Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 24 (15.6.1928)
- Date
- 1928-06-15
- Page
- Seite 379 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 24 Das Jüdische Echo 379 Noher lag, hat sich voll und ganz bewährt und stellt der umsichtigen Leitung der jüdischen Sportvereine das beste Zeugnis aus. Völkisch-antisemitische Kundgebungen an der Berliner Universität — Mehrere Verletzte Berlin, 6. Juni. (JTA.) Vor der Universität in der Straße unter den Linden veranstaltete gestern nachmittag die sogenannte „Allgemeine Studentenschaft“, die aus einer Koalition der Kommunisten mit den Nationalsozialisten und völkischen Waffeiistudenten besteht, eine Kundgebung zu den von ihr zu veranstalteten Wahlen, die äußerst schwach besucht war, aber infolge des turbulenten Verhaltens der Rechtsradikalen, die den Zuzug vieler Nichtstudierender in Hitler-Uniform mit dem Hakenkreuz erhielten, in schwere Ausschreitungen ausartete. Das „8-Uhr-Abendblatt“ gibt hierüber die folgende Schilderung: „Die Burschen in Hitler- Uniform und alle, die ihnen nahestanden, begannen mit einem Male im Chor den (kommunistischen) Redner niederzuschreien. Dabei ergingen sie sich in wüste antisemitische Beschimpfungen. Der Tumult wuchs noch, als der Vertreter der Nationalsozialisten, Dr. Conti, das Wort ergriff, um sich in heftigsten antisemitischen Redewendungen zu ergehen, wobei er von der ,Judenpest‘, die bei uns herrsche, sprach. Diese unerhörte Hetzrede des Nationalsozialisten war es ,vor allem, die den Anstoß zu dem nunmehr folgenden Handgemenge gab. Aus den anfänglichen kleinen Reibereien wurde nunmehr ein großer Zusammenstoß zwischen den Rechtsradikalen und den Anhängern anderer Parteien. Der Polizei gelang es, sich zwischen die kämpfenden Parteien zu schieben und diese voneinander zu trennen. Bei der Universität kam es zu einem erneuten Handgemenge, das abermals von den Polizeibeamten getrennt werden mußte. Das Universitätsgebäude wurde von der Polizei besetzt.“ Die antisemitische Boykottpropaganda Dr. Göbbels vor Gericht Berlin, 10. Juni. (JTA.) Vor dem Amtsgericht Schöneberg hatte sich der nationalsozialistische Landtagsabgeordnete Göbbels und der Schriftleiter Dürr wegen groben Unfugs, begangen durch einen Artikel im nationalsozialistischen Parteiorgan „Der Angriff“, zu verantworten. Das Pamphlet richtete sich anläßlich der bevorstehenden Weihnachtseinkäufe gegen die jüdischen Geschäftsleute und forderte zur Boykottierung jüdischer Firmen auf. Gegen die Angeklagten war ein Strafbefehl von 50 bzw. 20 RM. ergangen, der in der gestrigen Verhandlung im Amtsgericht auf 20 und 10 RM. herabgesetzt wurde. Bei der Urteilsverkündung brachen die Anhänger Göbbels, die den Zuschauerraum des Gerichtssaales füllten, in stürmische Heilrufe aus. Prof. Georg Bernhard 1. Vorsitzender des Reichsverbandes der Deutschen Presse Köln, 4. Juni. (JTA.) Die Kölner Tagung des Reichsverbandes der Deutschen Presse, der sämtliche deutschen Journalisten auf gewerkschaftlicher Grundlage einschließt, wählte Prof. Georg Bernhard, den Chefredakteur der „Vossischen Zeitung“ zum 1. Vorsitzenden. Tagung der Gesellschaft für die Wissenschaft des Judentums Köln, 5. Juni. (JTA.) Die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums hielt anläßlich der im Rahmen der „Pressa“ veranstalteten jüdischen Kulturwoche ihre diesjährige Hauptversammlung im Kongreßsaal des Ausstellungsgebäudes in Köln-Deutz ab. Eine überaus starke Zuhörerschaft war der Einladung der Gesellschaft gefolgt. Die 1902 gegründete Gesellschaft hat sich zur Aufgabe gestellt, die wissenschaftliche Erforschung des Judentums nach der historischen und systematischen Seite zu pflegen und ihre Mitglieder mit dem Stand1 der Forschung in Verbindung zu halten. Die Gesellschaft gibt die „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums“, die einzige jüdisch-wissenschaftliche Zeitschrift in deutscher Sprache, heraus und stellt sie ihren Mitgliedern unentgeltlich zu. Sie veröffentlicht ferner neben zahlreichen Einzelschriften, unter denen das Prachtwerk von Dr. C. Tassilo Hoffmann: „Jacob und Abraham Abramson, 55 Jahre Berliner Medaillenkunst, 1755 bis 1810“, hervorgehoben sei, großzügige Publikationen,. unter ihnen großangelegte Werke wie die „Germania Judica“ und der „Grundriß für die Gesamtwissenschaft des Judentums“. Der gegenwärtige Mitgliederstand beträgt etwa 1600 und verteilt sich über alle fünf Erdteile sowie über alle Konfessionen. Die sehr angeregt verlaufene Versammlung begann mit einer geschäftlichen Sitzung, in der der Vorsitzende, Legationsrat Prof. Dr. M. Sobernheim (Berlin), den Bericht über die Tätigkeit im verflossenen Jahre erstattete. In der Festsitzung richtete zunächst der Präsident des Deutschen Rabbinerverbandes, Dr. Baeck (Berlin), einige Worte der Begrüßung an die Anwesenden und hob die Bedeutung der Kultur für das innere Le- SShlands edelwaÜ biedrich Fenn. Quelle «Sjkadl Main, E®as Kaiser Friedrich Quelle 6egen6itht-{lh9uma,-6lo$en-U■Nieren^piden., Lieferung des Wassers (Original Brunnenabzug) frei ins Haus durch die Vertriebssielle oder durch alle Drogerien und Lebensmittelgeschäfte. Otto Pachmayr, G.m.b.H. Mineralwasser-Großhandlung München Theresienstraße 33 Telephon 27 4 71