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Das jüdische Echo · 1928-06-29 · 26 (29.6.1928) · p. Seite 412

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
26 (29.6.1928)
Date
1928-06-29
Page
Seite 412 (sequence 12)
Language
German
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412 Das Jüdische Echo Nr. 26 gung in diesem Jahr zusammen. An der Sitzung werden von den französischen Mitgliedern die Herren Professor Reinach, Professor Wahl und Dr. Netter teilnehmen. Den Vorsitz führt wie immer Generalkonsul Philipson (Brüssel). Aus London werden die Herren O. E. d’Avigdor Goldsmid, Leonard G. Montefiore und L. Leonard Cohen anwesend sein. Aus Deutschland werden die Herren Rechtsanwalt Klee (Berlin) und Justizrat Blau (Frankfurt a. M.) erwartet. Herr James Simon ist an der Teilnahme verhindert. Die Sitzung hat insofern besondere Bedeutung, als von dem Generaldirektor der JCA, Dr. Louis Oungre, der sich augenblicklich in Südamerika befindet, wichtige Berichte vorliegen. Eine Sitzung der Foundation, von der ursprünglich in Verbindung mit dem Besuch des Herrn Felix M. Warburg in Paris gesprochen wurde, wird wahrscheinlich nicht stattfinden. Herr Louis Marshall wird ebenfalls in Paris anwesend sein. Voraussichtlich wird Herr Marshall seine Anwesenheit benutzen, um mit den Herren der JCA Fragen der russischen Kolonisation, an der ja die JCA und der JOINT gemeinsam interessiert sind, zu besprechen. Im übrigen wird angenommen, daß auch Herr Marshall, wie schon Herr Felix M. Warburg, mit Baron Edmond de Rothschild und der Verwaltung der Palestine Jewish Colonisation Association (PICA) Fragen der jüdischen Kolonisation in Palästina erörtern wird. Gegen jüdische Bodenrechte in Polen Warschau, 20. Juni. (JTA.) In der gestrigen Sitzung der Kommission für Agrarreform des polnischen Sejm wurde die Novelle zum sogenannten Pächtergesetz in den Ostgebieten behandelt. Nach dem aus der Zarenzeit stammenden Gesetz durften in diesen Gebieten Polen wie Juden keinen Boden besitzen. Sie figurierten deshalb nur als Pächter von Boden irgendwelcher fiktiver Personen. Nach der neuen Gesetzesnovelle sollen nun diese vermeintlichen Pächter das formelle Recht erhalten, als Besitzer ihres Bodens aufzutreten. In der Novelle aber heißt es nur, daß die „polnischen“ Pächter Bodenbesitzer werden sollen; von den jüdischen Pächtern ist nicht die Rede. Abgeordneter Hartglas stellte den Antrag, auch das Wort „jüdische“ Pächter in den Text der Novelle aufzunehmetf, da nachweisbar eine große Zahl Juden auf dem ihnen gehörenden Boden als Pächter lebt. Bei der Abstimmung wurde der Antrag von Hartglas angenommen. Gegen ihn stimmten die Nationaldemokraten und der unparteiische Block. Die Vertreter dieser Parteien gaben zu verstehen, daß sie eine Propaganda gegen die Annahme des Antrags Hartglas im Sejm durchführen werden. Joseph Barondess gestorben Der bekannte amerikanische Zionist, Joseph Barondess, ist im Alter von 61 Jahren in Neuyork gestorben. Barondess war eine der populärsten Figuren des jüdischen Amerika, Vizepräsident des amerikanisch-jüdischen Kongresses und Ehrenvizepräsident der amerikanischen Zionistischen Föderation. Erst vor* einigen Wochen war Barondess zum Präsidenten des Keren Kajemeth in Amerika gewählt worden. (Ziko) Ausgleich des Konflikts in der amerikanischen zionistischen Organisation? Neuyork, 21. Juni. (JTA.) Die Verhandlungen vor dem von Dr. Weizmann eingesetzten Parteigericht zur Prüfung der Beschuldigungen der Opposition gegen die offizielle Administration der amerikanischen zionistischen Organisation nahmen eine unerwartete Wendung. Nach Anhörung der Parteien unterbrach das Gericht die Weiteruntersuchung und hielt eine geschlossene Sitzung ab, um einen Vorschlag auf friedliche Einigung der beiden streitenden Parteien auszuarbeiten. Über die Art dieses Vorschlages laufen verschiedenerlei Gerüchte um. Eine Lösung des Konfliktes wird unmittelbar erwartet. Verstärkung des öffentlichen Sicherheitsdienstes in Jerusalem Mit Rücksicht auf die in letzter Zeit sich häufenden Belästigungen jüdischer Frauen in Jerusalem seitens der arabischen männlichen Jugend hat der High Commissioner Lord Plumer strenge Instruktionen an die Polizei erlassen, die eine Verstärkung des öffentlichen Sicherheitsdienstes vorsehen. Die Zahl der Polizisten in den Straßen Jerusalems soll beträchtlich erhöht werden. (Ziko) OANIA SCHELLINGSTRASSE 39 / TELEPHON 23741 / 29073 lBUGATTI Auskunftsstelle für internationalen jüdischen Kinderschutz und Jugendwohlfahrt Im Hinblick auf die steigende Bedeutung, die die Fragen des internationalen jüdischen Kinderschutzes und der Jugendwohlfahrt gewinnen, haben sich in Berlin Menschen aus verschiedenen Kreisen jüdischer Jugendwohlfahrtsarbeit zur Begründung einer Auskunftsstelle für internationalen Kinderschutz und Jugendwohlfahrt zusammengefunden. Um der Stelle weitgehende Informationen über Kinderschutz- und Jugendwohlfahrtsarbeiten und -einrichtungen sowie über besondere Notstände in den verschiedenen Ländern, ferner persönliche Fühlungnahme mit Mitarbeitern zu ermöglichen, werden alle diejenigen, die sich für diese Arbeiten interessieren, gebeten, ihre genaue Adresse an die Auskunftsstelle für internationalen jüdischen Kinderschutz und Jugendwohlfahrt, z. Hd. von Frau Bergel-Gronemann, Berlin-Wilmersdorf, Landauerstraße 11, mitzuteilen.

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