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Das jüdische Echo · 1928-06-15 · 24 (15.6.1928) · p. Seite 380

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
24 (15.6.1928)
Date
1928-06-15
Page
Seite 380 (sequence 12)
Language
German
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380 Das Jüdische Echo Nr. 24 ben des Menschen und die besonderen Aufgaben der Gesellschaft als Kulturträgerin hervor. Nach einer Begrüßung der Versammlung durch die Vertreter der Stadt Köln und der Universitäten Köln und Bonn, gab der Schriftführer, Prof. Dr. J. Elbogen (Berlin), eine Übersicht über die Aufgaben und Leistungen der Gesellschaft. Den Festvortrag hielt Herr Dr. Fritz Bamberger (Berlin) über das Thema: „Die geistige Gestalt Moses Mendelssohns“. Der Redner bemühte sich zu zeigen, daß das durch die populäre Tradition verbreitete Bild von Mendelssohns Richtung und Anschauung nicht ganz der Wahrheit entspräche, daß Mendelssohn durchaus nicht jener einseitige Aufklärer war, als den sein Zeitgenosse Hamann ihn bekämpfte, sondern daß auch in Mendelssohn wie in jedem echten Menschen sich Widersprüche zeigen, daß er namentlich in seinen Schriften zur Ästhetik durchaus die Bedeutung des Irrationalen anerkannte, daß er zwar in seinen allgemeinen Anschauungen über Religion sich auf dem Boden des Rationalismus hielt, aber sobald er auf das Judentum zu sprechen kam, doch wieder jener Glauben an das Jenseitige und Geheimnisvolle durchbricht, der die Stärke aller echten Religion ausmacht. — Reicher Beifall lohnte die gedankenreichen und gehaltvollen Ausführungen des Redners. Wiener Sport-Antisemitismus Wien, 10. Juni. (JTA.) Bei einem Fußball- Match zwischen der Grazer „Hakoah“ und der „Ostmark“ kam es zu scharfen Zusammenstößen zwischen den Spielern, die noch ausgedehntere Zusammenstöße zwischen den jüdischen und den nichtjüdischen Zuschauern im Gefolge hatten. Man zählte vier Verletzte. Polizei trennte die Streitenden und ordnete den Abbruch des Spiels an. Überhandnehmen von Selbstmorden unter den Wiener Juden Wien, 4. Juni. (JTA.) Infolge steigender Wirtschaftsnot und zunehmender Arbeitslosigkeit ist ein beunruhigendes Steigen der Selbstmordziffer unter den Wiener Juden zu verzeichnen. Regierungs- und Gemeindeämter verschließen sich der Neuaufnahme von Juden, Privatfirmen, auch solche, die im Besitze von Juden sind oder von Juden geleitet werden, nehmen Juden nicht als Angestellte auf. Am krassesten ist die Not unter OMNI* SCHELLINGSTRASSE 39 / TELEPHON 23741 / 29073 dem sehr angewachsenen geistigen Proletariat. Ingenieure, Anwälte usw. hungern buchstäblich. Die Wiener zionistischen Zeitungen fordern die Kultusgemeinde auf, Arbeitsvermittlungsbüros und Kreditinstitutionen zu schaffen und auf die jüdischen Geschäftsinhaber einen Druck auszuüben, daß sie Juden anstellen. Die Parole lautet: „Gebt den Juden eine Arbeitschance!“ Palästina-Fragen in der 13. Session der Mandatskommission Genf, 10. Juni. (JTA.) Die am 12. Juni d. J. in Genf beginnende 13. Session der Mandatskommission des Völkerbundes wird sich u. a. mit dem Bericht der Palästina-Regierung über die Verwaltung des Landes im Jahre 1927 zu befassen haben. Eine arabische Petition liegt diesmal nicht vor. Die Agudas Jisroel hat dem Völkerbund eine Petition überreicht, die in dieser Session der Mandatskommission behandelt werden wird. Die zionistische Organisation hat wie gewöhnlich durch die Palästina-Regierung ihren eigenen Bericht unterbreitet. Die britische Regierung wird durch den früheren Chefsekretär der Palästina-Regierung, Colonel Seymes, vertreten sein. Die Ergebnisse der Arbeiten der Mandatskommission, deren Beratungen vertraulich sind, werden aus Anlaß der im September d. J. stattfindenden Plenarversammlung des Völkerbundes bekanntgegeben werden. An Stelle der verstorbenen Frau Wickseil wurde Frl. Valentine Dannevig, Leiterin der höheren Mädchenschule in Westheim (Norwegen), zum Mitglied der Mandatskommission bestimmt. Senator Borah und die Zionistenverfolgungen in Rußland Berlin, 5. Juni. (JTA.) Aus Washington wird telegraphiert: Senator Borah empfing den palästinischen Arbeiterführer Dr. Chaim Arlosoroff und den Vorsitzenden des amerikanischen zionistischen Studentenverbandes Max Rhoade, die ihm über die Verfolgungen der Zionisten Rußlands berichteten. Gegenwärtig sollen über 700 russische Zionisten in Sibirien, Kirgisien, Ural und Soloveyinseln in der Verbannung leben; mehrere hundert befänden sich in Haft und harren ihrer Verurteilung. Borah versprach, sein Möglichstes zu tun, um eine Hilfeleistung herbeizuführen. Abschluß eines Handelsabkommens zwischen Palästina und Ägypten Dieser Tage wurde das Handelsabkommen zwischen Palästina und Ägypten abgeschlossen, das nach Ratifizierung durch das ägyptische Parlament in Kraft tritt. Das Abkommen ist ein zeitweiliges, da Ägypten jetzt sich mit der Neuordnung seines Zollwesens befaßt. Da die Handelsbeziehungen zwischen Ägypten und Palästina im ständigen Wachsen sind, dürfte diesem Abkommen größere Bedeutung zukommen. Die wichtigste Bestimmung ist die Gewährung der gegenseitigen Meistbegünstigung, wobei jedoch die Begünstigungen zwischen Palästina und Syrien bzw. zwischen Ägypten und dem Sudan unberücksichtigt bleiben. (Ziko) Die Warburg-Flexner-Gruppe erwirbt 25 000 Dunam Boden von der Haifa Bay Company Jerusalem, 8. Juni. (JTA.) Zwischen Herrn Mohl, dem palästinischen Vertreter der 'von Felix M. Warburg und Bernhard Flexner geführten amerikanischen Palästina-Gruppe, und der Haifa Bay Development Company wurde ein Vertrag

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