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Das jüdische Echo · 1928-06-22 · 25 (22.6.1928) · p. Seite 388

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
25 (22.6.1928)
Date
1928-06-22
Page
Seite 388 (sequence 4)
Language
German
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388 Das Jüdische Echo Nr. 25 INO. G. AIONIR'S PRIVATE KRAFTFAHRKURSE gegründet 1913 Gabelsbergerstr. 62 / Telephon 51314 Straßenbahnhaltestelle: Kreuzung Augusten-Gabelsbergerstraße der Linien 2, 7, 17; — garantieren als alteingeführtes Unternehmen mit besten Referenzen für vollkommene Qualitäts-Ausbildung tiefen Worte des Baalschem schloß er den an zahlreichen Thora, Psalmen- und Prophetenstellen verdeutlichten Gedankengang. Der Präsident des Rates, Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer, erstattete sodann den Bericht über das abgelaufene Jahr. Er erwähnte mit Dank die wohlwollende Haltung, die der Papst in einer kürzlich erfolgten Kundgebung (Auflösung der Vereinigung Amici Israel) zur Judenfrage einnahm und knüpfte daran die Hoffnung, daß auch in Deutschland und Bayern diese Worte des Oberhauptes der katholischen Kirche Widerhall finden und die Gegensätze zum Schwinden bringen möchten. Die Verbandsarbeit selbst habe sich erfreulich weiter entwickelt, wie aus den vorliegenden Berichten schon rein zahlenmäßig hervorgehe. Die verfassungsmäßigen Aufgaben seien in -erweitertem Maße erfüllt worden, wenn auch insbesondere auf dem Gebiete der kulturellen Arbeit und der Wohlfahrtspflege nicht alles Wünschenswerte mit den erforderlichen Mitteln unterstützt werden konnte. Ein bisher unerreichtes Postulat sei die Erhöhung des staatlichen Zuschusses, der mit RM. 60 000.— in krassem Mißverhältnis zu den Leistungen des Staates für die beiden anderen Bekenntnisse stehe. Während auf den Kopf der christlichen Bevölkerung ein Zuschuß von RM. 4.24 treffe, komme auf die jüdische nur RM. 1.72. Der Redner appellierte an die Staatsregierung den Wunsch nach Ausgleich dieses Mißverhältnisses auch ihrerseits zu unterstützen. Von den Plänen für die weitere Arbeit ist erwähenswert die Übernahme der Hälfte aller Rabbinergehälter auf den Verband, eine Maßnahme, die in den Großgemeinden, die die Hauptlasten des Verbandes tragen, ohne bisher irgendeine Gegenleistung zu empfangen, wie der Redner an Hand interessanten statistischen Materials im Einzelnen nachwies, die Verbandsfreudigkeit erhalten und erhöhen solle. Endlich sei der Plan einer Zeitschrift für jüdische Geschichte mit Hilfe der historischen •Kommission des Verbandes seiner Verwirklichung nahe gebracht worden, wodurch eine lange gefühlte Lücke im geistigen Leben der deutschen Juden ausgefüllt werden solle. An der mit großer Mühe zustandegekommenen grundsätzlichen Einigung der Landesverbände über die Gründung eines Reichsverbandes habe der bayerische Verband redlichen Anteil, da sich die Vertreter der anderen Verbände schließlich auf dem Boden der Grundsätze des vom Redner vorgelegten Entwurfs zusammengefunden hätten. Der Verband habe als erster die Gelegenheit sich auf einer Tagung mit diesem Entwurf zu befassen, von dem der Redner wünscht, daß er die Billigung der Versammlung finden möge, damit die endgültige Konstituierung des Reichsverbandes plangemäß zum 1. Januar 1929 erfolgen könne. Mit dem Wunsche einer segensreichen Arbeit der Tagung schloß der allseits beliebte Führer des Verbandes unter reichem Beifall seinen Bericht, den er mit einer Betrachtung über die berühmten Gestalten der Ecclesia und Synagoga am Fürstenportal des Bamberger Domes in geistvoller Weise eingeleitet hatte. Unter Harmoniumklängen verließen die Besucher der Eröffnungssitzung, an der sich die Kultusgemeinde Bamberg zahlreich beteiligte, den schönen Saal und die Residenz. Leider hatte der Himmel nicht die Sonne gespendet, die die einzigartige Schönheit dieses Bamberger Domplatzes erst in ihrer ganzen überwältigenden Wirkung hätte zeigen können. III. Die Beratungen am Nachmittag führten gleich mitten hinein in die Probleme der Gemeinschaftsarbeit. Nach dem Finanzbericht des Schatzmeisters, K.-R. Rosenzweig (Nürnberg), der die Aufbringung und die Verwendung der Verbandsmittel in der bekannten klaren und übersichtlichen Weise darlegte, nicht ohne starke Befürchtungen für die Höhe der künftigen Eingänge und die dringende Mahnung zu sparsamster Wirtschaft zu äußern, und der ebenso, wie das bereits vom Präsidenten des Rates geschehen war, die gerechte Forderung nach erhöhtem Staatszuschuß erhob, erläuterte Justizrat Dr. Straus (München), der Referent für die Wohlfahrtsarbeit, in eingehender Weise den Wohlfahrtsetat, der für das Jahr 1928 zum erstenmal eine Trennung der Aufwendungen für Bayern und für das Reich enthält. Die Debatte über den Wohlfahrtsetat wurde auf den nächsten Tag verschoben, an dem über die Wohlfahrtsarbeit des Verbandes noch ein Sonderreferat vorgesehen war, und nach einem kurzen Bericht des Vorsitzenden der historischen Kommission, Rabbiner Dr. Freudenthal über die bevorstehende Herausgabe einer von ihm mitgeleiteten Zeitschrift für jüdische Geschichte wurde in die Generaldebatte eingetreten, die sich auf Antrag der Volkspartei nicht nur auf den Finanzbericht, sondern auch auf den vom Ratspräsidenten in der Eröffnungsitzung erstatteten Bericht beziehen sollte. Der Redner der Liberalen, RA. Jung (Nürnberg) unterstrich die Forderung des Schatzmeisters nach Sparsamkeit, widersprach insbesondere der Ausgabe von Mitteln für nicht mehr lebensfähige Zwerggemeinden und beantragte schließlich den Posten für*Siedelungswesen in Deutschland von RM. 5000.— auf 10ß00.^.zu erhöhen. Er fand besonderes Interesse an einer Stelle seiner Rede, in der er davon sprach, daß Wanderer MOTORWAGEN sind in Qualität und Leistung unerreicht. Verkauf durch: loh. Winklhoier & Söhne * Manchen 50 Forstenrieder Straße 53 / Telephon 73844

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