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Das jüdische Echo · 1928-07-06 · 27 (6.7.1928) · p. Seite 422

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
27 (6.7.1928)
Date
1928-07-06
Page
Seite 422 (sequence 6)
Language
German
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422 Das Jüdische Echo Nr. 27 Ein Reformprogramm der Hadassah Neuyork, 1. Juli. (JTA.) Der Konvention der amerikanischen Zionistischen Organisation ging die Jahresversammlung der zionistischen Frauen- und Mädchen-Organisation „Hadassah“ in Pittsburg voraus. Das von der Hadassah- Leitung vorgeschlagene Reformprogramm bezüglich der Administration der amerikanischen Zionistischen Organisation wurde von den Delegiertinnen mit überwältigender Mehrheit gutgeheißen. Von den etwa 600 Delegiertinnen stimmten nur 60 gegen das Programm. Das nun angenommene Reformprogramm wurde der Konvention der Zionistischen Organisation Amerikas, von der die Hadassah bei Wahrung einer gewissen Autonomie ein Bestandteil ist, unterbreitet und zur Annahme empfohlen. Zur Besetzung des Büros der Hadassah wurden die folgenden Nominierungen gemacht: Ehrenpräsidentin Miss Henrietta Szold, Ehrenvizepräsidentin Frau Nathan Strauß, Präsidentin Frau Irma Lindheim, Vizepräsidentinnen Frau Robert Szold, Miss Pearl Franklin und Frau David de Sola Pool, Schatzmeisterin Frau Dorothy Lefkowitz, Sekretärin Miss Judith Epstein. Die Wahl wurde auf die Schlußsitzung verschoben. Aus der jüdischen Welt Der Etat der Berliner Jüdischen Gemeinde Berlin, 29. Juni (JTA.) Die Repräsentantenversammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde beriet in ihrer Sitzung am 28. Juni abends den Etat für das Jahr 1928, der — wie schon einmal mitgeteilt — in einer Höhe von ungefähr zehn Millionen Reichsmark balanziert. Den stärksten Anteil am Gesamtetat hat der Etat des Wohlfahrtsamtes der Jüdischen Gemeinde. Die Dekkung, welche durch Steuern eingebracht werden soll, beträgt etwa 6 Millionen Reichsmark. Die Steuerquote für das laufende Jahr ist wie im Vorjahre mit zehn Prozent der Reichseinkommensteuer festgesetzt worden. Im Rahmen der Etatberatung fand eine großzügige Debatte statt. Nach dem Referenten des Etat-Ausschusses Rosenthal und nach einer Rede des Finanzdezernenten des Gemeindevorstandes, Direktors Kareski, der namentlich auf den Erfolg hinwies, der darin läge, daß man die Steuern von 15 Prozent im Jahre 1926 auf 10 Prozent habe ermäßigen können, sprach zunächst der Poale Zionist Dr. Oskar Cohn, dann sprachen der Konservative M. A. Loeb, die Liberalen Professor Türk und Marcus, der Volksparteiler Ministerialrat Hans Goslar. Die Aussprache, bei der die verschiedenen Parteien ihre programmatischen Forderungen aufstellten, erstreckte sich im wesentlichen auf die Etat-Kapitel „W ohlfahrts - und Jugendamt“ und „Schul e“. Es wurden Forderungen betreffs einer Ausgestaltung des jüdischen Schulwerks in Berlin erhoben. Das Wohl- I. MÜNCHENER PLISSEE-BRENNEREI FRHNZ GRUBER, MÜNCHEN Hohlsaums Knöpfe, Endeln, Kanten, Kostllmstlckereien Burgstraßei6/3 Knopflöcher Telephon 22975 fahrts- und Jugendamt der Gemeinde soll, wie eine zum Schluß der Sitzung angenommene Resolution besagt, einer völligen Reorganisation unterzogen werden. Am Schluß ihrer Ausführungen forderten der volksparteiliche und der zionistische Fraktionsredner eine tätige Mitarbeit am Aufbau Erez Israels. Es wurden Anträge betreffend eine Subvention für den Keren Hajessod und für den Palästina-Arbeiter-Fonds angekündigt. Die Debatte bot vielfach Höhepunkte, namentlich soweit es sich um die grundsätzlichen weltanschaulichen Auseinandersetzungen der miteinander ringenden Gruppen innerhalb der Gemeinde handelt. Der Etat, der schließlich in beiden Lesungen mit Einstimmigkeit zur Annahme gelangte, sieht u. a. die folgenden Hauptausgabenposten vor: Kultus und Ritual: 2 763 815 RM.; Unterricht- und Bibliothekwesen: 1 126 639 RM.; Wohlfahrtswesen 3 886 090 RM. Allgemein jüdische Angelegenheiten: 415 000 RM.; Verwaltung; 1 787 943 RM.; Vermögensverwaltung; 779 258 RM. Bemerkenswert ist, daß zum erstenmal ein Posten für Jugendpflege, und zwar in Höhe von 30 000 RM., eingesetzt wurde. Wizo-Tagung in Berlin Berlin, 1. Juli (JTA.) Am 3. Juli beginnt in Berlin die zweite Counziltagung der Wizo (Weltorganisation der zionistischen Frauen). Vertreterinnen aus der ganzen Welt werden an der Sitzung teilnehmen, die sich mit den wichtigsten Fragen der organisierten zionistischen Frauenarbeit im Galuth sowie mit den konkreten Aufgaben der Wizo in Palästina eingehend befassen wird. Die Sitzung wird auch Berichte über die Leistungen in den letzten Monaten, insbesondere seit der Baseler Tagung, entgegennehmen. Eine internationale Besprechung der Sozialisten über die Palästinafrage Berlin, 28. Juni (JTA.) Auf Anregung der Poale Zion und des Komitees für das arbeitende Palästina fand in Berlin eine Zusammenkunft sozialistischer Persönlichkeiten statt, bei der der belgische Arbeiter-Führer und Führer der zweiten Internationale, Emile Vandervelde, über das Aufbauwerk der palästinischen Arbeiterschaft sprach und betonte, daß die sozialistische Welt das größte Interesse an dem Gelingen dieses Werkes haben müsse. In der Versammlung wurde mitgeteilt, daß während des Kongresses der zweiten Internationale in Brüssel eine internationale Besprechung der Sozialisten aller Länder über die Palästina-Frage stattfinden wird, in der wirt- Wanderer MOTORWAGEN sind in Qualität und Leistung unerreicht. Verkauf durch: loh. Winklhoier & Sühne * München 50 Forstenrieder Straße 53 / Telephon 73844

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