Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 25 (22.6.1928)
- Date
- 1928-06-22
- Page
- Seite 392 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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392 Das Jüdische Echo Nr. 25 UeberkingerSprudel Süddeutschlands führendes Tafelwasser Generaldepot Eduard Kühles, München RASPSTRAS8E 6 TELEPHON 92200 nahelegen, es handelt sich nur um eine deutsche Mache, um eine neue Irredenta unter neuem Namen. Denn wie könnten sonst die sich stets ultrapatriotisch nennenden deutschen Juden aus dem C.-V. in Berlin so herzlich Glück wünschen? Doch das ist schon nicht mehr unsere Angelegenheit, mögen das die „Vorbehaltlosen“ mit den polnischen Mitbürgern ausmachen. Traurig ist nur, daß auf diese Weise wieder denen Vorschub geleistet wird, die so gerne von der Unzuverlässigkeit und Doppelzüngigkeit der Juden sprechen, daß damit ein. Schlag gegen die aufrechte würdige Politik der erdrückenden jüdischen Mehrheit in Polen gerichtet wurde, der geeignet ist, die Minoritätenarbeit, die die Juden mit den anderen Minderheiten Polens, darunter den dortigen Deutschen, zusammen geleistet haben, zu stören und zu schädigen. Was wir aber festnageln wollen, das ist das Doppelspiel des deutschen Assimilationsjudentums, das seine „heiligsten“ Prinzipien vergißt, wenn es gilt, den verhaßten Zionismus zu bekämpfen. Es gibt politische Auseinandersetzungen, die durch Diskussion von beiden Seiten geklärt und bereinigt werden können. Es gibt aber auch einen politischen Wertmesser für den guten Glauben des Gegners und wenn man sieht, wie dieser gute Glaube aus dem politischen Kampf entschwindet, dann gibt es keine Debatte mehr, dann gibt es nur noch die Pflicht, die gegnerische Unlauterkeit zu brandmarken. Das Assimilationsjudentum hat in Deutschland dem Zionismus schärfsten Kampf angesagt; die Zionisten werden diesen Handschuh auf heben, sie werden gezwungen sein, die Taten der Gegner mit der größten Aufmerksamkeit zu verfolgen und werden einen Kampf führen, der zugleich ein Kampf ist gegen Opportunismus und Knechtseligkeit, ein Kampf um die Seelen der deutschen Juden, die in ihrer Gesamtheit jüdisch viel würdiger sind als die Resolutionen und Glückwünsche des C.-V., der vorgibt, das Sprachrohr der deutschen Juden zu sein. S. E. Herr Mecklenburg Herr Mecklenburg ist der weiteren jüdischen Öffentlichkeit nicht erst durch die nach ihm benannte Resolution der letzten Hauptversammlung des C.-V. bekannt geworden. Schon vorher führte er einen in seiner Gehässigkeit unerreichten Kampf gegen den Zionismus, den er nicht etwa nur vor einem jüdischen Forum, sondern mit Vorliebe in großen deutschen Zeitungen austrug. Herr Mecklenburg ist aber nicht nur Vorkämpfer des C.-V. Er war bis vor kurzer Zeit in seiner Heimatstadt Chemnitz auch erster Vorsitzender der dortigen israelitischen Religionsgemeinde. Als solcher wäre er verpflichtet gewesen, gegenüber allen in seiner Gemeinde veitretenen Richtungen eine gewisse Objektivität zu wahren. Herr Mecklenburg nützte aber seine Position vor allem dazu aus, seinen erbitterten Haß gegen die Zionisten zu betätigen; so sehr, daß dabei auch seine persönliche Ehrenhaftigkeit darunter litt. Er benützte, wie die „Jüdische Rundschau“ berichtet, die Notlage eines ostjüdischen Bethausvereins, der daran gegangen war ein orthodoxes Bethaus zu errichten, um einen Keil zwischen Zionisten und Ostjuden zu treiben und zwar so, daß er den Ostjuden, denen er im übrigen die Gleichberechtigung in der Gemeinde konsequent verweigerte, als Privatmann Hilfe zu leisten vorgab. Dabei nun machte er sehr verwickelte Geschäfte. Unter Verwendung von Strohmännern (u. a. gründete er eine Bethaus- G.m.b.H., zu deren Geschäftsführer er zwei Nichtjuden bestellte) stellte er im Namen dieser G.m.b.H. bei der Gemeinde, deren Vorsitzender er selbst war, einen Antrag auf Subvention, die ihm selbst als dem alleinigen Anteilsinhaber der G.m.b.H. wieder zugute gekommen wäre. Im Laufe dieser Angelegenheit legte, auf entschiedene Proteste, Herr Mecklenburg sein Amt als Vorsitzender nieder; schließlich als durch eine Reihe von Zivilklagen in dieser wirren Sache eine ernsthafte Schädigung des jüdischen Ansehens befürchtet werden mußte, wurde das Verhalten Mecklenburgs in der Gemeindeversammlung außerordentlich stark kritisiert und ihm u. a. in einem Zwischenruf der Vorwurf der Schiebung gemacht. Herr Mecklenburg erhob darauf Anklage wegen Beleidigung, die nun am 13. d. M. vor dem Amtsgericht Chemnitz zum Austrag kam. Ergebnis; Der Richter sprach die Angeklagten, die beiden Zionisten Dr. Max Sichel und Lipa Scharf frei, die Kosten des Verfahrens wurden Herrn Mecklenburg auferlegt. In seiner Begründung billigte der Richter dem Angeklagten Dr. Sichel die Wahrung berechtigter Interessen zu, Der neue AUSTRO-DAIMLER 6Cylinder,12/70PS Eine umwälzende Neukonstruktion Hirschbold K o m m. - G e s. Fernruf 51355 MÜNCHEN Sonnenstr.19