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Das jüdische Echo · 1928-06-22 · 25 (22.6.1928) · p. Seite 395

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
25 (22.6.1928)
Date
1928-06-22
Page
Seite 395 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 25 Das Jüdische Echo 395 Ein Nationalsozialistenführer stiftet zu einer Synagogenschändung an und macht selbst den Aufpasser — 7 Monate Gefängnis Berlin, 13. Juni. (JTA.) In Lüneburg wurde im November vorigen Jahres die Synagoge von Nationalsozialisten beschmiert und beschmutzt. Die Täter, junge Nationalsozialisten, waren vor kurzem vom Schöffengericht verurteilt worden. Diese und auch der Staatsanwalt hatten Berufung eingelegt. In der Berufungsverhandlung ergab ' sich, daß der Vorsitzende der Nationalsozialisten in Lüneburg der Anstifter jener Tat war. Er hatte außerdem während der Tat aufgepaßt, daß seine Freunde von der Polizei nicht überrascht wurden. Es wurden Strafen in Höhe bis zu sieben Monaten ausgesprochen.- Der Hamburger Senat weist einen nationalsozialistischen Antrag gegen die Schechita zurück Hamburg, 18. Juni. (JTA.) Iin der Hamburger Bürgerschaft beantragten die Nationalsozialisten, den Senat zu ersuchen, darauf hinzuwirken, daß die Schlachttiere vor der Tötung betäubt werden. Der Antrag wurde abgelehnt. Verbandstag der Jüdischen Handwerker Deutschlands Der 8. Verbandstag des Zentralverbandes jüdischer Handwerker Deutschlands, Sitz Berlin, wurde vom 2. bis 5. Juni in Hannover abgehalten. Eingeleitet wurde die Tagung durch einen Festakt, den der Verbandsvorsitzende, Glasermeister Wilhelm Marcus (Berlin), eröffnete. Der Vorsitzende des Berliner Handwerkervereins, Tapezierermeister Louis Wolff, wies auf die Bedeutung eines starken jüdischen Handwerkerstandes für das gesamte Wirtschaftsleben hin. Neben Senator Lutz, der einen Willkommgruß im Namen der Stadt Hannover sprach, begrüßten Vertreter vieler jüdischer Organisationen die Tagung. Im Mittelpunkt der am Montag begonnenen Arbeitssitzungen standen die Referate des Vorsitzenden der Ortsgruppe Hannover Paul Goldmann über „Der jüdische Mittelstand“ und des Leiters des Arbeiterfürsorgeamtes der jüdischen Organisationen Deutschlands. S. Adler-Rudel (Berlin) über „Jüdische Berufswahl und jüdische Arbeitsnachweise“. Im Anschluß an das Referat Adler- Rudels wurde beschlossen: Der Verbandstag hält es für notwendig, darauf hinzuweisen, daß der gegenwärtige Zeitpunkt für eine Normalisierung der jüdischen Berufsgliederung durch eine Förderung des handwerklichen Nachwuchses besonders geeignet ist. Die verantwortlichen Körperschaften des deutschen Judentums werden aufgefordert, auf eine sinnvolle Umgestaltung der Berufsgliederung auf dem Wege einer systematischen Berufsberatung hinzuwirken Der Verbandstag fördert von den Gemeinde- und Landesverbänden die Einsetzung von Etatmitteln zur Förderung jener Kreise der jüdischen Jugend, die sich den handwerklichen Berufen zuwenden. Betreffs der jüdischen Mittelstandsfrage wurde beschlossen: Der Verbandstag sieht in der Schaffung jüdischer Darlehenskassen und Kreditgenossenschaften eines der Mittel, dem Verelendungsprozeß des Mittelstandes entgegenzuwirken. Der Verbandstag fordert von den jüdischen Gemeinden und Landesverbänden die Gründung von Darlehens- und Kreditkassen. Der Verbandstag protestiert gegen die Ausschaltung jüdischer Handwerker und die Verdrängung jüdischer Arbeitnehmer von den Arbeitsplätzen. Er fordert von den Gemeinde- und Landesverbänden, sowie von allen jüdischen Organisationen, daß sie der Frage des Ausbaues der jüdischen Arbeitsnachweise größte Aufmerksamkeit widmen. Das Problem der Staatenlosen in der Hauptversammlung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft München, 13. Juni. In der Aula der* Münchener Universität hielt die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften ihre 15. Hauptversammlung ab. Den Mittelpunkt bildeten drei wissenschaftliche Vorträge, darunter einer des hervorragenden Rechtslehrers, Professors Dr. Triepel (Berlin) über „Internationale Regelung der Staatsangehörigkeit“. Triepel beschäftigte sich mit den Schwierigkeiten, die gerade in jüngster Zeit dadurch entstanden wären, daß zahlreiche Staaten ihre Staatsangehörigkeitsgesetze ohne Rücksicht auf andere Länder ausgebaut hätten, was für unendlich viele Menschen entweder eine mehrfache Staatsangehörigkeit oder vollkommene Staatenlosigkeit zur Folge habe; er berichtete dann über die Versuche, diese Gesetze durch internationale Vereinbarung zu überbrükken, und namentlich über die auf Veranlassung des Völkerbundes in dieser Richtung getanen Schritte. Antisemitische Propaganda der Deutschen Gesellschaft für Rassenpflege an der Wiener Universität Wien, 15. Juni. (JTA.) Gestern vormittags ist in der Aula der Wiener Universität ein Anschlag der Deutschen Gesellschaft für Rassenpflege veröffentlicht worden, der in seinem allgemeinen Teil besagt: „Gleichberechtigung alles dessen, was Menschenantlitz trägt, schrie das Judentum seit Kiedrich _ Quelle Kaiser Friedrich Quelle öegen6itt>t.-Rh9uma,-&iosen-u.Nierenleiden. für 3hre Gesundheit! Lieferung des Wassers (Original Brunnenabzug) frei ins Haus durch die Vertriebsstelle oder durch alle Drogerien und Lebensmittelgeschäfte. Otto Pachmayr, G.m.b.H. Mineralwasser-Großhandlung München Theresienstraße 33 Telephon 274 71

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