Verlag, Berlin W 57, erschienenen Schrift „Badenbesteuerung in Palästin a“. Granovsky schildert die einzelnen Arten der städtischen und ländlichen Grundstücks- und der anderen landwirtschaftlichen Steuerarten, vergleicht diese pa- Ueberkinger Sprudel Süddeutschlands führendes Tafelwasser Generaldepot Eduard Kühles, München RASPSTRASSE 6 TELEPHON 92200 lästinischen Steuersysteme mit den in anderen Mittelmeerländern gebräuchlichen iund macht Vorschläge zur Umgestaltung des längst veralteten, die Neuatosiediunig 'erschwerenden Steuersystems. Das neue Buch ist ein Seitenstück zu dem 1925 im gleichen Verlag erschienenen Werke des Verfassers „Probleme der Bodenpolitik in Palästina“, über das der Führer der Bodenreform, Adolf Damaschke, soeben im letzten Vierteljahrsheft des „Jahrbuchs für Bodenreform“ eine ausführliche, die große allgemeine Bedeutung .dieses Buches würdigende Abhandlung geschrieben hat. Der Preis der genannten Werke ist broschiert RM. 2.50, gebunden RM. 3.50, beide Werke auf einmal bezogen kosten RM. 6.—. Martin-Buber-Sonderheft der Zeitschrift „Der Jude“. Zum 50. Geburtstag Martin Bubers erschien ein Sonderheft der von ihm gegründeten Zeitschrift „Der Jude“, das, von Robert Weltsch und Hans Kohn redigiert, im Jüdischen Verlag, Berlin W 57, erschien. (Broschiert RM. 3.50, gebunden RM. 4.80.) Die Beiträge von mehr als 30 Verfassern, so verschieden sie auch in ihrer Problemstellung sein mögen, ob sie nun von Zionisten oder Nichtzionisten herrühren, zeigen den starken Einfluß, den Buber auf seine Zeitgenossen ausgeübt hat und ausübt; in und aus ihrer Vielfalt ersteht ein Bild der geistigen Strömungen im Judentum, was in den „Briefen eines Nichtzionisten an einen Antizionisten“, Franz Rosenzweigs und in Bubers Brief über „Lebensfrömmigkeit“ — beide aus aktuellen Anlässen und Diskussionen entstanden —, am stärksten und bedeutendsten zum Ausdruck kommt. In den Beiträgen zur zionistischen Ideologie, besonders in dem Markus Reiners über „die Biologie des Zionismus“ und in dem Robert Weltschs über „Zionismus als unendliche Aufgabe“ sind allerdings Meinungen vertreten, die diese Projektion des Realen ins Geistige in einer Art vornehmen, die mehr vom falschen als vom wahren Geist des Judentums bestimmt erscheint. Jedenfalls ist die Lektüre des Heftes, das übrigens auch ein Bild Bubers, ein interessantes Brieffaksimile Theodor Herzls, sowie mehrere Briefe Weizmanns an Buber (aus dem Jahre 1903) enthält, unerläßlich für jeden, der über dem jüdischen und zionistischen Alltag nicht die Besinnung auf die Idee verlieren will. I. £. Adelholzener Primusquelle Stärkste Rubidiumqüelle Europas sehr geeignet zu Hauskuren. B e Hervorrag. Heilwasser bei Nieren-, Leberu. Blasenleiden approbierter Apotheker Otto Pachmayr kömmliches Tafelwasser. 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