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Das jüdische Echo · 1928-06-29 · 26 (29.6.1928) · p. Seite 413

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
26 (29.6.1928)
Date
1928-06-29
Page
Seite 413 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 26 Das Jüdische Echo 413 DONNERSTAG, 12. JUL11928 ABENDS 830 UHR STEINICKESAAL, ADALBERTSTR. 15 HERZUFEIER der Münchener zionistischen Jugend unfer Mitwirkung des Jüdischen Kammer-Orchesters Die Gedenkrede hält Dr. S.Kanowifz, Berlin Die Feier wendet sich an die ganze jüdische Öffentlichkeit, besonders an die gesamte jüdische Jugend Eintritt RM. 1.—, Studenten u. Jugendl. —.50 Konzert Josef Rosenblatt Wenn Josef Rosenblatt an sein Münchner Konzert zurückdenkt, wird er das Gefühl haben, hier mit ehrlicher Begeisterung aufgenommen und mit Enthusiasmus gefeiert worden zu sein. Und wahrlich, wer gekommen war, einen großen Gesangskünstler zu hören, begnadet mit einer herrlichen Stimme, wie die Natur sie eben nur ihren ausgewählten Lieblingskindern zu spenden pflegt, kam voll auf seine Rechnung. Wie versteht dieser Künstler aber auch sein Organ zu behandeln! Die Beherrschung einer über alle Schwierigkeiten erhabenen Stimmtechnik ermöglicht es ihm, den Inhalt der von ihm vorgetragenen und teilweise selbst vertonten Lieder und Gesänge in selten vollendeter Art auszuschöpfen, Schmerz und Freude, Tränen und Lachen zu erwecken. Am frappantesten wirkten wohl die in zartestem Mezza voce gebrachten Koloraturen. Passagen und Triller wurden in einer Deutlichkeit und Reinheit ausgeführt, noch dazu in geradezu unwahrscheinlichen Höhen — teilweise bis zum hohen D — wie ich zugebe, es bisher noch nie vernommen zu haben. Und doch hinterließ der Abend, nachdem der Jubel der Zuhörer sich noch eine ganze Reihe Zugaben erzwungen hatte, bei einem großen Teil des Publikums nicht den Eindruck ungetrübten Genusses und daran war die seltsame Zusammensetzung des Programms schuld. Unfaßlich, wie man nach dem erschütternden „Jahrzeitlied“ mit dem „Jisgadal“ eine — gelinde gesagt — Belanglosigkeit wie die „Letzte Rose“ oder gar das fast unmögliche „Noche feliz“ bringen kann. Wie kommen die „Ragazze de Trieste“ in die Gesellschaft des „Achenu bes Jisroel“? Wir glauben gerne, daß es Herrn Rosenblatt bei seinen hohen Gaben ein Leichtes ist, mit italienischen Arien und Belkantilismen auch ein verwöhntes Auditorium in Begeisterung zu versetzen. Aber an diesem Abend hatten wir uns nur gefreut auf die Wunder seiner Chasonus, auf die alten und auch auf neue jiddische Volkslieder, durch deren Interpretation sich Rosenblatt ja seinen Weltruf erworben hat und die wir leider nur in so beschränkter Anzahl hören durften. Sehr schön assistierte A. E11 s t e i n — dessen Namen das Programm übrigens schamhaft verschwieg — am Flügel, diskret und doch charakteristisch untermalend, und man hätte es dankbar begrüßt, wenn der Konzertgeber seinen vortrefflichen Begleiter an dem ja sicher auch ihm mit geltenden Beifall ein wenig hätte teilnehmen lassen. Dank gebührt jedenfalls auch dem rührigen Komitee, das durch Übernahme des nicht geringen materiellen Risikos das Zustandekommen des Konzerts ermöglichte und uns damit die interessante Bekanntschaft Josef Rosenblatts vermittelte. K. Bettsak. GENERALVERTRETUNG Moh’Häusler Thiersthstr.20-Tel;26482u.296995 L V/. 9999^9999994

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