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Das jüdische Echo · 1928-06-29 · 26 (29.6.1928) · p. Seite 408

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
26 (29.6.1928)
Date
1928-06-29
Page
Seite 408 (sequence 8)
Language
German
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408 Das Jüdische Echo Nr. 26 wirtschaftliche Leben des Landes nicht zuläßt, als ganz und gar unbefriedigend angesehen werden muß; eine solche Politik darf von der jüdischen Gemeinschaft als Ganzes nicht als die Erfüllung ihrer Pflicht und ihrer Verbindlichkeiten angenommen werden. Die Kommission ist der Ansicht, daß ein Minimalbudget von einer Million Pfund jährlich angestrebt werden soll. Sie glaubt, daß dieser Betrag aufgebracht werden kann und muß. Wenn ein derartiges Budget vorhanden wäre, dann könnte mit der Errichtung eines nationalen Heims in Palästina und seiner Erhaltung über eine Anzahl von Jahren hinaus fortgeschritten und sie zu einem befriedigenden Abschluß gebracht werden. Sie wünscht jedoch, die Notwendigkeit strenger Sparsamkeit und bester Verwendung des aufgebrachten Geldes sowie der von ihr angezeigten Reorganisation der Methoden, endlich der rückhaltlosen Annahme der Jewish Agency gemäß den diskutierten Richtlinien zu betonen. In der Voraussetzung, daß diese Bedingungen erfüllt werden, appellieren die Kommissionsmitglieder an die gesamte jüdische Welt, die notwendigen Opfer zu bringen, damit ein Ideal verwirklicht wird, welches die Quelle berechtigten Stolzes und der Befriedigung für alle Glieder der jüdischen Gemeinschaft sein wird; ein Werk, das von der ganzen Welt als würdige Anstrengung der Judenheit zur Wiedererrichtung des Landes ihres Ursprungs angesehen werden soll. Die Kommissionsmitglieder selbst unternehmen es, ihre eigenen persönlichen Anstrengungen für den Er- 55h LANDS E-PElS^g Kiedrich Fen. Quelle Kaiser Friedrich Quelle öeqenGicht-Rheuma.-Biasen-u.Nierenleiderr für 3hre Gesundheit! Lieferung des Wassers (Original Brunnenabzug frei ins Haus durch die Vertriebsstelle oder durch alle Drogerien und Lebensmittelgeschäfte. Otto Pachmayr,G.m.b.H. Mineralwasser-Großhandlung München Theresienstraße 33 Telephon 27 4 71 folg dieses Appells, den sie mit zuversichtlicher Hoffnung auf Erfolg ergehen lassen, einzusetzen. London, 18. Juni 1928. Melchett, Lee K. Frankel, Felix M. Warburg, Oscar Wassermann. * * * Dieser Bericht der Viermännerkommission, auf den man solange mit Spannung gewartet hat, kann eine neue Epoche der Palästinakolonisation einleiten, wenn das, was er in seinem letzten Teil fordert, auch verwirklicht werden kann: die aktive Anteilnahme der gesamten Judenheit bei der Aufbringung der erforderlichen Mittel. Wenn es gelingt, schon im nächsten Jahre das Budget von einer Million Pfund (unter Außerachtlassung der Einnahmen des K. K. L.), das nach Ansicht der Kommsision ein Minimalbudget ist,für das Palästinawerk zur Verfügung zu stellen, dann kann nicht nur für schnellste Konsolidierung des bereits Geschaffenen gesorgt werden, dann wird auch eine auf den Erfahrungen der bisherigen Arbeit basierende Neukolonisation aufgenommen werden können, die endgültig das Stadium des Experimentierens überwunden haben wird. Die Schaffung der finanziellen Grundlagen allerdings ist die unerläßliche Vorbedingung, und nur unter dieser Voraussetzung gewinnen auch die übrigen von der Kommission gemachten Vorschläge praktischen Wert. Damit soll nicht bezweifelt werden, daß die Anerkennung, die eine Gruppe von nicht parteimäßig eingestellten hervorragenden Wirtschaftsführern nach eingehender Prüfung dem Palästinawerk zuteil werden ließ, nicht auch an sich ihr Gutes hat. Da man aber das, was die Kommission an Forderungen im einzelnen aufstellt, zum großen Teil auch schon von zionistischer Seite gefordert hat, da man sich auch im Zionismus niemals darüber im unklaren war, daß die bisherige Arbeit manche Fehler und Schwächen hat, so kann die Bedeutung des Berichts doch im wesentlichen nur darin beruhen, daß hier die gesamte Judenheit von nichtzionistischen Fachmännern zur Anteilnahme an diesem Werk aufgefordert wird. Der Bericht hat das Verlangen nach einer festen Bindung der Nichtzionisten in finanzieller Hinsicht unerfüllt gelassen; die Aufgabe der Kommission, die formell mit der Erstattung des Berichts beendet ist, wird es sein, auch für solche Garantien der Mitwirkung zu sorgen. Die Kommissionsmitglieder wollen es, wie sie sagen, selbst unternehmen, ihre eigenen persönlichen Anstrengungen für den Erfolg ihres Appells einzusetzen; damit haben sie moralisch auch die Verantwortung für die Durchführung ihrer Vorschläge übernommen. Diese Vorschläge enthalten, soweit sie das Palästinawerk betreffen, wie gesagt, nichts prinzipiell Neues; auch findet sich in dem bisher bekanntgewordenen Teil, des Berichts kein ausgearbeiteter spezialisierter Aufbauplan, wie man das vielleicht erwartet hat. Ein solcher wäre höchstens aus dem angegebenen Musterbudget zu entwickeln. Zweifellos wird sich auch Widerspruch gegen manche Einzelheiten erheben; so vor allem gegen die Stellung des Berichts zur Kwuzah und zu anderen moralisch fundierten Prinzipien der bisherigen Arbeit, wo die Bedeutung von Imponderabilien zum mindesten nicht hoch eingeschätzt erscheint, darüber wird sich noch eine Auseinandersetzung entspinnen. In anderen Punkten, etwa in ihrer Haltung zur Palästinaregierung, deren Beteiligung und Mithilfe an vielen Aufgaben der Kolonisationsarbeit gefordert wird und deren

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