Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 27 (6.7.1928)
- Date
- 1928-07-06
- Page
- Seite 421 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 27 Das Jüdische Echo 421 nicht beendet ist und darauf hingewiesen, daß die jetzt geltenden Vorschriften und Methoden der Besteuerung anerkanntermaßen veraltet und ungerecht sind. Ländereien dürfen nur gemäß dem wirklichen Wert des Bodens besteuert werden, da jede andere Politik der Wirtschaftsentwicklung abträglich ist. Die Kommission spricht die Erwartung aus, daß bald eine Finanzpolitik in Geltung kommen wird, die auf eine Gleichmäßigkeit hinzielt. Die Kommission erhebt sodann das Verlangen nach Gewährung von Vorzugszöllen für Palästirmprodukte und weist nach, daß der Gewährung der Imperial Preference keineswegs die Meistbegünstigungsklausel im Wege steht, die in verschiedenen Verträgen der britischen Regierung enthalten ist. Diese Klausel bezieht sich auf „andere“, das heißt ausländische Staaten, treffe also auf Palästina nicht zu, da die durch das Mandat geschaffenen Beziehungen zwischen Großbritannien und Palästina intimerer Natur sind. Auch den anderen, Großbritannien zugewiesenen Mandats'territorien sei mit Ausnahme des Irak Imperial Preference gewährt worden. Es wird sodann eine Reihe von Beispielen dafür angeführt, daß auch andere Länder bei Vorliegen „außergewöhnlicher Umstände“ Ausnahmen von der Meistbegünstigung gewähren. Diese „außergewöhnlichen Umstände“ kämen auch auf die Beziehungen zwischen der Mandatarmacht und Palästina in Betracht. (Ziko.) Rücktritt Plumers London, 27. Juni. (JTA.) Seitens des Kolonialamtes wird offiziell mitgeteilt, daß der Oberkommissar von Palästina und Transjordanien, Lord Plume^ im Herbst dieses Jahres seinen Posten, den er seit dem Sommer 1927 innehat, verläßt. Lord Plumer wird schon Ende Juli einen dreimonatigen Urlaub antreten und nicht mehr in sein Amt zurückkehren. Warum Lord Plumer zurücktritt — Sir Gilbert Clayton sein Nachfolger? London, 27. Juni. (JTA.) Die Zeitung „Daily Express“ veröffentlicht eine Mitteilung ihres Jerusalemer Korrespondenten, in der es heißt, Lord Plumer habe eine Verlängerung seiner im Herbst ablaufenden Amtsperioden wegen scharfer Differenzen mit dem Kolonialamt, betreffend die Verteilung der transjordanischen Streitkräfte zwischen dem britischen Schatzamt in Palästina, abgelehnt. Angesichts des Defizitis im Palästinabudget von über einer Million Pfund zu Ende des letzten Finanzjahres halte der Oberkommissar die gegenwärtige Verteilungsform für unhaltbar; eine Verminderung der Ausgaben um etwa 15 Prozent müßte die Folge sein. (Das Defizit beträgt allerdings nicht eine Million, sondern nur £ 200.000.—.) Der Korrespondent teilt mit, daß in Jerusalem geglaubt wird, daß Sir Gilbert Clayton, der drei Jahre lang Chefsekretär der Palästinaregierung war, der Amtsnachfolger Lord Plumers auf dem Posten des Oberkommissars werden wird. Der neuernannte Chefsekretär der Palästinaregierung, H. C. Luke, ist aus Sierra Leone in London eingetroffen und begibt sich anfangs Juli nach Palästina, um sein neues Amt anzutreten und als Stellvertreter des Oberkommissars bis zur Ernennung eines neuen Oberhauptes der Palästina-Administration zu fungieren. Von der Konvention der amerikanischen Zionisten Neuyork, 3. Juli. (JTA.) Die in Pittsburg am 1. und am 2. Juli stattgefundene Jahreskonvention der Zionistischen Organisation Amerikas hat sich mit 398 gegen 159 Stimmen für die Beibehaltung der bisherigen von Louis Lipsky als Präsidenten der Organisation geführten Administration ausgesprochen, obwohl Lipsky selbst gegenüber dem vom Parteigericht eingesetzten Komitee von neun Persönlichkeiten zur Herstellung des Friedens in der amerikanischen zionistischen Bewegung die Erklärung abgegeben hat. daß er seine Kandidatur auf die Präsidentschaft der amerikanischen Zionistischen Organisation zurückziehe und eine Wiederwahl nicht annehmen werde; auch werde er kein anderes Amt in der amerikanischen Administration bekleiden Nach der Abstimmung wurden Verhandlungen mit der von Richter Julian W. Mack geführten oppositionellen Gruppe eingeleitet, und zwar auf der Grundlage, daß Lipsky bewogen werden soll, seinen vor einigen Tagen ausgesprochenen Verzicht auf die Annahme der Präsidentenwürde oder einer anderen Funktion innerhalb der amerikanischen zionistischen Administration zurückzunehmen und weiterhin Präsident der Organisationen zu bleiben. Richter Mack erklärt jedoch im Namen seiner Gruppe, daß diese auf der Fernhaltung Lipskys von der Führung der Administration beharre Ein Ausgang des. Konfliktes ist noch nicht abzusehen. SCHOKOLADE-PRALINEN-«- StoüwercK —* GOLD »