Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1928-06-29 · 26 (29.6.1928) · p. Seite 411

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
26 (29.6.1928)
Date
1928-06-29
Page
Seite 411 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/9072829-9103081-9156890--08580-9081298
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr 26 Das Jüdische Echo 411 Jüdischer Gesangverein, München Morgen, Sonntag, den 1. Juli 1928 ab 4 Uhr nachmittags, veranstalten wir unser Sommerfest in Harlaching im großen Saal der Restaurat. Neumeier Bei jeder Witterung Ends,ation der Linie 17 Näheres siehe Notiz! derer Nationalitäten mit dem Ruhm und der Autorität als Antisemitenführer, er wollte an dem Judenhaß verdienen, viel verdienen und ein luxuriöses Leben führen. Da hatte er aber die anderen „Rozwoj“-Führer, die ja selbst dasselbe wollten, gegen sich. Da verlegte Jaksa Chamiez seine Tätigkeit nach Pommern.* Er gab zwei Schmutzblättchen heraus, die beide nur von kurzer Lebensdauer waren. Auf seinen Visitenkarten und Geschäftspapieren nannte er sich „Professor der patriotischen Wissenschaften“. Diese Schwindeleien hätten ihm in der Schwindelzentrale von Warschau nicht weiter geschadet; aber Jaksa Chamiez hatte, da seine journalistische Tätigkeit nichts eintrug, nicht nur Titel, sondern auch Quittungen des „Rozwoj“ gefälscht und auf solche Weise bedeutende Summen in die eigene Tasche gleiten lassen. Dieses Geschäft blühte solange, bis es in Warschau aufkam und man den eigenen Abgott vor das irdische Gericht zitierte. Aber der Abgott wich vorsichtig dem Richter aus und mußte erst lange Zeit steckbrieflich verfolgt werden, bis er stellig gemacht wurde. Auch in der Gerichtsverhandlung versuchte der einstige antisemitische Generalissimus noch durch volltönende Phrasen zu imponieren, stellte sich als Dozent der slavischen Geschichte und verwandten Wissenschaften vor und schilderte sich als den selbstlosesten Judenfresser, der auf das Geschäft noch draufgezahlt habe. Der Gerichtshof mußte ihn schließlich doch wegen mehrfacher Dokumentenfälschungen zu einem Monat verurteilen, erwies sich jedoch als äußerst milde, indem er die*Strafe nur bedingt mit einer zweijährigen Bewährungsfrist verhängte. Jaksa Chamiez wird sich also zwei Jahre lang solchen Handlungen enthalten müssen, die ihm eine Gerichtsstrafe eintragen könnten. Antisemitisch hetzerisch kann er sich auch jetzt schon weiter betätigen, denn dafür ist er bisher niemals bestraft worden. Zum Beginn der Reisezeit Wir erhalten von rabbinischer Seite eine längere Betrachtung über die Stellung des jüdischen Reisenden zum jüdischen Hotel, aus der wir unseren Lesern folgende Stellen zur Kenntnis bringen möchten: „.. o Das jüdische Hotel ist der Kristallisationspunkt, um den herum sich eine jüdische Gesellschaft sammelt, der Dir ein neues Zuhause gibt, wenn Du Deine eigenen vier Wände verlassen hast. Wir glauben Dir nicht, wenn Du sagst, ich fühle mich auch ohne dies wohl, auch fern von der Gemeinschaft meiner Glaubensgenossen. Das ist eine künstliche Haltung, durch die Du Dich selbst betrügen willst. Die jüdische Öffentlichkeit betrachtet heute die Frage der jüdischen Hotels als die ihre. Der Landesverband preußischer Gemeinden hat aus öffentlichen Mitteln schon eine größere Summe bereitgestellt, um die Bestrebungen in dieser Richtung zu unterstützen, der Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser hat mit wachsender Kraft seine Ziele zu verwirklichen gewußt, und der Verein jüdischer Hotelbesitzer und Restaurateure ist energisch am Werk, diesem Lebensbedürfnis jüdischer Menschen seine Befriedigung zu verschaffen. Mache es auch nicht, wie so manche reichen Herrschaften, die zwar auch nur dort hingehen, wo ihnen der jüdische Wirt die Lebensmöglichkeiten verschafft hat, die seine Synagoge benutzen und kein Minjan darin versäumen, die Tausende für alle anderen Aufwendungen der Reise zur Verfügung haben, nur den jüdischen Wirt nichts verdienen lassen wollen. Wir reden hier nicht von dem kleinen Mann Im Gegenteil, diesem ist der jüdische Wirt immer selbst entgegengekommen, wenn er eigene Küche führen mußte mit seiner kinderreichen Familie, hat ihn aus eigenen Beständen mit Lebensmitteln versorgt, um ihm den Aufenthalt zu erleichtern. Wir reden von den großen Herren, deren eigne Lebenshaltung vielleicht nicht minder kostspielig ist als wie das Hotel, die aber jeden Gemeinsinn vermissen lassen, wenn es sich um soziale Aufgaben der jüdischen Gesamtheit — und auch die Schaffung und Erhaltung jüdischer Hotels gehört dazu — handelt. Aus der jüdischen Well Neue Synagogenschändung Berlin, 22. Juni. (JTA.) Prediger Jastrow in Forst in der Lausitz hat gegen Unbekannt Strafantrag wegen Besudlung des Synagogengebäudes (öffentlich kirchlichen Gebäudes) Forst i. d. L. gestellt. Dort sind an dem Haupteingang in der Nacht vom 11. zum 12. Juni vier Zettel völkischnationalen Inhalts angeklebt worden, die das Hitler-Bildnis, das Hakenkreuz, die Inschrift; „Großdeutschland erwache!“ und den Satz enthielten: „Die jüdischen Paradiese dieser Welt sind stets noch Stätten des Grauens gewesen.“ Die „C.-V.- Zeitung“ nimmt an, daß die Täter in den Kreisen der Werwolf-Bewegung zu suchen sind und erklärt, der C.-V. werde in Gemeinschaft mit seiner Ortsgruppe nichts unversucht lassen, „um diese heimtückischen und feigen Umtriebe der gerichtlichen Sühne entgegenzuführen“. Aktionskomitee-Sitzung in Berlin am 19. Juli Paris, 22. Juni. (JTA.) Wie der Jüdischen Telegraphen-Agentur von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, ist der Beginn der Berliner Tagung des Aktionskomitees der zionistischen Organisation auf Ersuchen der palästinischen Mitglieder der Exekutive und des Aktionskomitees vom 17. Juli auf den 19. Juli verschoben worden. Sitzung des Verwaltungsrates der JCA Paris, 25. Juni. (JTA.) Am 30. Juni tritt der Verwaltungsrat der JCA zu seiner zweiten Ta-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.