Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 25 (22.6.1928)
- Date
- 1928-06-22
- Page
- Seite 393 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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;i Nr. 25 Das Jüdische Echo 393 den subjektiven guten Glauben, daß tatsächlich unkorrekte, nicht einwandfreie Machinationen seitens des Privatklägers gemacht wurden. Der Richter gab zu, daß im Ausdruck „Schiebung“ eine Beleidigung liege, er hob hervor, daß bei der Gründung der Bethaus-G.m.b.H. Strohmänner vorgeschoben wurden; ferner schloß sich der Richter der Ansicht Dr. Kollenschers an, daß es sich bei Mecklenburg, wenn auch nicht um persönlich pekuniäre so doch um jüdisch-politische Vorteile gehandelt habe. Jedenfalls sei die Bezeichnung der „Machinationen“ Mecklenburgs mit „dem Ausdruck „Schiebung“ keine Übertreibung. Herr Mecklenburg hat also nunmehr von berufener Seite ein Urteil über seine politische Taktik erhalten; ein Urteil, das auch dem C.-V. genügen sollte, eine weitere Tätigkeit dieses Herrn nicht mehr zu dulden, vor allem dann, wenn er sich nicht selbst dem Vorwurf aussetzen will, solche Praktiken gut zu heißen. Es ist höchste Zeit, daß Herr Mecklenburg von der jüdischpolitischen Bühne abtritt, auch wenn dieser Abgang nicht * gerade einen guten Eindruck hinterläßt. Aufklärung! Die Tätigkeit des C.-V., die sich im wesentlichen auf Aufklärung und Abwehr beschränken sollte, hat in der letzten Zeit schon manches Kopfschütteln hervorgerufen. Über diese Grenzen ist sie nunmehr weit hinausgegangen. Die Auf- Durch die Wunsche der Käufer st die Auswahl unserer Marken bestimmt. Darum führen wir nur bewährte Fabrikate Flügel / Pianos Harmoniums Kommen Sie zu uns und wählen Sie selbst aus. — Sie finden das Instrument, das Ihnen zusagt und Zahlungs-Bedingungen, die Ihnen Entsprechen. Auf unser fachmännisches Urteil dürfen Sie vertrauen! Pianohaus Hirsch am Sendlingeriorplaiz MÜNCHEN / Lindwurmstraüe 1 ^Jpemausbildung ilineSanden Kammersängerin an der Münchener Staatsoper Ausbildung bis zur Bühnenreife Für verbildete Stimmen besonderen Privatunterricht Anmeldung, Prospekt, Clemensstr. 92 Villa „Carmen“, München, Tel. 360 218 klärungsarbeit des C.-V. beschränkt sich nicht mehr nur auf die Abweisung antisemitischer Angriffe; sie richtet sich in der letzten Zeit mindestens ebensosehr gegen den Zionismus und alles was der zionistischen Bewegung freundlich gesinnt ist; sie beachtet dabei nicht einmal die Grenzen Deutschlands und greift, wo sich die geeignete Gelegenheit zu bieten scheint, auch auf andere Länder über. So hat die Leitung des C.-V. dem bekannten belgischen Sozialistenführer Vandervelde vor seiner Reise nach Palästina eine französische Übersetzung des von uns seinerzeit gebührend gekennzeichneten Palästinareiseberichts der Herren Dr. Cohn und Dr. Weyl übersandt; jener Herren, die Palästina in einer Autoreise von wenigen Tagen von Grund auf kennengelernt zu haben behaupten und in ihrem Bericht neben ihrem Unverständnis und ihrer Unkenntnis einen Zionistenhaß bekunden, der in dieser Form anscheinend nur in Deutschland gedeiht. Vandervelde hat sich durch den tendenziösen Bericht nicht beeinflussen lassen. Er ist aus Palästina mit großer Bewunderung für das dort Geleistete zurückgekehrt und wird in der nächsten Zeit auch vor einer Veranstaltung des deutschen Pro-Palästina- Komitees über seine Eindrücke berichten. Über das Verhalten des C.-V. allerdings war er auf das höchste befremdet und hat daraus auch gar kein Hehl gemacht. Auf eine Kritik dieses in jeder Beziehung merkwürdigen Vorgehens in der Jüdischen Rundschau“ erließ der C.-V. ein Dementi. Es handele sich nicht um einen offiziellen Schritt der C.-V.- Leitung, die Privatperson, die die Broschüre für den speziellen Gebrauch für Herrn Vandervelde ins Französische übersetzt habe, sei ihr unbekannt. Am Schlüsse jenes Dementis heißt es aber, daß es „dem C.-V. überlassen sein muß, die von ihm für richtig befundenen Wege der Aufklär u n g zu gehen“ (Sperrung von uns. Die Redaktion). Das darf man wohl als einen Hinweis darauf betrachten, daß das Verhalten dieses Unbekanten dem C.-V. gar nicht so unrichtig erscheint, ja daß er selbst vielleicht einmal ähnliche Wege beschreiten wird. Und was nun den „Unbekannten“ anlangt, so dürfte es nicht ganz überflüssig sein, den C.-V. um Aufklärung zu ersuchen, ob er seinem zweiten Vorsitzenden, der aus dem Elsaß stammt, fließend französisch spricht und Justitiar bei der französischen Botschaft in Berlin ist, wirklich so ganz unbekannt ist, wie man nach dem Dementi annehmen soll. Prinzipiell aber ist zu sagen, daß der C.-V. sich hüten sollte, solche Aufklärungsarbeit wie die jenes Unbekannten in Schutz zu nehmen oder selbst zu betreiben; er könnte doch eines Tages darüber aufgeklärt werden, daß den deutschen 4 \ t V t