Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 23 (8.6.1928)
- Date
- 1928-06-08
- Page
- Seite 62 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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362 Das Jüdische Echo Nr. Tb Zum 70. Geburtstag Claude Montefiores Berlin, 3. Juni. (JTA.) Die „Jüdisch-liberale Zeitung“ widmet ihre dieswöchige Nummer der Persönlichkeit Claude E. Montefiores, der am 6. Juni d. J. 70 Jahre alt wird. Der Präsident der Vereinigung für das liberale Judentum, Rechtsanwalt Heinrich Stern, schreibt: „Wenn Montefiore, der Präsident des Weltverbandes des liberalen Judentums, auch in erster Linie unserer Bewegung angehört, wenn er auch aus ihr seine beste Kraft gezogen hat, so muß hier doch hervorgehoben werden, daß er kein einseitiger Parteimann ist, sondern den Zusammenhang mit dem jüdischen Ganzen immer aufrechterhalten hat. Wenig mehr als acht Wochen trennen uns von der Stunde, in der Claude Montefiore als anerkannter und offizieller Führer des liberalen Judentums in unserer Heimat hier den Weltkongreß des liberalen Judentums eröffnen wird. Dann wird es auch äußerlich zu Tage treten, was jeder, der dem liberalen Judentum nahesteht, innerlich begriffen hat, daß hier der Führer unserer Bewegung vor uns steht.“ Rabbiner Dr. Leo Baeck schreibt: „Wir verehren und feiern in ihm (Montefiore) vor allem die Persönlichkeit. Erst durch die Eigenart des Menschen erhält alle Leistung den eigenen Wert und die Wirkung, seine Seele gibt ihr die Seele. Wir alle sind dankbar, daß wir ihn besitzen, und wünschen es, daß es uns noch lange hin beschieden bleibe, ihn vor uns zu sehen.“ Festlichen Stunden ohne Hausmusik — fehlt die Seele! Kein Hausinstrument bringt ln dem Maße die weihevolle Stimmung eines Familienfestes zum Ausdruck, wie das Harmonium. Die leichte Spielbarkeit und der immer bewunderte Tonreichtum der Hofberg- Harmoniums stellt diese Instrumente an die Seite der Spitzenfabrikate. Ausgezeichnete Anerkennungen über Hofberg-Harmonlums liegen uns vor. Entscheidend aber für Sie ist Ihr eigenes Urteil und darum erbitten wir Ihren Besuch. Als alleinige Niederlage sind wir in der Lieferung dieser hochwertigen Instrumente, wie in der Gewährung zeitgemäßer angenehmer Zahlungsbedingungen äußerst leistungsfähig. Pianohaus Hirsch am Sendlingcrtorplatz MÜNCHEN / Lindwurm*fra6e 1 ING. G. AIGNER’S PRIVATE KRAFTFAHRKURSE gegründet 1913 Gabelsbergerstr. 62 / Telephon 51314 Straßenbahnhaltestelle: Kreuzung Augusten-Gabelsbergerstraße der Linien 2, 7, 17; — garantieren als alteingeführtes Unternehmen mit besten Referenzen für vollkommene Qualitäts-Ausbildung Das Gesetz gegen die Familientrennung von Repräsentantenhaus und Senat der Vereinigten Staaten angenommen Washington, 30. Mai. (JTA.) Repräsentantenhaus und Senat der Vereinigten Staaten haben die von Jenkins eingebrachte Ergänzungsbill zum Einwanderungsgesetz, die eine Wiedervereinigung getrennter Familienglieder erleichtern soll, angenommen. Laut der Jenkins-Bill dürfen Frauen und minderjährige Kinder amerikanischer Bürger ungeachtet des Quotengesetzes jederzeit nach Amerika kommen; Frauen und minderjährige Kinder von Bürgerschaftsanwärtern, die in Amerika wohnen, sowie Eltern amerikanischer Bürger werden bei Erteilung der Visa auf Grund des Quotengesetzes bevorzugt. Präsident Coolidge hat die Bill unterschrieben, die damit Gesetzeskraft erlangt hat. Die Frage der Zwangs-Sabbatruhe in Tel-Awiw soll vom britischen Kronrat entschieden werden Jerusalem, 29. Mai. (JTA.) Das oberste Gericht von Palästina hat das Urteil des Jaffaer Distriktsgerichtes bestätigt, welches bekanntlich entschieden hat, daß der Beschluß des Gemeinderates von Tel-Awiw, wonach die Sabbatruhe in Tel- Awiw für alle obligatorisch sei, weil in Widerspruch zu Artikel 15 des Palästinamandates stehend, ungesetzlich sei’. Es verlautet, daß die Palästinaregierung gegen den Beschluß des obersten Palästinagerichtes bei dem Kronrat in London Berufung einlegen werde. Die Frage wurde, wie erinnerlich, durch den folgenden Fall aufgeworfen: Das Magistratsgericht von Tel-Awiw hatte den jüdischen Ladeninhaber Altschuler, der am Sabbat seinen Laden offenhielt, zu einer Geldstrafe verurteilt. Altschuler appellierte an das Jaffaer Distrikstgericht, welches das Urteil des Magistratsgerichts aufhob. Der palästinische Oberstaatsanwalt steht dagegen auf dem Standpunkt, daß die Stadt Tel-Awiw, die eine jüdische Bevölkerung hat, das Recht der Einführung der Sabbatruhe habe, da Artikel 23 des Mandates besagt, daß „die Palästina-Administration die Heiligen Tage jeder Gemeinschaft in Palästina als gesetzliche Ruhetage für die Mitglider dieser Gemeinschaft anzuerkennen habe.“ Lord Lloyd in Palästina Jerusalem, 31. Mai. (JTA.) Lord Lloyd, der britische Oberkommissar für Ägypten, ist in Jerusalem eingetroffen und wohnt als Gast des Oberkommissars Lord Plumer im Regierungshause. Lord Lloyd begibt sich in diesen Tagen nach Amman, der Hauptstadt Transjordaniens. Erleichterung der Einwanderung nach Palästina Jerusalem, 4. Juni. (JTA.) Feldmarschall Lord Plumer, der Oberkommissar von Palästina, teilte der Zionistischen Exekutive mit, daß die Regierung eine neue Verordnung betreffend die Er-